Druckschrift 
4,3 (1924) Dicotyledones : (II. Teil)
Entstehung
Seite
1651
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fleischigen, schuppigen, rötlichen Niederblättern und Laubblattbasen, sowie mit Adventivwurzelnziemlich reichlich besetzten Abschnitten. Laubblätter 3=zählig (kleeartig), lang gestielt, grundständig,unterseits oft purpurrot überlaufen; Blättchen verkehrt»herzförmig, sehr kurz (durch ein Gelenk«polster) gestielt, fast gleichgross, ganzrandig, kahl oder (besonders auf der Unterseite) meistspärlich behaart (Deckhaare anliegend, einzellig, beidendig verjüngt, die des Blattrandes an»gedrückt; Drüsenhaare meist am Blattrande einzellig, blasen» oder keulenförmig). Blattstielbehaart, am Grunde verbreitert, fleischig, reichlich behaart. Nebenblätter klein, eiförmig, spitz,am Grunde mit dem Blattstiel verbunden. Blüten einzeln (genau einblütige Infloreszenz), aufeinem die Laubblätter meist überragenden, spärlich behaarten, in der Mitte oder am Grunde miteinem Paar schuppenförmiger Vorblätter versehenen Stiel, in den Achseln der Laubblättergrundständig. Kelchblätter oval oder länglich=oval, etwa 4 mm lang, stumpf bis abgerundet,aussen und am Rande behaart, innen kahl. Kronblätter verkehrt»eiförmig, 10 bis 25 (30) mmlang, am Grunde oft etwas miteinander verbunden, weiss mit violettroten Adern, am Grundemit gelbem Fleck, seltener rosarot bis bläulich (selten fehlend). Staubblätter 10, die inneren etwa8 mm lang, kürzer als die 5 fadenförmigen Griffel. Fruchtknoten länglich»eiförmig; Narbenbreit kopfförmig. Kleistogame Blüten mit normalen Früchten auf kürzeren Stielen. Fruchteine eiförmige bis breitlängliche, fünfseitige und fünffächerige, etwa 10 mm lange Kapsel.Samen in jedem Fach 2, eiförmig, 2,5 bis 3 mm lang, spitz, längsriefig, hartschalig, anfangsvon einem weissen, fleischigen scheinbaren Arillus umgeben. IV bis V, ab und zu imHerbst zum zweitenmal, kleistogam den ganzen Sommer hindurch blühend.

Sehr verbreitet und meist häufig, oft gemein, an feuchten, schattigen und meist humosenStandorten, besonders in Laub», Nadel» und Mischwäldern, in Gebüschen, Erlenbrüchen, Mooren,auf moderndem Holz, alten Baumstrünken, in der Alpenheide, zuweilen auch epiphytisch aufBaumstämmen, seltener auch auf Kohlenmeilern, auf Schutt und Grus und zwar meist gesellig;von der Ebene bis in die subalpine Stufe (im Wallis bis über 2100 m, in Graubünden imPuschlav auf Alp Fontauna und Alpe di Campo bis 2110 m, in Tirol im Oetztal bis 2120 m) auf»steigend. Auf Kalk wie auf Urgestein.

In Deutschland sehr verbreitet und meist gemein, am Niederrhein und in einzelnen Teilen derNorddeutschen Tiefebene zerstreut, auf den Nordseeinseln ganz fehlend. In Oesterreich verbreitet undhäufig, in den Alpen gemein; in den Südalpen um Rovereto selten und im unteren Sarcatal nicht beobachtet.

In der Schweiz sehr verbreitet und häufig.

Allgemeine Verbreitung: Europa nördlich bis zu den Fär=Öer (fehlt auf Island),bis zumKaafjord in Lyngen, Norrland, Nord=Oesterbotten und Keret=Karelen, südlich bis Spanien,Italien (mit Ausnahme der Inseln), bis zur Balkanhalbinsel und Südrussland; Kaukasus; Sibirien;Japan; Nordafrika; Nordamerika.

Aendert abi 1. rösea Peterm. (= var. cdrnea Kanitz, = var. rosiflöra Evers). Kronblätter bis30 mm lang, lebhaft rosenrot. 1. subpurpuräscens DC. Kronblätter dunkel rosarot bis fast purpurrosamit purpurroten Adern. 1. caerülea (Pers.). Kronblätter bläulich bis blau. Sehr selten. 1. sanguinea(Weihe) (= var. lilacina Rchb., = var. liläcea Schur, = var. purpürea Beck). Kronblätter purpurn bis violett.

var. parviflöra (Lej.) Koch (= O. Acetosella L. d. alpina Schur). Pflanze in allen Teilen kleiner als beimTypus. Blüten 3» bis 4«mal kleiner als beim Typus. Kronblätter nur etwa doppelt so lang als die Kelchblätter.Staubblätter meist nur 5, so lang wie die Kelchblätter. Form der Gebirgswälder.

Oxalis Acetosella gehört dem zirkumpolaren Element an. Die Art zeigt spezielle Anpassungen anschattige, humose Standorte. Die zarten, dünnen Laubblätter gedeihen noch bei */70 des vollen Tageslichts undsenken bei stärkerer Belichtung tagsüber (auch bei Regenwetter) die Blättchen aus der horizontalen Lage um20 bis 70°. Starke Besonnung zerstört das Blattgrün und lässt die Laubblätter absterben; auf Schlagflächenverschwindet deshalb die Pflanze nach kurzer Zeit. Auf die gleiche Weise wie bei intensiver Belichtungerfolgt während der Nacht das Senken der Blättchen (Wärmereiz?). Die Wurzeln zeigen eine endotropheMycorrhxza, ein für das Leben im Humus sehr zweckmässiger Besitz; sie sind ferner kontraktil, sodass ständigdie optimale Wachstumstiefe eingehalten werden kann und ein Ueberdecktwerden durch welkes Laub oderdurch überwachsende Moose dadurch verhindert wird. Am häufigsten erscheint die Art und zwar dann meist gesellig