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4,3 (1924) Dicotyledones : (II. Teil)
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1723
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1723

Sandpflanze der atlantisdien Küsten von Nordafrika, Portugal und den Kanarischen Inseln bis England,Belgien und Holland; vielleicht auch an der deutschen Nordseeküste noch zu finden. Auf den Dünen derNordseeküsten nur die stark drüsige var. sabulicolum (Lange) Rouy (= var. subacaüle [Boiss. et Reuter]Graebner, = E. glutinösum Dum.).

3. subsp. Romanum (Burm.) Briquet (= E. Romanum Ait., = Geranium acaule L.). Ausdauernd,mit ± 5 mm dickem, von Blattresten umhülltem Erdstode. Sprosse angedrückt grau behaart. Rosettenblättersehr zahlreich, ± 4 bis 9 cm lang und 1'/» bis 2 '/s cm breit, mit sitzenden, grob fiederspaltigen Fiedern.Stengel stets verkürzt. Dolden ± 4» bis 9«blütig, mit freien Hüllblättern. Kronblätter ± 6 bis 7 mm lang.Frucht 4 bis 5 cm lang. Gruben der Fruchtklappen durch deutliche Ringfalten abgetrennt.

Im Mittelmeergebiet sehr verbreitet j im Gebiet nur selten eingeschleppt, so in Hamburg (nach B u e kschon 1901) und im Güterbahnhof Zürich 1917, die durch niedrigeren Wuchs und kleinere Blüten und Früchteder subsp. eu.cicutarium genäherte, nach Brumhard einen Bastard mit derselben darstellende f. T o 1 osänum (Jordan) Loret et Barr, bei Neustadt in der Pfalz 1894. E. Romanum wird oft als eigene Art, vonBrumhard sogar als Typus einer eigenen Sektion bewertet.

E. cicutarium wächst auf den verschiedenartigsten trockenen Böden mit Ausschluss saurer Humus«böden, meidet jedoch den geschlossenen Rasen und ist sehr empfindlich gegen dauernde Nässe, Beschattungund langdauernde Schneebedeckung. In Südeuropa bis in die trodeenen Zentralalpentäler tritt die Art sehrhäufig in den beweideten Trockenwiesen der collinen Stufe auf, in Gesellschaft von Festuca ovina subsp. durius«cula, Polentilla puberula und P. argentea, Medicago minima, Draba verna, Cerastium semidecandrum, Sherardiaarvensis usw., im Wallis besonders auch mit Festuca Vallesiaca, Cynodon Dactylon, Poa concinna, TrigonellaMonspeliaca, Viola tricolor subsp. Kitaibeliana, Saxifraga bulbifera usw. Mit diesen Hartwiesen zeigen manche Aehn«lichkeit diejenigen der Weingaertneria canescens in den Sandgebieten Norddeutschlands, in denen Erodium cicu.tarium z. B. neben Trifolium arvense, Statice maritima und jasione montana auftritt. Mit diesen Arten und Ammophilaarenaria besiedelt es auch die Dünen an der Nord» und Ostsee. Im Binnenland ist es dagegen oft ausge«sprochener Kulturbegleiter. Teils tritt es mit Geranium pusillum, Trifolium campestre und T. arvense, Sherardiaarvensis, Draba verna subsp. majuscula, Veronica arvensis, Sondius arvensis, Setaria viridis usw. in Brach«äckern, Kartoffeläckern, Weinbergen usw. auf (in vielen Gegenden als Archaeophyt), teils mit Melilotus«Arten,Coronilla varia, Artemisia vulgaris, Carduus» und Cirsium=Arten, Hieracium Florentinum usw. an Bahn« undFlussdämmen, Schuttablagerungsplätzen usw. (oft erst als Neophyt). An seinem höchsten aus den Alpen be.kannten Standort, in einem Schafläger unter überhängenden Kalkfelsen am Südhang des Grand Chavalard imWallis, wohin es sicher durch Schafe oder Ziegen aus dem Rhonetal gelangt ist, fand es der Bearbeiter nebenAllium sphaeroeephalum, Sisymbrium Sophia und Asperugo procumbens. In Nord«, Mittel, und Südamerikagilt es als gutes Schaffutter und wird auch unter dem Namen Alfilaria als Futterpflanze gebaut. Auf den AndenArgentiniens wird es nach Robert Fries besonders auch durch das Lama verbreitet.

Je nach dem Vorhandensein oder Fehlen von Drüsenhaaren, nach Standort, Jahreszeit und Witterungströmen die Pflanzen einen bald stärkeren, bald schwächeren, an den von Daucus und anderen Umbelliferen, bis»weilen auch an Moschus oder Essig erinnernden Geruch aus, namentlich die Wurzeln, die ähnlich süsslich wiedie von Phyteuma spicatum schmecken. Nach Wahlenberg soll die Pflanze in Schonen als Amulett gegenFieber getragen werden. Sie spielt jedoch nicht nur in der Volksmedizin eine Rolle, sondern auch noch in dermodernen Medizin als blutstillendes Mittel (Extractum Erodii cicutarii aquosum spissum). Besonders in Russlandsoll dieses Haemostaticum mit Erfolg bei Gebärmutterblutungen angewandt werden (Nach Wasicky beruht dieWirkung wie beim Hirtentäschchen auf dem Reichtum an Kalium). Aehnlich wie bei Hieracium Pilosella, Oenotherabiennis und anderen überwinternden Rosettenpflanzen pressen sich auch die Rosettenblätter von E. cicutariumdurch Photoepinastie aktiv dem Boden an und bilden reichlich Anthozyan, das im Frühling meist wieder ver«schwindet. Die Sommerblätter sind meist auch zarter und stärker behaart als die Winterblätter. Sehr auf»fallend ist das nach der Jahreszeit ganz verschiedene Aussehen der Pflanze, das zur Aufstellung zahlreicher,z. T. völlig unhaltbarer Varietäten Anlass gegeben hat. Um echten Saisondimorphismus handelt es sich dabeinicht, da aus den Vorfrühlingsformen mit zahlreichen Rosettenblättern und ± grundständigen Doldenstielenunmittelbar die langgliederigen Sommerformen und aus deren Samen im Herbst wieder die Rosetten derüberwinternden Frühlingsformen hervorgehen. Daneben kommen aber auch wirklich sommerannuelle Rassenund anscheinend auch überwinternde ohne Frühlingsblüten vor. Vgl. Fig. 1650. Die Blütenstiele führen wiebei vielen Geranium»Arten mehrfache Auf. und Abwärtsbewegungen aus; vgl. Fig. 1650. Ueber dieVielgestaltigkeit der Blüten vgl. Ludwig, F. Ueber die ungleiche Ausbildung einer Insektenform bei E.cicutarium L'Herit. und E. cicutarium a pimpinellifolium Willd. (Irmischia Bd. II, 1 [1881], pag. 5/7) undDie verschiedenen Formen des Saftmales bei Erodium cicutarium L'Herit. mit Rücksicht auf die übrigenentomophilen Erodium.Species (Botan. Centralbl. Bd. XIX, 1884, pag. 118/125). Es kommen sowohlproterandrische und homogame bis schwach proterogyne Zwitterblüten wie weibliche (Gynomonoezie und