mittel für Berlinerblau verwendet wurde; ausserdem zur Beseitigung von Tinten« und Rostflecken aus Leinen,zeug, da es Eisenoxyd unter Bildung eines löslichen Doppelsalzes aufnimmt, weiters zum Bleichen von Stroh, Stearin,zum Putzen von Kupfer und Messing, zur Darstellung von Ameisensäure usw. Seit der künstlichen Darstellungder Oxalsäure (CsHsOi) — Scheele wies 1784 ihre Identität mit der aus Rohrzucker und Salpetersäure er«haltenen Säure nach, Gay Lussac entdeckte die Bildung der Oxalsäure beim Schmelzen von Kohlehydraten(Sägespäne aus weichem Holz, aus Abfällen von Pergamentpapier) mit Aetzkali und Aetznatron — hat diePflanze an Bedeutung stark eingebüsst. Plinius und Valerius Cordus nennen sie Öxys föliis ter.nätis, Brunfels u.a. Trifölium acetösum, Bauhin Allelüja (angeblich hervorgegangen aus Juliola,der Benennung der Pflanze in Kalabrien). Die Blätter bilden als „Shamrock" ein heraldisches Emblem im irländischenWappen. Als solches wird die Pflanze öfter von englischen Dichtern besungen und wird auch jährlich am 17. März,am Tage des Schutzpatrons, des heiligen Patricius, am Hute getragen, da der Schutzheilige des Landes durchdieses Sinnbild den Iren das Geheimnis der heiligen Dreifaltigkeit erklärt haben soll. Da Oxalis Acetosella mitder Ausrottung der Wälder verschwand, wird Trifolium repens häufig für den Shamrock gehalten. Im Volks.
glauben (Eifel) heisst esi Wenn die Pflanze reichlichblüht, so bedeutet dies ein nasses Jahr ; wenige Blütenbedeuten das Gegenteil. Das Pflänzdien kann auchals Wetteranzeiger benützt werden (Blattbewegung).
1771. Oxalis stricta L. (= O. ambiguaSalisb.,= O. lutea Steud., = O. Europaea Jord.,= O. cymösa Small, = O. corniculäta L.O. F. Müller, = Öxys lutea Moench, = O.stricta All.). Steif er Sauerklee. Taf. 174,Fig. 5 ; Fig. 1615 und Fig. 1614 d.Ausdauernd, 15 bis 40 cm hoch. Wurzelspindelförmig, braun, dünne, fädliche, fiel»schige, rötliche, im Herbst knollig anschwel»lende unterirdische und beblätterte oberirdi»sehe Ausläufer treibend. Stengel aufrechtoder im unteren Teile aufsteigend, ästig, zer»streut behaart. Laubblätter langgestielt, 3=zählig ;Blättchen verkehrt=herzförmig, ganzrandig,sehr kurz gestielt, spärlich behaart oder fastkahl (Papillen in den Ausschnitten der Spitzefehlend), oberseits grasgrün, unterseits bläulich«grün. Nebenblätter fehlend. Blüten einzelnoder meist in 2» bis 6»blütigen, blattachsel»ständigen, doldenähnlichen Wickeln, 5=zählig(die Endblüte oft 6=zählig), auf ziemlich kurzen Stielen, nach der Blütezeit nicht nach abwärtsgekrümmt. Kelchblätter eilanzettlich, etwa 3 bis 4 mm lang, spitz, bleibend. Kronblätter ver=kehrt=eiförmig, 6 bis 8 mm lang, hellgelb, frühzeitig welkend. Früchte auf aufrecht bis wag»recht abstehenden Stielen, länglich=walzliche, 10 bis 17 mm lange, 5=kantige, einfach und drüsigbehaarte, reif verkahlende, vielsamige Kapseln, aufrecht bleibend. Samen 1 bis 1,3 mm lang,flach, querrunzelig, rotbraun, mit weissem „Arillus". — VI bis X.
Ziemlich verbreitet und stellenweise völlig eingebürgert in ungepflegten Gärten (hieroft ein lästiges Unkraut), in Aeckern, Baumschulen, Kirchhöfen, Kiesgruben, Weinbergen, aufSchutt, an Mauern, zuweilen auch in Gebüschen, Auen (so an der Mur), auf Holzschlägen,Waldblössen, Torfstichen (Hüfinger und Blomberger Torfstich in Baden), in Haferfeldern; fastnur in der Ebene und in der collinen Stufe, selten höher steigend (im Bayerischen Wald amRossberg bei Messnerschlag bei 700 m, bei Trins im Gschnitztal in Tirol bei 1210 m).
Fig. 1615. Oxalis stricta L., verwildert.Phot. Dr. Joh. Mattfeld, Berlin.