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4,3 (1924) Dicotyledones : (II. Teil)
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Stoffe, besonders bei den xerophilen Arten. Die Wurzeln enthalten bei manchen Geranium.Arten (z. B. G.sanguineum zu 3°/o) einen Bitterstoff Geraniin, die unterirdischen Teile anderer (besonders der Silvaticum.Gruppe) einen noch nicht näher bekannten kristallinischen Inhaltsstoff. Kalziumoxalat ist in den Staubblätternder meisten Geraniaceen in Drusenform vorhanden, fehlt jedoch anscheinend z. B. bei Geranium argenteum.Ueber den Blütenfarbstoff einer Geranium»Art vgl. Griffiths in Chemical News. Bd. LXXXVIII, 1903 undBerichte der Deutschen Botan. Gesellschaft. XXXVI, 1904, pag. 3959, über ein in der Exine der Pollenkörnervon Geranium vorhandenes und diese stahlblau färbendes Oel die Dissertation von Fischer, Breslau 1890.

_ Gegen Schmarotzer sind die Geraniaceen durch das häufige Vorkommen aromatischer Stoffe undGerbstoffe gut geschützt. Besonders auf Geranium.Arten kommen einige Mehltaupilze (Plasmöpara pusilla[De By.] nur auf ausdauernden Arten, Peronöspora conglomerata Fuckel sowohl auf ausdauernden wie aufeinjährigen Geranium« und Erodium.Arten, Sphaeroth^ca hümuli [DC.] und Erysibe polygoni {DC.]) häufiger vor,von Rostpilzen Uromyces geränii [DC.] auf vielen Arten, Puccinia gerann Corda nur auf G. Robertianum,P. silvatici Karsten nur auf G. silvaticum, P. Morthiöri Körn, auf G. silvaticum und G. macrorrhizum. DieSprossspitzen vieler Geranium.Arten deformieren die Gallmilben Eriöphyes geränii Can. (seltener audi E. do.lichosöma Can.) und die Blattlaus Aphis gerann Can., die Knospen (besonders häufig auf Erodium cicutarium)Eriöphyes Schlechtendäli Nal. Mücken.Gallen sind bei dieser Familie sehr selten.

Von den monographischen Bearbeitungen der Familie sind die grundlegenden von Cavanilles(Dissertationes IV, 1787 und V, 1788) und L'H6ri ti er (Geraniologia seuErodii, Pelargonii, Geranii, Monsoniaeet Grieli historia iconibus illustrata 1787/88, nur z. T. gedruckt) immer noch beachtenswert, die neueste stammtvon R. Knuth (in Englers Pflanzenreich, Bd. IV, 129, 1912).

Aus der mit 27 Arten über den grössten Teil Afrikas und mit 3 Arten auch in Vorderasien ver-tretenen Gattung Monsönia 1 ) L. ist M. biflöraDC. wiederholt in Europa eingeschleppt worden. EinjährigesKraut mit länglich»linealen, i 2 bis 3 cm langen, vorn gezähnelten Laubblättern und kleinen, bläulich.weissenBlüten. Heimat: Im grössten Teil des südlichen und mittleren Afrika bis Abessynien und Erythraea. Adventivbei Berlin (Hetzheide bei Luckenwalde, 1893), bei Solothurn (Kammgarnfabrik Derendingen, 1917) und in England.Linter dem Namen Slangebos wird das Kraut von den Buren gegen Schlangenbiss und Dysenterie gebraucht. Die 6 Arten der nah verwandten Gattung Sarcocaülon 1 ) [DC.] Sweet sind ganz auf die südafrikanischenWüstengebiete beschränkt. Sie sind durch dicke, mit einem Harzmantel umhüllte Stämmchen, verdornendeBlattstiele und Sukkulenz als extreme Xerophyten gekennzeichnet.

Pelargönium s ) Burmann. Geraniu m"); franz.; Geranium (gesprochen om); im Linterwallis * Giragnon.Ausdauernde, seltener einjährige Kräuter, Halbsträucher und Sträucher mit meist ± fleischigen, oft drüsen«haarigen Stengeln und Laubblättern. Laubblätter gegen, oder wechselständig, mit rundlicher bis eiförmiger oderspateliger, ungeteilter bis einfach oder doppelt gefiederter, meist handförmig gelappter, ganzrandiger, gekerbteroder gezähnter Spreite und Nebenblättern. Blüten dorsiventral, in blattachselständigen oder scheinbar blatt.gegenständigen, 2» bis vielblütigen Dolden. Kelchblätter 5, am Grund verbunden; das hintere mit einem langen,dem Blütenstiel angewachsenen, nektarabsondernden Sporn. Kronblätter bei den Stammarten meist 5, bei denKulturformen oft vermehrt, die beiden oberen oft länger und breiter als die unteren und abweichend gefärbt.Von den 10 Staubblättern die 3 vor den unteren Kelchblättern stehenden meist ganz verkümmert, nur 2 bis 7mit Antheren, bei den gefülltblütigen Gartenformen alle verkümmert. Keine Drüsen vor den Staubblättern. Frucht,knoten 5.fächerig, mit von 5 Narben gekröntem Griffel. Fruchtfächer einsamig (von den 2 Samenanlagen nur 1 reifend),mit ihren gefiederten, sich i einrollenden Grannen von der Mittelsäule sich loslösend. Samen ohne Nährgewebe.

Die Gattung ist mit gegen 250 von Harvey auf 15 Sektionen verteilten Arten fast ganz auf Süd.afrika beschränkt. Allein der Südwestteil der Kapprovxnz hat fast die Hälfte aller Arten. Nur 5 reichen bisAbessynien. Eine Art (P. Endlicheriänum Fenzl) wächst im südlichen Kleinasien, Armenien und Nordsyrien,3 sind auf Australien beschränkt. Das in Südafrika weit verbreitete P. grossularioides (L.) Ait. ist auf denNilgiribergen in Vorderindien eingebürgert und auch in Kalifornien eingeschleppt. Die Gattung ist offenbarschon vorhanden gewesen, als Südafrika noch über die Antarktis mit Australien zusammenhing. MehrereArten scheinen sich im Mittelmeergebiet in Macchien, an Mauern, Bahndämmen usw. völlig einzubürgern undwerden in Spanien auch zur Befestigung der Bahnböschungen angepflanzt, so besonders P. zonale und P. inqui.

*) Benannt nach der mit Linn6 befreundeten Anna Monson, die mit Thunberg und Massonim Kapland und in Indien botanisierte.

s ) Von griech. occqS [särx] = Fleisch und xavXo; [kaulös] = Stengel; wegen der dicken, fleischigen Stengel.

*) Griech. nt'kuqyiig [pelargös] = Storch. Der 1738 veröffentlichte Name ist beizubehalten, trotzdemGeraniospermum Siegesb. um 2 Jahre älter und daher von O. Kuntze wieder aufgenommen worden ist,Linni. rechnete die Gattung zu Geranium, und alle Versuche, das im Volk eingebürgerte Geranium oderGranxum durch Pelargönium, Storchschnabel oder Kranichschnabel zu ersetzen, sind erfolglos geblieben.