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Sibiricum, G. divaricatum und G. Bohemicum zusammenzugehören (Divaricäta Rouy em. Garns, inkl. Lanu.ginosa Rouy und Sibirica Knuth). — Am ältesten dürften die strauchigen (hieher nur die Neurophyllödeaauf den Sandwichinseln) und ausdauernden Arten mit kräftigem Wurzelstock und dickem, über den Bodenragendem Erdstock (wie z. B. G. macrorrhizum) sein. An dieses scheinen sich von den ein» bis zweijährigen Artendie schon von den älteren Autoren als zusammengehörig erkannten und selbst als Gattung (Rob6rtiumPicard) oder Untergattung (Grenier und Godron) abgetrennten G. lucidum und G. Robertianum anzuschliessen.Diese 3 Arten gehören zu den am wenigsten Licht benötigenden und daher am tiefsten in Höhlen vordringendenBlütenpflanzen. W i e s n e r gibt als Minimum des relativen Lichtgenusses für G. Robertianum Vss, Lämmermayr1 l*o an, Morton für Keimpflanzen V 78 > Zmuda sogar l /aio des Aussenlichtes an. G. lucidum und G. Ro«bertianum haben auch das gemeinsam, dass sich dieStiele der von einem langen, schwachen Hypokotyl ge»tragenen Keimblätter und der unteren Rosettenblätterabwärts krümmen und mit den [oberen Seitenwurzelnzusammen Stützfunktionen übernehmen (Näheres beiG. Robertianum). Aehnliches kommt auch bei den Ro»settenblättern von G. Pyrenaicum vor (Fig. 1623). DieStengel«, Blattstiel«, Blütenstandsachsen« und Blütenstiel"gelenke sind bei den meisten Geranium«Arten stark ver-dickt und führen mancherlei Bewegungen aus. Amschwächsten entwickelt sind diese unter unseren Artenbei G. silvaticum und G. rivulare, die wohl zu denältesten Arten der Rosettenstaudenform mit ganz im Bodenbleibendem Wurzelstock (Hemikryptophyten) gehören.
An diese schliessen sich die Arten mit regelmässige Ab«und Aufwärtsbewegungen ausführenden Blütenstielenan. Näheres über diese bei Wiesner, J. Beobachtungenüber den Lichtgenuss und über einige andere physiolo»gische Verhältnisse blühender Geranium.Arten (Sitzungs»ber. Akad. Wiss. Wien 1906, pag. 387/418). NachWies»ner beträgt das Minimum des relativen Lichtgenussesfür G. phaeum i /ia, für G. palustre '/n, für G. pratense'/e des Aussenlichtes. Zu den am meisten lichtbedürftigenArten gehören die einjährigen G. rotundifolium, G. pu«sillum und G. molle. Während z. B. die oft auch imSchatten sich entwickelnden G. Pyrenaicum, G. Sibiricum,
G. divaricatum und G. Bohemicum durchwegs dekussierteBlattstellung und in den Rosetten prächtige Mosaikstel.lung zeigen, ist bei G. pusillum und G. molle von denoberen Blattpaaren nur je ein Blatt entwickelt, undnach Grevillius (in Englers botan. Jahrb. Bd. XXI11.
1896, pag. 36) sind diese beiden Arten auf den Kalk-heiden („Alvar") ölands geradezu Kompasspflanzen,ebenso nach Gothan anderwärts auch G. sanguineum.
— Die sich stets über den Boden erhebenden Keim«blätter sind bei den meisten Arten nierenförmig bis verkehrt«herzförmig, in der Ausbuchtung oft bespitzt, beiG. divaricatum und G. Bohemicum dreilappig. Das Hypokotyl ist bei den ausdauernden Arten meist kürzerals bei den ein« und zweijährigen, z. B. bei G. pratense und G. palustre nur 2 bis 5 mm, dagegen bei G. Ro»bertianum und G. Bohemicum 5 bis 30 mm lang. Die oft ± konzentrisch oder bikollateral gebauten Leitbündelwerden im Stengel und bei der Mehrzahl der ausdauernden Arten auch in den Blattstielen von einem Bast»Zylinder umgeben. Nach Bergendal stehen bei G. columbinum, G. dissectum, G. phaeum, G. Pyrenaicum(Fig. 1617 e), G. pusillum, G. molle und G. macrorrhizum (wie auch bei den meisten Erodium«Arten) alle Leit»bündel in einem Kreis, wogegen bei G. sanguineum, G. silvaticum, G. pratense, G. palustre (Fig. 1617 f), G.Sibiricum und G. Robertianum regelmässig, bei G. phaeum, G. nodosum und G. lucidum gelegentlich auchmarkständige Bündel vorkommen. Nach Jännicke sind bei G. phaeum alle Bündel gleichartig, wogegen siebei den anderen untersuchten Arten nach Grösse und Form 2 Gruppen bilden. Von diesen lehnen sich beiG. pratense, G. palustre, G. lucidum und G. Robertianum nur die äusseren (die nach Bergendal die Blatt»spuren der nächstfolgenden Laubblätter darstellen) an den Bastzylinder, bei G. sanguineum, G. dissectum, G.
Fig. 1623. Junge Rosette von Geranium Pyrenaicum L. mitder Unterlage angepressten Blattstielen. Phot. f Hans Dopfer,München.