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4,3 (1924) Dicotyledones : (II. Teil)
Entstehung
Seite
1647
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Verschiedene knollenbildende, südamerikanische Arten werden in der Heimal als Wurzelgemüse (dieBlätter auch zu Salat) verwendet) neuerdings empfiehlt H. Lindemuth diese auch zum Anbau in Mittel»europa. Es kommen als solcheSauerklee.Hüben" in Betracht:

O. D^ppei 1 ) Lodd. (= O. escul6nta Dietr., = O. tetraphylla Link et Otto). Ausdauernde, bis2,5 dm hohe, stengellose Pflanze mit einer, selten mehreren, dicken, rübenförmigen, hellen Wurzel und einerZwiebel mit zahlreichen ungestielten Nebenzwiebeln. Laubblätter 4»zählig, lang gestielt; Blättchen verkehrt»herzförmig bis verkehrt»rundlich»eiförmig und dann an der Spitze schwach ausgerandet, meist gestutzt oderabgerundet, bis 5 cm lang, oberseits grün mit purpurbraunen Flecken in der Mitte, unterseits graugrün. Blüten»stände reichblütig, die Laubblätter überragendoder gleichlang. Kelchblätter eiförmig, an der Spitzeetwas ausgerandet. Kronblätter spatelig»3»eckig,kurz genagelt, hellziegelrot bis gelbrot, nach demGrunde zu weiss und dann grün. Heimat: Mexiko.

Ab und zu auch in Gärten als Einfassungspflanzesowie als Topfpflanze (Glücksklee"), ferner derein Gemüse liefernden, rübenförmigen Wurzelnhalber kultiviert und leicht verwildernd. Auf demFriedhof Ruhpoldingin Oberbayern nach Scherzer(1905) angepflanzt. Blüht vom Juni bis zum Herbst,ist aber nicht winterhart. Kommt in 3 Formenvor, in einer langgriffeligen, mittelgriffeligen undin einer kurzgriffeligen Form. O. tetraphyllaCav. nec Link et Otto. Ausdauernde, bis 25 cmhohe Pflanze, der O. Deppei sehr ähnlich,aber die Nebenzwiebeln von der Hauptzwiebeletwas entfernt, am Ende von Ausläufern stehend.

Laubblättchen vorne fast halbmondförmig ausge»randet, behaart. Blütenstengel meist so lang wiedie Laubblätter. Kronblätter hellviolett. Heimat sMexiko. Seit 1827 in Gärten als Einfassungs»pflanze sowie als Gemüse kultiviert. Verwildertleicht, ist aber nicht winterhart. Blüht vom Junibis in den Spätsommer. O. crenäta Jacq.,aus Südamerika. Fig. 1610. Knollen bis 7 cmlang, rosafarbig, weiss oder gelb. Laubblätter3»zählig. Blüten in Dolden stehend. Kronblättergelb, gekerbt. Diese Art ist den AndenbewohnernalsOca" ein wichtiges Nahrungsmittel j die Knollenwerden gekocht, getrocknet oder durch Fäulnisin eine käseartige, ,caya" genannte Substanz, um»gewandelt. Die rübenartigen, nach Salep schmeckenden Knollen enthalten 10 bis 12°/o Stärkemehl, danebenauch Spuren von oxalsaurem Kalk. Die Pflanze ist sehr ergiebig; sie liefert angeblich mehr Knollen als dieKartoffel. In England und Frankreich wird sie seit Jahren mit Erfolg kultiviert. Die Vermehrung der Sauerklee«Rüben geschieht durch die Knollen bezw. Zwiebelchen oder durch Stecklinge. Diese werden im Frühjahr inEntfernungen von 10 bis 15 cm im Freiland gepflanzt. Meistens ist die Ausbildung der Rüben mit derjenigender Knollen (und Zwiebeln) verbunden. Jene zeigen ein weisses, wasserreiches, glasig durchscheinendes Ge*webe und sollen als Wasserspeicher funktionieren.

Die Speicherorgane der Oxalis«Arten lassen sich einteilen in Rüben, Knollen und Zwiebeln. DieRüben sind einfache Verdickungen der Wurzeln; sie zeigen ein weisses, wasserreiches, glasig durchscheinendesGewebe und bilden sich am Ende der Vegetationszeit aus. Die Knollen lassen sich von den bei Oxalis strictavorkommenden Ausläufern ableiten; sie stellen fleischige Verdickungen der Sprossenden dar, welche dichtmit an der Basis fleischigen Schuppenblättern besetzt sind; aber auch die Hauptachse kann dicht oberhalb derKeimblätter fleischig anschwellen und mit den dickfleischig gewordenen Basen der Laubblätter dicht besetztsein. Eine Uebergangsbildung von der Knolle zur Zwiebel durch Aneinanderrücken der relativ grösser ge»wordenen, mit Stärke gefüllten Schuppen ist bei Oxalis Acetosella vorhanden (vgl. pag. 1652). Die Zwiebel

Fig. 1609. Oxalis lactiflora Ld. « Habitus, b Bliitenlängsschnitt.Oxalis tenuifolia Jacq. c Blühender Spross. d Laubblätter (ver-grössert). Oxalis ruseiformis Mikan. e Spross mit Phyllodien./Blute. Oxalis Ortgiesii Regel, g, h Teilblättchen mit löffelför-migen Anhängseln.

') Benannt nach Ferdinand Deppe, geb. in Berlin, gest. in Mexiko, Gärtner in Berlin.