1665
= G. Africdnum Cav., = Geraniospermum odoratissimum O. Ktze). Zitronen-Gcranium, Muskatgeranium;in der Nordschweiz auch Schmödcgranium, Oepfelgranium; franz.: Pelargonium citronn^ ; ital. s Erba malva.
Stengel meist mehrere, aufsteigend, i 2 bis 4 dm lang, unterwärts ± verholzt, oberwärts fleischig,hin> und hergebogen, wie die grösstenteils stengelständigen Laubblätter dicht drüsig.flaumig behaart. Laubblättermit 1 bis 10 cm langem Stiel und stumpf«herzförmiger bis herz=nierenförmiger, ± 2'/i bis 3 cm langer und 3 bis4 cm breiter, nicht gelappter, stumpf gekerbter bis kerbig gezähnter Spreite. Dolden 5« bis 10-blütig. Blüten«stiele unter den nur 4 bis 7 mm langen Spornröhren 4 bis 10 (bis 15) mm lang, dünn, flaumig. Kelchblätter4 bis 5 mm lang. Kronblätter spatelig, ± 7 bis 10 mm lang, weiss bis rosa. Frucht unter 2 cm lang.
Aus den Kaffernländern 1724 in den Chelsea.Garten in England gebracht. Des strengen, süsslichenDuftes wegen als Zimmerpflanze in Bauernhäusern gezogen, früher z. B. in Franken und in der Nordschweiz sehrhäufig, doch im ganzen weniger als die folgende Art, mit der sie oft verwechselt wird.
5. Pelargonium Rädula *) (Cav.) L'H&rit. (= P. multifidum Salisb., = P. röseum Willd. non Ait. a ),= P. rosodörum hört., vix Hoffmgg., = Geranium revolütum Jacquin). Rosen.Geranium, Pfeffergeranium,Schmöckgranium (Nordschweiz) j franz. s Geranium rose;ital.! Herba rosa. Fig. 1621.
Bis 1 m hoch werdender Strauch mit weichholzigen,bis 1 cm dicken Aesten und (wie die Laubblätter) mit längerenBorstenhaaren und kurzen, stark duftenden Drüsenhaarenbesetzten Zweigen. Laubblätter wechselständig, kurz gestielt,i 3 bis 7 cm breit, bis zum Grund in 3 doppelt fieder«schnittige Lappen mit schmallinealen Zipfeln geteilt. Neben«blätter hinfällig. Doldenstiele gehäuft, i 1 cm lang, mit meist4 oder 5 sehr kurz gestielten Blüten. Kronblätter i ver«kehrt«eiförmig, doppelt so lang als die Kelchblätter; diebeiden oberen i 17 bis 20 mm lang und 6 mm breit, rosa,mit dunkelpurpurnem Saftmal, die unteren etwas kleiner,ungefleckt. Frucht i 2 cm lang. Ganze Sprosse mit eigen»artigem, rosenähnlichem Duft. — IV, V, in Mitteleuropa fasstim ganzen Sommer.
Aus der südwestlichen Kapprovinz und dem Süd«li ehen Teil der Kaffernländer; 1774 durch Masson nachEngland gebracht. In Südeuropa viel im Freien kultiviert,im Gebiet besonders als Topfpflanze an Fenstern vonBauernhäusern, auch in abgelegenen Gegenden der Alpen,wie in Obersteiermark, im Inntal, im Oberwallis usw.
6. Pelargonium grandiflcJrum Willd. (= Gerdniumgrandiflorum Andr. non L.). Grossblumiges oderBlumisten«Geraniumj franz.: Geranium des fleuristes.
Halbstrauchig, mit ungeteiltem, unterwärts weich«holzigem, doch nur bis 3 mm dickem, 2 bis 5 dm hohem Stengel;dieser unterwärts mit glänzendbrauner Rinde, oberwärts zer.streut behaart, bald verkahlend. Laubblatter wechselständig,mit 4 bis 10 cm langem Stiel und 5 bis 7 cm breiter, zu »/i bis*/s in 5 stark (die mittleren fast rechtwinkelig) spreizende,gezähnte Lappen geteilter, ± kahler Spreite. Dolden nur 2« oder 3»blütig. Blütenstiele unter der i 4*/« cmlangen Spornröhre 5 bis 15 mm lang. Kronblätter spatelig, die beiden oberen bis 35 mm lang und bis 10oder 15 mm breit, weisslich, rotviolett gestreift, die unteren schmäler und ganz weiss. — V bis Herbst.
Aus dem Kapland 1794 durch Masson nach England gebracht. Jetzt nur noch sehr selten rein inKultur, dagegen sehr häufig in Kreuzung mit P. cucullatum, P. cordatum, P. fulgidum u. a. s »Englische undFranzösische Pelargonien" (Fig. 1620).
Viel häufiger als die reinen Arten werden Bastarde kultiviert. Die künstliche Bastardierung begann,schon vor 1800 und erreichte in den Jahren 1825 bis 1835 ihren Höhepunkt, um nachher wieder abzuflauen
') Lat. rddula = Schaber, Bürste ; in der Zoologie die Reibplatte der Schneckenzunge; wegen derrauh behaarten Laubblätter.
a ) Das echte P. röseum (Andr.) Aiton, das im westlichen Mittelmeergebiet zur Gewinnung desRosenöls feldmässig gebaut wird, ist wahrscheinlich ein Bastard P. graveolens X P. Radula.