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cinheiten pro Stunde um die Mittagszeit (im Freien je nach Bewölkung 300 bis 700"Einheiten) (nach Gams).Besonders üppig wächst die Art auf dem nährstoffreichen Boden der Schlagflächen und Brandstellen in Nadel»Wäldern (mit Galeopsis Tetrahit, Epilobium« Arten, auch mit dem seltenen Geranium Bohemicum). Stahl fandes besonders üppig wuchernd auf dem durch einen absterbenden Hexenring gedüngten Boden. Jauche liebt dieArt weniger als G. pusillum und G. Pyrenaicum, gedeiht aber doch recht gut auf gedüngtem Ackerland. Meistwächst sie zusammen mit anderen schleuderfrüditigen und zoochoren Arten, so mit Oxalis Acetosella, ImpatiensNoli tangere, Stellaria nemorum (vgl. Bd. III, pag. 351), Myosotis silvatica, Galeopsis Tetrahit usw. Mit diesenArten und verschiedenen Beerenfrüchten (Solanum Dulcamara, Lonicera»Arten, Fragaria vesca u. a.) trifft mansie audi sehr häufig als Ueberpflanze auf alten Bergahornen, Kopfweiden, Pappeln usw. (nach Stäger auchz. B. auf Nussbäumen und Robinien), an Felsen, alten Mauern und Dächern. — Das lange, dünne Hypokotyl(Fig. 1647 f) ist zu schwach, um die stattliche Rosette und die meist mehrfach gegabelten Stengel auf geneigtemBoden zu tragen. Die kräftigen Stengelgelenke werden bei der Aufrichtung der Sprosse einerseits durch be«sondere Stützwurzeln unterstützt, die nach Tschirch (in Flora. Bd. XCIV, 1905, pag. 77) einen weiteren Zentral«Zylinder als die Nährwurzeln haben, andererseits dadurch, dass sich die Stiele der unteren Rosettenblätter undoft auch schon die der Keimblätter (Fig. 1647 f) herabschlagen und der Unterlage aufstützen. Diese Abwärts«bewegung tritt mandlmal erst dann ein, wenn die Spreiten der untersten und der nächstfolgenden Rosettenblätterverletzt oder sonst beschädigt worden sind (Näheres hierüber bei Neger in Flora Bd. XLII, 1903, pag. 371/379und in Naturw. Wochenschr. 1918, H. 22, pag. 314, Molisch in Sitzungsber. k. Akad. Wissensch. Wien 1916).Neger beobachtete auch, däss sich die Mittellappen der Stengelblätter abwärts krümmen und Stützfunktionübernehmen. Die überwinterten Blattrosetten sind meist durch reichliches Anthozyan lebhaft rot gefärbt. —Die Blütenstände bleiben aufrecht; nur bei Nacht und Regen nicken die Blüten. Die Blüten sind meist autogam,indem die Narben am ersten Tag von den zuerst reifenden inneren, am zweiten von den äusseren Staub»beuteln bestäubt werden. Nach R. Stäger (Verhandl. Schweiz. Naturf.«Gesellsch. 1912, II, pag. 212) sollen beischönem Wetter zuerst die Antheren, bei schlechtem Wetter zuerst die Narben reifen, in beiden Fällen jedochregelmässig Selbstbestäubung eintreten. Nach A.Schulz (in Ber. Deutsch. Botan. Gesellschaft. Bd. XX, 1902,pag. 526/556) tritt aber auch häufig Fremdbestäubung durch Insekten ein. Als Blütenbesucher wurden zahl»reiche Apiden, Syrphiden und Falter, auch einige Käfer beobachtet. Der Zugang zu dem reichlich abgeson»derten Nektar ist durch die eng zusammenschliessenden Kelch» und Kronblätter sehr erschwert, besonders auchdadurch, dass sich die Kronennägel den äusseren Staubblättern fest anlegen. Neben zwitterigen Blüten kommenauch in verschiedener Verteilung eingeschlechtige vor (Gynodiözie und Gynomonözie, Androdiözie und An»dromonözie), von Bildungsabweichungen Verdoppelung des Kelches. Die Pollenkörner sind kugelig, ± 70 bis95 u gross, dicht warzig und durchscheinend orange gefärbt. — Bei der Fruchtreife öffnet sich der Kelch undes lösen sich die Grannen sowohl von der Mittelsäule wie von den Teilfrüchten ab. Diese öffnen sich nicht,sondern werden mitsamt den Samen und zwei schlaffen Haarsträngen fortgeschleudert. Diese Anhängselermöglichen den Früchtchen offenbar ein Anhängen an Tiere, vielleicht auch Windverbreitung, die jedoch beidem Vorkommen an geschützten Standorten meist ausser Betracht fällt. Nach Stäger und Ulbrich kommtauch Myrmekochorie vor. — Nach P. Cruchet (in Bull. Soc. vaud. sc. nat. Bd. LIV, 1921/22) wird G. Ro»bertianum von mindestens 13 saprophytischen Pilzarten (meist Fungi imperfecti, 3 davon Parasiten) bewohnt.
Schon seit langer Zeit wird das Ruprechtskraut wie auch andere Arten der Gattung als Heilmittelsowohl äusserlich (gegen Entzündungen der Bindehäute, Nasenbluten, Ausschlag, Rotlauf, Geschwülste, Ge»sichtsschmerzen, Zahn« und Halsweh) wie auch innerlich (gegen Fieber, Gicht, Nieren», Blasen« und Genital«leiden) verwendet. Zur Verwendung gegen Geschwülste wird die Pflanze noch jetzt z. B. im St. GallerRheintal in Pfannen geröstet oder auf dem Ofen gebäht. Gegen Nierenleiden, Gicht usw. ist besonders ein im Maiund Juni gewonnenes Destillat aus dem Kraut empfohlen worden. Ebenso wurde es bei Quetschungen, Hämor«rhoiden und allerlei Geschwülsten angewandt. Gepulvertes Kraut mit Polei (Teucrium Polium) und Rauten(Ruta) und mit Brot gegessen „stärcket das Hertz und macht Frewd." — Seines üblen Geruchs wegen wirddas Kraut auch zum Fernhalten der Motten gebraucht.
Die meisten der von einheimischen Geranium»Arten beschriebenen Bastarde sind zweifelhaft, mehrerewohl nicht primär hybrid. Es werden angegeben: G. argenteum L. X G. einereum Cav., von Sünder«mann in Lindau a. Bodensee künstlich erzeugt. — G. rivulare Vill. X G. silvaticum L. (= G. Besse«änum 1 ) Camus) ob Riddes im Wallis. — G.phaeumL. var. Ii vi dum (L'H^rit.) X G. silvaticum L. (= G.Zermatt6nse F. O. Wolf) aus dem Wallis und aus Graubünden (sehr zweifelhaft). — G. molle L. x G.Pyrenaicum Burm. (= G. Lugan6nse Chenevard; vgl. pag. 1703) ist wohl nur eine Form von G. molle. —G. pusillum Burm. X G. Pyrenaicum Burm. (= G. hybridum Haussknecht) von Weimar und Heiligenstadt
') Benannt nach dem Entdecker, Chorherr Maurice Besse vom Gr. St. Bernhard, jetzt Pfarrer inRiddes und Vorsitzender der Socidt6 Murithienne du Valais, einem eifrigen Floristen.