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4,3 (1924) Dicotyledones : (II. Teil)
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1653
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1653

Tafel 173.

Fig. 1. Geranium phaeum (pag. 1690). Habitusder var. reflexum.

1 a. Staubblatt mit Nektarien.

1 b. Frucht.

1 c. Kelchblatt von aussen und

1 d von innen.

2. Geranium palustre (pag. 1692). Spross-stück.

2 a. Teilfrucht.

3. GeraniumPyrenaicum(pag. 1700). Spross-stück.

Fig. 3a. Kronblatt.

3 b. Kelchblatt.

4. Geranium dissectum (pag. 1681). Spross-stück.

4a. Kronblatt.

5. Geranium molle (pag. 1701). Habitus. 6. GeraniumRobertianum(pag\l 12). Spross-stück.

6a. Querschnitt durch den Samen.

Samen fliegen bis 1 m weit, was bei der Armut der natürlichen Standorte an Luftbewegung, an Tieren, an tragfähigemRegen« oder Ueberschwemmungswasser für die Pflanzen sehr vorteilhaft ist. Für die Ausbreitung wirksamer ist jedochdie vegetative Vermehrung durch die weithin kriechenden, verzweigten Grundachsen (Fig. 1611 b). Die hartschaligenSamen benötigen zu ihrer Keimung eine kurze Frosteinwirkung; auch das Licht wirkt beschleunigend auf dieselbe.Die Laubblätter von OxalisAcetosella bleiben denganzen Sommer hindurchgrün; Frühjahrsblätter zei«gen ab und zu eine hell«gelbliche oder weisslicheNervatur (Fig. 1611c); nachFriedrich Kanngiesser

(NaturwissenschaftlicheWochenschrift 1913, Nr. 5),sollen Spätfröste, welchedas Chlorophyll zerstören,diese Panaschierung ver»anlassen. Als weitere Ab«normität sind apetale Blütenbeobachtet worden.

Fig. 1614. Oxalis Acetosella L. a Pflanze mit kleistogamen Blüten, b Längsschnitt durch einesolche (Original von Marg. Schmid-Gams). c Chasmogam erzeugte Frucht in voller Nutation ( I ),aus einer Uebergangsbliite hervorgegangene Frucht (2), reife Frucht einer chasraogamen Blüte (3). d Oxalis stricta L. Infloreszenz in Postfloration. e Oxalis corniculata L. Inflores-zenz mit zwei noch nutierenden und einem aufgerichteten Fruchtstiel (Fig. c bis e nach Karl Troll). /, g, h Entwicklung des Fruchtknotens (nach Goebel).

Das frische, zur Blü«tezeit gesammelte Krautwurde früher angewendetin einer Paste als ausser«liches Heil« und Aetzmittel,die getrocknete Pflanze(H6rba Acetos6llae,herba Lujülae, herba Oxä«lldis, herba Trifölii acetösi)als Antiscorbuticum, Em«

menagogum, Stypticum, zu kühlenden Getränken, als Antidot gegen Arsenik und Quecksilber; in den frischenBlättern sind nach Savary 0,31 °/o, nach Berglus bis 1,25°/o oxalsaure Salze enthalten. Im Frühling ge«sammelte Laubblätter dienen als Beigabe zu Spinat, Salat, Kräutersuppen usw. Kinder essen die angenehmsäuerlich schmedeenden Blätter sowie die Grundachse gern zum Durstlöschen. Doch ist zufolge des grossenGehaltes an Oxalsäure ein allzureichlicher Genuss gesundheitsschädlich (Nierenaffektionen) und kann sogartödlich wirken. Die tödliche Dosis beträgt 4 bis 5 Gramm. Als Gegengift verwendet man kohlensauren Kalkoder Magnesia neben Magenspülungen. Mit Zucker eingelegt werden die Blätter für den Winter als Gewürzaufgehoben, mit Zudcer gekocht leisten sie bei Verstopfung gute Dienste; ebenso werden sie auf Wunden ge«legt. Die Homöopathie bereitet aus der blühenden Pflanze eine Essenz. Neuerdings wird das Kraut als gutesHeilmittel gegen Arteriosklerose empfohlen. Technisch diente das Kraut ehedem zur Gewinnung des in seinemSafte reichlich gelösten oxalsauren Kalis, Sauerklee« oder schlechtweg Kleesalz (Oxälium, sal acetos6llae),geheissen, das besonders als Enlevage der Kattundruckerei, in der Wolle« und Seidenfärberei, als Lösungs«