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4,3 (1924) Dicotyledones : (II. Teil)
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bildenden Oxalis.Arten sind sehr zahlreich. Bei vielen (hieher gehören die amerikanischen Arten) Arten endigendie Zwiebelachsen immer wieder mit einer Zwiebel. Aus der Hauptachse der Zwiebel entspringt dann einBüschel von Laubblättern, in deren Achseln die Blüten stehen. Nach Abschluss der Vegetationszeit entwickelnsich keine weiteren Laubblätter mehr, sondern es bildet sich am Ende der Hauptachse eine neue Zwiebel.Die Basen der abgestorbenen Laubblätter tragen zu deren Schutz bei. In den Achseln der Zwiebelschuppentreten meistens gestielte oder ungestielte Brutzwiebeln auf. Bei anderen Arten endigt die Hauptadise nichtmit einer Zwiebel, sondern mit einem die Laubblätter, die Blüten und die Brutzwiebeln tragenden, einfachenoder verzweigten Spross. Die Zwiebeln solcher Arten sind einfach und bestehen aus nur wenigen äusseren

Schutz» und inneren Speicherschuppen. Sie entstehen unterirdischentweder innerhalb der alten Zwiebel, wenig oberhalb oder unterhalbderselben. Die ausläuferartigen Seitenzweige der Grundachse sind imunteren Teil langgliederig und tragen nur spärlich kleine Schuppen.blätter; gegen die Spitze zu jedoch stehen in dichter Folge Laubblätter,deren fleischig angeschwollene Basen erhalten bleiben. Diese Sprossebleiben mit der Mutterachse in Zusammenhang und treiben (im Frühjahr)an der Spitze ein neues Blattbüschel, während aus den Achseln derSchuppen neue Seitensprosse entspringen.

Die vegetative Vermehrung geschieht durch farblose, spärlichmit Schuppenblättern besetzte, aus den Achseln der untersten Laubblätter,der Keimblätter oder an irgend welchen Stellen der Wurzeln entspringendeAusläufer, welche im Herbst sich bilden und im Boden überwintern.

Eine Reihe von Arten (darunter auch Oxalis Acetosella undO. stricta) gehören zu den »Sensitiven" ; die Laubblätter führen autonomeBewegungen, sogenannte Schlafbewegungen" aus und sind ausserdemseismonastisch reizbar. Cohn wies 1859 bei O. Acetosella als ersternach, dass dieseismonastische" Bewegung auch durch Anbrennen derBlätter herbeigeführt werden kann, während eine Verwundung eines ein»zelnen Blättchens keine Bewegung des anderen auslöst. Diese Schlafstel«lung wird auch in direktem Sonnenlichte angenommen ; andererseits senkensich die Blättchen beim Herannahen eines Gewitters meist schon durch diediesem vorausgehende Lichtabnahme. Die Blätter sind also auch photo»nastisch, thermonastisch und wahrscheinlich auch (wie dies bei O. strictanachgewiesen wurde) hygronastisch reizbar. Ein direkter Nutzen diesermerkwürdigen Reizbewegungen lässt sich bei O. Acetosella und O.stricta kaum nachweisen. Nach Hildebrand, der einen Zusammen,hang zwischen der Verteilung der Spaltöffnungen am Blatte und denSchlafbewegungen zu konstruieren versuchte, sollen diejenigen Blättchen,die nur auf der Unterseite Spaltöffnungen besitzen, sich nachts senken(so bei O. Acetosella, O. stricta und namentlich nordamerikanischen Arten),während südafrikanische Arten, deren Blättchen nur auf der OberseiteSpaltöffnungen tragen, keine Schlafbewegungen ausführen. Nach neuerenUntersuchungen von Stahl, Goebel, Erban lässt sich jedoch eine Beziehung der Spaltöffnungen zurSchlafbewegung auch innerhalb der Oxalidaceen nicht verallgemeinern, da z. B. die Kotyledonen von Biophytumsensitivum sich nachts nach oben bewegen, obgleich sie auf ihrer Unterseite weit mehr Spaltöffnungen besitzenals auf ihrer Oberseite. Molisch (Berichte der Deutschen Botan. Gesellschaft. Bd. XXII [1904], pag. 372) hat beikultivierten Pflanzen von Oxalis hedysaroides H. B. et Kth. (ebenso bei O. bupleurifolia St. Hill.) eine besonders.schnelle und autonome Blattbewegung beobachtet, welche die auffallendste der bisher bekannten spontanen Varia»tionsbewegungen darstellen dürfte. Denn die Blattspitze führt hier eine Senkung von 30 bis 45° oder einenWeg von V» bis 2 cm in einer oder in wenigen Sekunden aus. Bei O. Acetosella machen die Blättchen einependelartige Schwingung von 20 bis 70° in s / 4 bis 2 Stunden, während bei Desmodium gyrans die beiden Seiten,blättchen, die elliptische Bahnen beschreiben, zu einem Umlauf bei 35° C etwa 85 bis 90 Sekunden benötigen.Bei einzelnen Arten (Fig. 1608 g, h) zeigen die Teilblättchen vor dem Ende des Leitbündels in dem herzförmigenAusschnitt ein deutliches löffeiförmiges Anhängsel, das zahlreiche Wasserspalten aufweist.

Die scheinbar sehr verschiedenartigen Blütenstände lassen sich alle von einem Dichasium, das durchVerzweigung aus den Achseln der Hochblätter gebildet wird, ableiten. Die habituellen Unterschiede der Inflores.zenzen ergeben sich einerseits durch die verschiedene Blütenzahl, anderseits aber durch die verschiedeneLänge der Infloreszenzäste, wodurch Scheindolden und gestreckte Sympodien entstehen. Bei einzelnen Arten (u. a.

Fig. 1610. Oxalis crenata Jacq. Knollen-bildende, nichtblühende Pflanze.