auch bei O. Acetosella) wird die Infloreszenz einblütig j der „Blütenstiel" wird dann durch die beiden Vor»blätter in einen oberen Teil, den eigentlichen Blütenstiel, und in einen unteren Teil, die Blütenstandsachse,gegliedert. Die präfloralen und postfloralen Bewegungen der Blütenstiele, die bereits von Vaucher (1841)und von Darwin (1881) beobachtet wurden, hat neuerdings Karl Troll (Flora. N. F. Bd. XV [1922], pag. 293)eingehend studiert. Diese äussern sich im allgemeinen in einem positiven Geotropismus nach der Blütezeitund in einem negativen bei der Reife. Denn fast bei sämtlichen Arten biegen sich die zur Blütezeit "völligaufgerichteten Knospen nach abwärts und zwar nach der der Abstammungsachse abgekehrten Seite, senkrechtzur Mediane der beiden Vorblätter. Bei O. Acetosella erfolgen diese Krümmungen an 3 Stellen, einmal undzwar am stärksten an der Gelenkstelle der beiden Vorblätter (analog dem basalen Stielgelenk der mehr«blütigen Infloreszenzen), wodurch dann der _ w
obere Teil ungefähr in die horizontale Lage ge» IfjlL 5J
bracht wird, während zwei weitere Krümmun» ^ \ l>7\i
gen im Blütenstiel selbst die Frucht meist über V / A if N /B# ")
die Vertikale hinaus schräg nach innen biegen. C/ V // ra j /^*
Erst bei der Fruchtreife wird diese Lage auf. \\& \j j j «1» fllllfl/
gegeben; der obere Teil des Stieles richtet sidi W I / h Hl I j W I m
vertikal in die Höhe und zwar von einer ge- \ \ N )f \V l'Jy ^ M
wissen Stelle an, die etwas über seiner Mitte wTS \ | f//lyi".) ||/f (Q Ch Ä | ®
gelegen ist. Dadurch gelangen die reifen jjgjjzL \ AI/ / | QWfffQ l /JjK !\ V/1 /V \\
Früchte in eine für die Samenentleerung gün« 4 L 1
stige Lage. Audi bei den kleistogamen Blüten W \ \ 1 IM 1 J Ii'<fHQ)| I
von O. Acetosella richten sich die Fruchtstiele l ; ^
zur Reifezeit unter ganz energischem Wachs» d ^
tum negativ geotropisch auf; allerdings kommen - ^
sie nicht so hoch zu stehen wie die chasmo» ' Jk (r h\ O m
gam erzeugten Früchte, immerhin aber noch JNRS& «M.I \\J I«)
deutlich über das Blattwerk und sind nie» ÄM / ' : pä 1 (J 11
mals gekrümmt. Die „Hemmungsbildungen"der kleistogamen Blüten beziehen sich alsolediglich auf die Ausbildung der Blüte, nichtaber auf jene der Frucht. Bei O. stricta(Fig. 1614 d) krümmen sich die ziemlich kurzenBlütenstiele nach der Blütezeit nicht nach abwärts,sondern bleiben in der Verlängerung des In»floreszenzstieles stehen. Audi die längliche, blitz»ableiter ähnlidie Frucht stellt sich, wie auch ihrStiel stehen mag, vertikal aufwärts. Bei O. cor»niculata senken sich die Blütenstiele postfloral scharf nach abwärts mittels ihres basalen Gelenkes, währenddas apikale Gelenk durch eine noch schärfere Krümmung nach der entgegengesetzten Seite die Frucht in dieaufrechte Vertikallage bringt.
Die ziemlich auffälligen, homogamen Blumen sondern in ihrem Grunde Honig ab. Zahlreicheausländische Arten sind als dimorph (Blüten lang» und kurzgriffelig) oder als trimorph (Blüten lang», mittel»und kurzgriffelig) zu bezeichnen, während andere (darunter auch O. Acetosella) neben chasmogamen auchkleistogame Blüten ausbilden. Nach Bally scheinen die mikrostylen Stöcke zur völligen Blütenentfaltung weitmehr Nährstoffe zu brauchen als die makrostylen. Nach der Befruchtung überwachst die Kapsel manchmal(so bei O. Acetosella und O. stricta) den Kelch, während in anderen Fällen derselbe mit der Kapsel weiter»wächst, oder aber die letztere bleibt so klein, dass sie vom Kelch i bedeckt ist. Die scheinbar mit einemfleischigen Arillus versehenen Samen (Fig. 1611 m) besitzen in der Samenhaut ein besonderes Schwell»gewebe („Schleudergewebe"), das sehr stark gespannt ist. Beim Ausreifen derselben kann deshalb die äussereSchicht dem Drude nicht mehr widerstehen und reisst auf, während die an den Riss grenzenden Ränder deräusseren Hautschicht sich blitzschnell zurückrollen (vgl. Overbeck, F. Jahrbuch für wissenschaftl. BotanikBd. 62 [1923], 258). Dadurch bekommt der eingeschlossene Same einen heftigen Stoss und wird durch den un»mittelbar vor ihn befindlichen Spalt der Kapsel herausgepresst (Fig. 1611 1) und fortgeschleudert. Chemisch ist dieFamilie durch den reichlichen Gehalt an primärem oxalsaurem Kali (KHCaO«) gekennzeichnet (Näheres bei OxalisAcetosella 1); die Knollen einzelner Arten sind reich an Stärke vgl. auch O. crenata pag. 1647).
Als Abnormitäten werden von verschiedenen kultivierten und wildwachsenden Arten gefüllte Blütenerwähnt, die bei O. cernua auf einer Füllung (Petalomanle), d. h. auf einer Vermehrung der spiralig angeord»
Fig. 1611. Oxalis Acetosella L. a Pflanze im Knospenzustand, b Grund-achse. c Panaschiertes Laubblatt, d Kleistogame Blütenknospe, e, / Chas-mogame Blüte, g bis k Kleistogame Blüten mit verschieden starker Re-duktion der Griffel und Staubblätter. I Aufspringende Fruchtkapsel.m Samen mit sich ablösender äusserer Samenhaut, n Schnitt durch denSamen, o Diagramm (Fig. g bis k nach Hildebrand).