1650
neten Pctalen auf dem verlängerten Blütenboden beruht. Vergrünte Blüten wurden bei O. stricta, apetale häufigbei O. Acetosella beobachtet, hexamere Blüten (K6C6A6 + 6G6) bei O. corniculata. Bei letzterer Art soll dieEndblüte stets pentamer, die seitlichen Blüten dagegen sehr oft tetramer (wenigstens in den äusseren Kreisen)ausgebildet sein. Bei O. Bowiei fand Hildebrand in sonst ganz normalen Blüten einen aus bis zumGrunde getrennten Fruchtblättern bestehenden Fruchtknoten. Stengelverbänderung scheint bei O. crenataausserordentlich häufig Und leicht vererblidi zu sein; die Fasciation kann sich hier sogar bis auf die unter,irdischen Knollen erstrecken. Trikotyle Keimpflanzen werden von O. stricta beschrieben. Durch eine Milbe(Eriophyes oxalidis) werden bei O. corniculata die Blättchen eingerollt, gefaltet und ± gedreht.
1. Krone weiss, rötlich geädert. Oberirdischer Stengel fehlend. . . O. Acetosella nr. 1770.
1*. Krone hellgelb 2.
2. Laubblätter ohne Nebenblätter. Stengel aufrecht oder niederliegend, aber an den Knoten niemalswurzelnd O. stricta nr. 1771.
2°. Laubblätter mit kleinen Nebenblättern. Stengel kriechend, an den Knoten meist wurzelnd.
O. corniculata nr. 1772.
1770. Oxalis Acetosella 1 ) L. (= Öxys Acetosella Scop., = Oxalis alba Gilib.). WalchSauerklee, Hasenklee, Budiampfer, Kuckucksklee. Franz.: Pain de coucou, surelle, oseille,oseille de bücheron ou de Päques, alleluja; engl.: Wood sorrel, shamrock; ital.: Acetosella,alleluja. Taf. 174, Fig. 4; Fig. 1611, 1612, 1613 und 1614a bis c.
Der Name Sauerklee (hin und wieder auch volkstümlich) bezieht sich auf den saueren Geschmack derPflanze, deren Blätter kleeähnlich sind. Fast alle Volksnamen weisen darauf hin, dass die Pflanze gegessen wird
(Vergleich mit Brot, Käse). Sie ist aber hauptsächlich denTieren des Waldes und des Feldes (Kuckuck, Hase) alsSpeise überlassen. Der Kuckuck deutet auch (als Ver»künder des Frühlings!) darauf hin, dass die Pflanze frühblüht. Echte Volksnamen sindi Suurbrod (Nord-westdeutschland), Surmous (Westfalen), Süppli(Zürich), Chäsli (St. Gallen), Chäs und Brot(Graubünden), Chrüz., Schildbrötli (Thurgau),Manna, Schneiderkas, Bampfjakl [bampfen= mit vollen Backen essen] (Niederbayern), Him»mel(s)brod (häufig im Oberdeutschen), Hasen,klee (weitverbreitet), Hase(n)brod (z. B. ale»manisch, thüringisch), Hasenmoos (Westfalen),Hasenkool (Hannover), Kuckucks«, Gugger.brod (weitverbreitet im Ober, und Mitteldeutschen),Gugg er klee (z. B. Oesterreich, Schweiz), Her.gottächlee (Zürcher Oberland), Kuckuckskraut(Eifel), Guggerchrut (Schweiz), Kuckucks,kumst [= .kohl] (Ostpreussen), Kuckuckssalat(Mecklenburg), Kuckucksmous (Westfalen), Gug =gizer, Gugakas (Tirol). Auf den Standort be.ziehen sich Holzklee (Niederösterreich), Busch,klee (Riesengebirge), Buschsauerrump (Glatz),Waldklee (Oesterreich). — Rätoromanische Be«Zeichnungen Graubündens sind pan cuc, pauncucu, chascöl cucu, pan.da.pastur, föglascha, pan da kük (gilt auch für Rumex arifolius).
Pflanze ausdauernd, bis 15 cm hoch, weit«kriechend. Grundachse zart, unterirdisch, hori=zontal kriechend und unbegrenzt fortwachsend,verzweigt, gegliedert, aus längeren, ziemlich
Fig. 1612. Oxalis Acetosella l., mit chasmogamen Blüten. , . , i 1 .. i ..r,.
Phot. b . Haidy, Mainz. dünnen, kahlen und kürzeren, kraftigeren, mit
*) Von lat. acutum = Essig, saurer Wein; im mittelalterlichen Latein bezeichnet acetosa, acceduladen Sauerampfer und Oxalis.