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4,3 (1924) Dicotyledones : (II. Teil)
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10. Hülse in einsamige Glieder zerfallend (Gattungen Ornithopus, Coroni'lla, Hippocr6pis, Hedy«sarum, Desmödium, Lesped^za) oder eine einsamige, mit Fortsätzen versehene (Onobrychis) oder vielsamige(Arächis, Scorpiürus) Sdiliessfrudit. Tribus Hedysäreae.

10*. Hülse aufspringend oder eine einsamige, glatte Sdiliessfrudit 11.

11. Fruchtknoten meist ohne Diskus. Samen meist klein (Ausnahme s Lupinus). Laubblätter stetsmit Endblättchen. Stengel nie klimmend oder windend 12.

11*. Fruchtknoten oft mit Diskus. Samen meist gross, mit sehr reduziertem Endosperm. Endblättchenoft umgebildet. Stengel oft kletternd oder windend 16.

12. Zwei» bis dreiachsige Halbsträucher, Sträucher und Bäume, seltener zweiachsige Kräuter. Laub«blätter 3» bis mehrzählig gefingert, ungeteilt oder ganz verkümmert, stets ganzrandig, ohne Drüsenhaare undSekretbehäher. Meist alle 10 Staubfäden verwachsen. Tribus Genisteae mit den Hauptgattungen Crotaläria,Lupfnus, Argyrolöbium, Labürnum, Cytisus, Ülex, Genista, Sarothämnus, Genistella, Spärüum.

12* Drei» bis vierachsige Kräuter und zwei» bis dreiachsige Holzpflanzen mit meist anders gestaltetenLaubblättern. Das oberste Staubblatt meist frei 13.

13. Blättdien 3, meist ± gezähnelt, ohne Sekretbehälter, aber mit mikroskopischen Drüsenhaaren.Kräuter mit stets wohl entwickelten Nebenblättern. Tribus Trifolieae mit den Gattungen Onönis, Trigon£lla,Melilötus, Medicägo und Trifolium.

13*. Blättdien meist mehr als 3, ganzrandig und ohne Drüsenhaare, aber zuweilen mit Sekret,behältern 14.

14. Die untersten der meist 5 Blattchen an die Stelle der verkümmerten Nebenblätter gerückt undsolche vortäuschend (Lötus, Dorycnium) oder mehr Blättdien und dann das endständige meist viel grösser alsdie andern (Anthyllis). Tribus Löteae.

14*. Laubblätter meist mit zahlreichen gleichartigen Blättdien, zuweilen audi mit Stipellen. Neben»blätter meist wohl entwickelt 15.

15. Kräuter und Holzpflanzen mit meist klappig aufspringenden Hülsen. Tribus Gal£geae mitden Hauptgattungen Indigöfera, Amörpha, Psorälea, Galega, Wistäria, Robinia, Colütea, Caragäna, Astrdgalusund Glycyrrhiza.

15*. Tropische Bäume mit nicht aufspringenden Früchten. Tribus Dalbergieae mit den Haupt»gattungen Dalb^rgia, Pterocärpus, Andira und Dipteryx.

16. Mittelstreifen der Laubblätter an den Fiedern ohne Nebenblätter, in eine Ranke oder Stachel»spitze auslaufend. Tribus Vicieae mit den Hauptgattungen Ci'cer, Vicia, Lens, Läthyrus und Pisum.

16*. Mittelstreifen der Laubblätter an den Fiedern oft mit Nebenblättern, nie mit Ranke oder Stadiel»spitze, dafür der Stengel oft windend. Tribus Phaseöleae mit den Hauptgattungen Phasöolus, Glycine,Vigna, Dölichos, Physostigma und Erythrina.

Die Leguminosen sind mit etwa 12000 auf zirka 500 Gattungen verteilten Arten die zweitgrössteund zugleich eine der natürlichsten Blütenpflanzenfamilien, trotz der Tatsache, dass es ausser in der Anheftungder Samenanlagen kaum ein wirklich allen zukommendes Merkmal gibt. Sie schliessen sich dicht an dieTribus Chrysobalanoideae der Rosaceae an, ohne ihrerseits zu weiteren Familien überzuleiten. In der mitt»leren (Gault) und oberen Kreide Nordamerikas sind schon alle 3 oft als eigene Familien bewerteten Unter»familien vertreten und aus dem Miozän sind zahlreiche Arten aus fast allen Tribus von Unger, Heer u. a.beschrieben worden und zwar audi aus Mitteleuropa solche aus heute daselbst fehlenden Tribus (wie Mimosoideae,Caesalpinioideae fallein aus der Schweizer Molasse 38 Arten!), Sophoreae, Dalbergieae und Phaseöleae). Heutekönnen nur noch Vertreter der Genisteae, Trifolieae, Loteae, Galegeae, Hedysareae und Vicieae als in Mittel»und Nordeuropa wirklich einheimisch gelten. Als die ältesten sind einerseits die Mimosoideen zu betrachtenund andererseits von den Caesalpinioideen und Papilionaten die Gruppen mit vorwiegend bäum» und Strauch»förmigen Vertretern wie die Sophoreen, Genisteen und Galegeen, an die sich die Trifolieen, Loteen undHedysareen anzuschliessen scheinen und die Dalbergieen, von denen die Vicieen und Phaseoleen abstammendürften. Die Zuweisung der fossilen Reste ist naturgemäss vielfach unsicher und daher auch die Herkunft dereinzelnen Gruppen, von denen vielearktotertiäre Disjunktion" zeigen, noch unbekannt. Heute sind dieLeguminosen über alle Erdteile mit Ausnahme der Antarktis verbreitet. Selten sind sie nur auf Neuseelandund in der Arktis, wo keine Art den 80.° nördlicher Breite erreicht. Die Hauptverbreitung der Mimosoideenund Caesalpinioideen fällt in die Tropen der alten und namentlich auch der neuen Welt, desgleichen die derbaumförmigen Papilionaten, während die Mehrzahl der krautigen den gemässigten Zonen angehört. Eineneuere Uebersicht über die Leguminosengattungen und ihre geographische Verbreitung gibt Louis Capitaine(Bude analytique et phytogeographique du groupe des L^gumineuses. Bulletin de Geographie botanique.Bd. XXIII, 1913), eine Zusammenstellung der umfangreichen Literatur über die Anatomie und eine Uebersichtüber die daraus sich ergebenden Verwandtschaftsverhältnisse der Papilionatentribus Emma Jacobsson»