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4,3 (1924) Dicotyledones : (II. Teil)
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in feuchten, schattigen Laubwäldern (Buchen., Eichen», Kastanien«, Erlenwäldern), in Mischwäldern von Laub, undNadelhölzern, in Nadelwäldern (Fiditen., Tannen, und Pinus montana«, seltener auch in Pinus silvestris.Beständen).Cajander benützt Oxalis Acetosella für die Einteilung seiner Wald.Typen. Reinhold Bolleter hat im Weiss,tannental ein eigenes Oxalidclum Acetoscllae aufgestellt, das er als Nebenverein des AnemonCitum nemorösaebetrachtet. Ausserdem erscheint die Pflanze in Gebüschen von Corylus Avellana, von Weiden.Arten und Pinusmontana, in feuchten, schattigen Schluchten (vgl. Stellaria nemorum. Bd. III, pag. 351), auf der Schattenseitevon Felsblöcken in Wiesen (hier gelegentlich in Gesellschaft von Adoxa Moschatellina), auf alten Baumstrünken,auf moderndem Holz, zuweilen auch epiphytisch auf Bäumen (so auf Acer Pseudoplatanus, Salix sp. und Fagussilvatica beobachtet), ferner in der Alpenheide, im Callunetum, Vaccinietum Myrtilli (dieses ist vom Sauerkleegelegentlich ganz durchsetzt), in den Beständen von Loiseleuria procumbens (bemerkenswert ist hier der hoheLichtgenuss der Pflanze). Auch auf Moorböden (Trockentorf) kommt Oxalis Acetosella gelegentlich vor. Nach

Wangerin (Moore von Westpreussen und Lauenburg,Pommern, pag. 19.8) gehört sie in den Zwischenmoor.Wäldern zu den am weitesten vordringenden Waldpflanzen. Seltenere Standorte sind Strassenränder (an schattigen,humosen Stellen), Hohlwege, nordexponierte Schutthalden,Felsgrus, Felsblöcke.

Die Grundachse bildet bei unserer Art einMittelding zwischen Bodenausläufer und Zwiebel. Die ur.sprüngliche Hauptachse treibt Ausläufer, die in ihrem Ver«laufe eine eigentümliche Verschiedenheit aufweisen.Diese besitzen nämlich an ihrem unteren Ende ge.streckte Stengelglieder und tragen an den Internodlenkleine Schuppenblätter, während an ihrer Spitze dieStengelglieder ganz kurz sind und hier in dichter Reihen,folge tannenzapfenartig hintereinander die mit Reserve.Stoffen gefüllten Blattbasen tragen, die anfänglich ge«stielte Laubblätter aufweisen. Dadurch wird ein Dauerorgangeschaffen,^ das sich von den eigentlichen Zwiebeln da.durch unterscheidet, dass sich diese Dauersprosse gegendie Ruheperiode der Pflanze hin von dieser nicht ab.lösen, sondern mit ihr im Zusammenhang bleiben. ImFrühjahr treiben diese dann an ihrer Spitze meist neueBlattbüschel, während aus den Achseln der Schuppenneue, zuerst verlängerte Seitensprosse hervortreten. Die Blüten sind homogame Honigblumen mit verborgenemHonig; nach Kerner sind sie von 9 bis 6 Uhr geöffnet. Als Saftmahl können die rot.violetten Längsadernund der gelbe Fleck am Grunde der Kronblätter' angesehen werden. Der Nektar wird in 5 Vertiefungen amGrunde der Kronblätter, die durch fleischige, bis'an die Staubfäden reichende Ansätze der Kronblätter gebildetwerden, abgeschieden. Die Narbe überragt bald die Antheren, bald steht sie zwischen ihnen. Insektenbesuch erhalten die Blüten nur selten und zwar meist von Käfern (Melig6thes, Omdlium floräle), von Thrips undFliegen; bei Regen neigen sich die Blütenstiele und die Kronblätter schliessen sich. Nach den normalen Blüten imFrühjahr erscheinen meist sommerüber noch kleistogame Blüten (1860 von Michalet entdeckt) mit bedeutendkürzerem Stiel (Fig. 1611 d, g bis kj 1614 a,'b), sodass diese meist im Moosrasen oder in abgestorbenen Blätternverborgen sind. An der Spitze ist der aus den Achseln der oberen Laubblätter entspringende Stiel hakenförmigumgebogen. Die kleistogamen Blüten sind etwa 2'/« mm lang und gleichen einer geschlossenen Knospe dernormalen Blüte. Die eiförmigen, weissgefärbten Kronblätter überragen die festgeschlossenen Kelchblätter nurwenig. Die Beutel der 5 äusseren, die Hälfte der Länge des Fruchtknotens erreichenden Staubblätter sind reduziert,die der 5 episepalen, an Länge teils den Fruchtknoten erreichenden, teils etwas kürzeren Staubblätter sind bedeutendgrösser. Die sehr kurzen Griffel liegen bald inmitten der Antheren, bald überragen sie dieselben ein wenig. DieZahl der Pollenkörner ist stark vermindert. Die Pollenkörner keimen in den geschlossenen Beuteln; der Pollensdilauchdringt durch die normalen Oeffnungsstellen derselben heraus und zu den kleinen, reduzierten Narben vor. Die zurReifezeit gleichfalls aufrecht stehenden Kapseln sind etwas kürzer und stumpfer als bei den chasmogamen Blüten; diespitzen Fortsätze an der Spitze der Fruchtblätter fehlen. Die normal ausgebildeten reifen Samen werden wie bei denchasmogam erzeugten Früchten fortgeschleudert. Die Hemmungsbildungen beziehen sich also lediglich auf die Aus«bildung der Blüten. Die reifen Früchte säen die Samen bis in den Oktober hinein selbst aus, indem ein fleischiges,äusserlich etwas an den Annulus der Polypodiaceen erinnerndes Spannungsgewebe dieselben beim Oeffnen aus denFächern herausdrückt. Die flachen, in den (auch bei den kleistogamen) aufrecht gerichteten Fruchtkapseln erzeugten

Fig. 1613. Oxalis Acetosella L., im Szwacoschiner Wald,Kreis Dirschau. Phot. PaSchke, Dirschau.