1724
Gynodioezie) und männliche Blüten (Andromonoezie und Androdioezie) vor. Die homogamen Zwitterblütenhaben eine meist kleine, i 8 bis 13 (bis 15) mm breite, selten grössere, meist wenig asymmetrische Kronemit nicht oder wenig ausgebildeten Saftmalen, wogegen die proterandrischen, an Insekten, (besonders Syr»phiden»)Bestäubung angepassten Blüten, die besonders an den Sommerstadien, aber auch an den Vorfrühlings»Stadien mancher Rassen auftreten, eine grössere (± 15 bis 20 mm Breite) und meist stärker asymmetrische, oftauch mit hellen bis schwarzen Saftmalen gezierte Krone zeigen. Diese Saftmale können nur auf den beiden oberen,kürzeren, aber breiteren Kronblättern oder auf 3, 4 oder seltener allen 5 Kronblättern auftreten. Wie sichdie verschiedenen Blütenformen auf die einzelnen Rassen und deren jahreszeitliche Stadien verteilen und ob,wie Schulz angibt, durchwegs Korrelationen mit vegetativen Merkmalen bestehen, ist noch sehr ungenügendbekannt. Als Blütenbesucher wurden besonders zahlreiche Syrphiden und Apiden, aber auch andere Zwei»und Hautflügler, sowie einige Schmetterlinge und Marienkäfer beobachtet. Blüten mit Saftmal erhalten nach denBeobachtungen von F. Schulz und P. Knuth kaum mehr Insektenbesuch als solche ohne Saftmal. Die Blütenöffnen sich meist erst am späten Morgen (zwischen 7 und 9 Uhr). Bei den autogamen Formen fallen die Krön»blätter oft schon vor Mittag ab, wogegen sie bei den entomophilen länger erhalten bleiben. — Die Grannender Teilfrüchte rollen sich bei der Ablösung von der Mittelsäule spiralig ein, jedoch nur in der unteren Hälfte,an der allein auch längere Haare sitzen. Die ganzen Teilfrüchtchen bleiben leicht im Fell des Weideviehshängen und werden so auf grössere Strecken verbreitet. Sie scheinen viel regelmässiger epizoisch als durchden Wind vertragen zu werden, im Gegensatz zu den Früchtchen der Stipa» und Aristida=Arten und denAchaenen vieler Compositen, mit denen sie in Bezug auf Bohrspitze und Widerhakenbehaarung übereinstimmen.Der Vorgang des Einbohrens in den Boden ist von August Hanstein, Asa Gray, Kerner, Rouxu. a.verfolgt worden. Hugo Fischer (Natur 1922, pag. 342) erklärt das „Selbsteinschrauben" der Erodiumgrannenfür einen „alten Irrtum in der Pflanzenbiologie". Bei feuchter Witterung beschreibt die Granne nur 1 bis
3 Windungen, bei trockener bis 10. Wenn sich nun sowohl das freie, starre Grannenende wie die Fruchtspitzeam Boden festgestemmt haben, erfolgt infolge der zunehmenden Feuchtigkeit ein Aufrollen der Granne, wasunter günstigen Bedingungen ein Einbohren zur Folge haben kann. — Durch Befestigung der Früchtchen aufPlatten mit Gradeinteilung lassen sich leicht einfache Hygrometer herstellen.
1794. Erodium moschatum 1 ) (Burm. f.) L'Herit. (= Geranium cicutärium L. var. moschatumL., = G. arenärium Burm. f., = Herödium moschatum Rchb.). Moschus»Schnabelkraut,Moschus» Reiherschnabel, Bisam»Storchschnabel, Bisem (Berner Oberland). Franz.: Bec de gruemusque; engl.: Musk heron's»bill-, ital.s Muschio de'sodi. Fig. 1651 und 1655,
Ein» bis 2=jährig, der vorigen Art sehr nahestehend, mit ziemlich langer, ästiger Wurzel.Keimblätter fiederspaltig. Sprosse namentlich oberwärts ± dicht mit kurzen Drüsenhaarenbesetzt, von moschusähnlichem Geruch. Stengel stets vorhanden, meist zu mehreren, ± 1bis 5 dm lang, niederliegend oder aufsteigend, dünn, ausser mit Drüsenhaaren auch mit zer»streuten, weissen Wollhaaren. Rosettenblätter zahlreich, ± 2 1 /* dm lang, wie die Stengel»blätter mit dünner, i dicht bedrüster Spindel, einfach gefiedert, meist jederseits mit 3 oder
4 kurz, aber deutlich gestielten Fiedern; diese eiförmig=ellip tisch, ± 1 bis 2 cm lang und 1 /2bis 1 cm breit, unregelmässig einfach bis doppelt gezähnt, seltener tiefer eingeschnitten, dünn,beiderseits i behaart. Nebenblätter wie die Doldenhüllblätter bis zum Grunde frei, trocken»häutig, weisslich, meist kahl. Dolden mit ± 1 U bis 1 1 /i dm langen, blattachselständigen Stielen,i 3 bis 10 kleinen Hüllblättern und ungefähr ebensovielen (bis 13) ± 1 bis 1 '/2 (zur Frucht»zeit bis 2) cm langen, drüsig»flaumigen, anfangs nickenden, beim Aufblühen sich aufrichtenden,beim Verblühen sich herabschlagenden und zuletzt wieder aufrichtenden Blütenstielen. Kelch»blätter elliptisch, + 6 bis 8 mm lang, kurz bespitzt, hautrandig, 5»nervig, drüsenhaarig. Krön»blätter verkehrt»eiförmig»spatelig, ± 1 1 /z bis 2 1 /2 mal so lang wie der Kelch, unter sich nichtverschieden, einfarbig purpurn bis violettpurpurn. Fertile Staubblätter mit am Grund starkverbreiterten, jederseits einen Zahn tragenden Filamenten. Früchte 3V2 bis 4 cm lang. Teil»
*) Die früher häufiger als heute kultivierte Art war als Acus muscäta oder Hcrba moschätaoffizineil. Vielleicht ist sie unter dem Cranchsnabel der heiligen Hildegard zu verstehen. Als Geraniummoschatum wird sie z.B. von Gesner 1561 aus deutschen Gärten angeführt.