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4,3 (1924) Dicotyledones : (II. Teil)
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1671
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Homogamie und selbst (freilich meist nur ausnahmsweise, z. B. bei G. columbinum, G. pusillum, G. lucidum und G.Robertianum) Proterogynie vor. Während bei den grossblütigen Arten und Formen meist Selbstbestäubungausgeschlossen ist, tritt sie bei den kleinblütigen ziemlich regelmässig dadurch ein, dass sich nach Ausbreitungder Narbenäste zuerst die inneren, dann oft auch die äusseren Antheren gegen den Griffel zu krümmen. Späterschlagen sich die Staubblätter nach aussen. Während bei Erodium und Pelargonium die äusseren Staubblätter regel«mässig keine Staubbeutel mehr ausbilden, kommt das bei Geranium ausnahmsweise (ziemlich regelmässig z. B. beiG. pusillum) vor. Fast bei allen Arten kommen jedoch neben den normalen zwitterigen, proterandrisdien Stöckenauch solche mit verkümmerten Antheren und meist auch kleineren Kronblättern vor (Gynodioecie). Diese weib«liehen Pflanzen sind von mehreren Arten als besondere Varietäten beschrieben worden. Seltener ist Gyno«monoecie, Androdicecie und Andromonoecie. Von Missbildungen der Blüten ist Vermehrung der Kelch« undKronblätter bei G. pratense, G. molle und G. Robertianum, Verwachsung der Kronblätter bei G. molle, Ver-wachsung vermehrter Staubblätter bei G. pusillum, Vergrünung bei G. columbinum und G. Robertianum, Um»Wandlung von Staubblättern in Kronblätter bei G. dissectum beobachtet worden.

Nach der Art der Samenverbreitung zerfallen die Geranium»Arten in 3 Gruppen: Bei G. sanguineum,G. columbinum, G. dissectum, G. silvaticum, G. rivulare, G. pratense, G. palustre, G. nodosum und G. macror.rhizum krümmen sich die Fruchtschnäbel mitsamt den Fruchtklappen elastisch aufwärts, wobei die Samen fort«geschleudert werden. Die 4 mg schweren Samen von G. columbinum fliegen dabei bis l 1 /' m, die 5 mgschweren von G. palustre bis 2 */« m weit (nach Kern er). Ein vorzeitiges Ausfallen der Samen wird durch Vorsprüngeund Haare an den Fruchtklappen verhindert. Bei der zweiten Gruppe, zu der von unseren Arten G. argen«teum, G. phaeum, G. Sibiricum und G. Bohemicum gehören, bleiben wie bei Erodium und Pelargonium Samen,Fruditklappen und Grannen in fester Verbindung und werden bei der Aufwärtskrümmung der Grannen alsganzes abgeworfen. Diese Verbreitungseinheiten wandern nun leicht epizoisch weiter. Das arabische G. YemenseDeffers hat typische Klettfrüchte. Bei der 3. Gruppe, zu der die meisten kleinblütigen Arten gehören (G.divaricatum, G. Pyrenaicum, G. pusillum, G. molle, G. rotundifolium, G. lucidum, G. Robertianum), lösen sichdie Fruchtklappen mitsamt den fest umschlossenen Samen von den Grannen, die mit der Mittelsäule verbundenbleiben. Bei G. Robertianum bleiben an den Teilfrüchten 2 lange, schlaffe Haarstränge erhalten, die leicht anTieren festhängen. Bei den anderen Arten fehlen diese. Mindestens für G. Pyrenaicum, G. pusillum, G. rotundi«folium und G. molle ist eine endozoische Verbreitung durch Wiederkäuer sehr wahrscheinlich. Hiefür spricht schondas regelmässige Vorkommen an stark gedüngten Orten. Die Keimung erfolgt infolge der Hartschaligkeit beivielen Arten sehr langsam.

Ausser mehreren der im Gebiet einheimischen oder doch völlig eingebürgerten Arten (G. pratense,G. nodosum, G. macrorrhizum, G. Sibiricum u. a.) werden die folgenden als Zierpflanzen kultiviert odertreten adventiv auf; 1. G. Caroliniänum L. (= G. dtrum Moench, = G. lanuginösum Jacq., = G. diss£c«tum L. var. Caroliniänum Hooker). Mit G. dissectum nahe verwandt und vielleicht erst seit dessen Einschleppungdurch die Europäer daraus entstanden. Aus Nord«, Mittel« und Südamerika zuweilen mit Grassamen (be»sonders Festuca pratensis) eingeschleppt, so in Holland (Gorinchem 1913). 2. G. Ib 6ricum Cav. (= G.grandi«flörum Güldenst.). Stattliche, seit 1802 kultivierte Zierpflanze aus dem Kaukasus, Transkaukasien und Armenien.Der an seinen dichtweisszottigen Blatt» und Blütenstielen und den sehr grossen, purpurvioletten Blüten kennt»liehe Typus in Brandenburg mehrfach verwildert (Neuzelle, Guben, Dobrihngk), die var. p 1 a t y p 61 a 1 u m(Fischer et Mey. als Art) Boiss. mit weniger zottigen, dafür stärker drüsigen Stengeln und blauvioletten, ge»wimperten Kronblättern seltener kultiviert, adventiv im Hafen von Ludwigshafen 1910. 3. G. in eis umNutt. ex Torr, et Gray. Oft mit G. Richardsonii verwechselt, im Gebiet anscheinend nicht in Kultur. Heimat:Pazifisches und mittleres Nordamerika. Adventiv im Hafen von Ludwigshafen 1910. 4. G. maculätum L.Alaunwurzel, engl.: Alum»root. Heimat: Atlantisches Nordamerika. War alsG. anglicanum variegatum" schonum 1600 im Garten der Fürstbischöfe von Eichstätt in Kultur. Das 10 bis 28°/o Gerbsäure enthaltende Rhizom istvon stark adstringierendem Geschmack und ist in Nordamerika (früher auch in Europa) als Tonicum, Ad«stringens und Stypticum in Gebrauch. 5. G. Richardsönii Fischer et Trautv. (= G. albiflörum Hook.).Heimat: Pazifisches Nordamerika von Saskatschewan bis Kalifornien und Mexiko. Die sehr vielgestaltige, imGebiet bisweilen als Zierpflanze gezogene Art vertritt in den nordamerikanischen Gebirgen unser G. silva«ticum. 6. G. peregrinum Thellung. Der vorigen Art anscheinend nahestehende Pflanze unbekannterHerkunft. Von Kneucker 1907 auf Schutt beim Stadtgraben von Karlsruhe entdeckt. 7. G. EndrössiiGay. Zierpflanze aus den westlichen Pyrenäen. Verwildert in der Schweiz (unter Gryon in der Waadt 1908),in Belgien (bei Bonneville eingebürgert) und England. 8. G. Wlassowidnum Fisch, ex Link. Wie dievorige Art mit G. palustre verwandt. Heimat: Gebirge des mittleren Asiens vom Altai und Himalaya biszur Mandschurei. Zierpflanze. 9. G. collinum Steph. (= G. Taürxcum Rupr., = G. longipedatum St. Lager).Habituell an G. pratense erinnernd, von diesem vor allem durch die weniger aufrechten Stengel und die viellodeereren Blütenstände zuunterscheiden. Heimat: Sehr verbreitet in den Steppengebieten vom südöstlichen Russ«