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nans. Ausser den ausdauernden, z. T. ± halbstraudiigen bis strauchigen Arten, zu denen sämtliche seft demAnfang des 18. Jahrhunderts bei uns kultivierten Arten gehören, enthält die Gattung auch einjährige (Näheresbei R. Knuth in Engl. Botan. Jahrb. Bd. XLV, Beibl. 103, 1910). — Die meisten Arten zeigen xeromorphe An»passungen wie Sukkulenz (Ausbildung von schleimreichem Wassergewebe im Stengel, der in der Mitte oft dickerist als am Grund, wo er durch Ausbildung eines geschlossenen Cambiumrings innerhalb eines stets vorhan»denen extracambialen Bastrings [Fig. 1617 g] ± verholzt), ferner Umwandlung des Hypokotyls zu einer stärke«reichen Knolle (z. B. bei P. oblongatum, P. gibbosum, P. fulgidum, P. triste u. a.) und starken osmotischen Druck, deru. a. bewirkt, dass abgeschnittene Zweige und Blätter sehr lange frisch bleiben. Das erleichtert die allgemeinübliche Vermehrung der oft sterilen Gartenhybriden durch Stecklinge wesentlich. In Italien soll früher einWettspiel „Far il verde" sehr beliebt gewesen sein, bei dem derjenige Partner verlor, der zu irgendeiner Zeitund an beliebigem Ort ohne ein frischesPelargoniumblatt angetroffen wurde. —
Wohl mit dem gänzlichen Fehlen jedesKnospenschutzes steht die grosse Frost»empfindlichkeit der P elargonien in V erbin»dung. Für einzelne Arten genügt dasUeberwintern in frostfreien Kalthäusern,andere verlangen höhere Wintertempe«raturen. — Die bei vielen Arten (P. in«quinans, P. odoratissimum, P, radula u. a.)sehr verbreiteten Oeldrüsen bestehen auseinem mehrzelligen Stiel und einer köpf«förmigen Drüsenzelle, die korn« undstäbchenförmige Einschlüsse innerhalbdes i gekörnelten Sekrets enthält. Inmanchen Fällen scheint der Zellkern sichaufzulösen. Das Oel sammelt sich zu«nächst unter der äusseren Zellwand an,wird aber bald durch eine später cutini»sierende Membran vom Plasma abge»trennt. Die duftenden Bestandteile desOels sind hauptsächlich die AlkoholeGeramol, Citronellol und Rhodinol. DieOeldrüsen sind nicht nur als Schutzmittelgegen Insekten« und Schneckenfrass, son«dern auch als Verdauungsdrüsen (H e ck e 1inBull.Soc.Bot.deFrance. Bd.XXIII, 1876,pag. 156) und als atmosphärisches Wasseraufsaugende Organe gedeutet worden.
— Die ganzen Pflanzen sind sehr reichan Gerbstoff,wodurch nachW arming,
Westermaier und Volkens die Hygroskopizität erhöht und die Verdunstung vermindert wird. — DieBlattstiele enthalten bei vielen Arten ein markständiges Leitbündel und einen Zylinder aus mechanischemGewebe. Die Blattspreiten sind wie bei vielen anderen Kappflanzen ± isolateral gebaut; Schwammparenchymfehlt fast ganz. — Die Blütenstände sind keine echten Dolden, wie schon die andauernde Entwicklung neuerKnospen zeigt, sondern aus dem ursprünglichen Dichasium hervorgegangene Wickel mit gestauchter Sym»podialachse (nach Wy dl er Doppelwickel). Die starke Dörsiventralität der Blüten, an der jedoch das Gynaeceumnicht beteiligt ist, wird hauptsächlich durch die Ausbildung des der Blütenachse angewachsenen Honigspornsbedingt. Dieser ist sicher demjenigen von Tropaeolum homolog und wird meist als Achsengebilde (Hypanthial«sporn) gedeutet; vgl. Japp, G. Ueber die morphologische Wertigkeit des Nectariums der Blüten des P. zonale.Verh. naturf. Ver. Brünn. Bd. XLVII, 1919. H. Hallier (in Mededeel. Rijks Herb. Leiden, 1921) hält dagegenan der Blattnatur dieser Sporne fest. — Die Blüten scheinen bei den meisten Arten proterandrisch zu sein; P. zonaleist nach Darwin selbststeril. Ueber den Bestäubungsvorgang ist wenig bekannt; bei mehreren Arten wurdenHonigvögel beobachtet. Diese sind wohl die normalen Bestäuber der Scharlachpelargonien, aus deren Kronezuerst das für so viele ornithophile Blüten charakteristische Anthozyan Pelargonidin dargestellt worden ist. —Die ganzen Sprosse sind weniger beweglich als bei den europäischen Geraniaceen; meist sind nur die Blütenstielepräfloral abwärts gekrümmt. Fruchtbau und Samenverbreitung ist ähnlich wie bei Erodium; doch nehmenHegi, Flora. IV, 3. 197
Fig. 1619. Pelargorlium zonale (L.) Aiton. a Habitus, b Kronblatt, c Teil-frucht. d Querschnitt durch die Teilfrucht, e gefüllte Blüten. — P. peltatum (L).Aiton. / Habitus einer Gartenhybride, g Kronblatt derselben.