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wächst, und das Rhizobium Beyerinckii, das sidi bei Lupinus, Omithopus und Soja findet. Diese beidenHauptarten können sich gegenseitig nicht vertreten und unterscheiden sidi auch dadurch, dass Rh. radicicolaauf gelatinösem Nährboden gut gedeiht, während Rh. Beyerinckii darauf nicht oder nur sehr schwer zumWachsen zu bringen ist.
Vielleicht müssen auch innerhalb des „Rhizobium radicicola" noch mehrere .biologische Arten"unterschieden werden. Nach R. Krüger (Beiträge zur Kenntnis der Artenfrage der Knöllchenbakterien. Disser.tation. Dresden, 1914) erweisen sich die Bakterien folgender Artengruppen nach der serobiologischen Methodeals-zusammengehörig s a) Lupinus und Omithopus, b) Vicia sativa (nicht aber V. Faba!) und Pisum, c) Trigo»nella, Melilotus und Medicago, d) Trifolium.Arten, wogegen die von Onobrychis, Vicia Faba u. a. sich wiederumals besondere Kiemarten verhalten. Ueber zahlreiche Impf« und Serumversuche berichten die in der II. Ab«
teilung des Zentralblattes für Bakterio«logie erschienenen Arbeiten vonN o b b e und H i 11 n e r (Bd. VI, 1900),Stefan (Bd. XVI, 1905), Rodella(Bd. XVIII, 1907), Zipfel (Bd. XXII,1911), Simon (Bd. XXV, 1914),Vogel und Zipfel (Bd. LIV, 1921) u. a.
Die Stickstoffassimilation derKnöllchenbakterien und die Nutzbar-machung ihrer Stickstoffprodukte durchdie Leguminosen ist für die Landwirt,schaft von allergrösster Bedeutung.Denn die Leguminosen werden durchdiese Symbiose befähigt, auf Stickstoff»armen Böden normal zu gedeihen.Nach ihrem Absterben bereichern sieden Boden mit ihren verwesenden,stickstoffhaltigen Resten und machenihn für nachfolgende Nichtleguminosenfruchtbar. Darauf beruht die „Grün«düngung", die in landwirtschaftlichenBetrieben in grösstem Masse ange«wendet wird. Bei dieser Gründüngungwerden die geeigneten Leguminosenentweder in die Brache eingesät undnach ihrer Entwicklung untergepflügt,oder man sät sie im Frühjahr alsZwischenfrucht zwischen Getreide, wo«bei sie sich meist erst nach der Ab«erntung des Getreides kräftig ent-wickeln. Auch werden schnellwüchsigeLeguminosen nach der Ernte des Ge.treides aufs Feld gebracht und danndie Massen im Herbst oder auch erst im Frühjahr untergepflügt. Vielfach wird dieser Zwischenfruchtbauoder Stoppelfruchtbau auch so angewendet, dass man namentlich bei Klee die oberirdischen Pflanzen,massen der Leguminosen zu Futterzwecken aberntet und nur die Wurzeln und Stoppelrückstände zur Boden,bereicherung ausnützt.
Auch hat man beobachtet, dass schon zu Lebzeiten der Leguminosen die danebenwachsenden Nicht«leguminosen in ihrer Stickstoffernährung günstig beeinflusst werden. Auf dieser Beobachtung beruht namentlichim Forstbau die Methode zwischen junge Pflanzensämlinge ausdauernde Leguminosen, vor allem perenierendeLupinen und Ginster als sogenannte „Ammen" zu bauen. Man kann infolgedessen nicht selten im Walde injungen Pflanzungen derartige Lupinen antreffen.
Nicht in allen Fällen sind im Boden die für die zu bauenden Leguminosen am besten geeignetenBakterien von vorneherein enthalten. Infolgedessen wurde von Hiltner und Nobbe ein Verfahren emp.fohlen, das Leguminosensaatgut vor der Aussaat mit Reinkulturen von besonders wirksamen Knöllchenbak»terien zu impfen. Diese Knöllchenbakterien kommen unter der Beizeichnung „Nitragin", „Azotogen" usw. inden Handel und bewähren sich namentlich in jenen Fällen, in welchen der Boden arm an geeigneten Knöllchen«
Fig. 1282. a Querschnitt durch das Ende eines Blütensprosses von Vicia Cracca L.1 bis 6 Querschnitte der Laubblattspindeln. N 1 bis 6 die zugehörigen Nebenblätter.If — Iniloreszenzen in der Achsel von 4 bis 6. B — Blüten. — Trifolium pratenseL. b Querschnitt durch den Sprossgipfel. Bezeichnungen wie bei a. Hauptachse nichtsichtbar, c BlUtenanlage. K = Kelch, Ka = abaxiales, im Wachstum gefördertesKelchblatt, F= Fahne. Fl = Flügel. Sek = Schiffchen. St = Staubblätter. Cp = Frucht-knoten (nach K. Goebel).