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Digitalis purpurea Linn.
Tafel 27.
Zweijährig mit einfachem, aufrechtem Stengel; Blätter eioblong bis oblong, am Grunde in den Blattstielverschmälert, an der Spitze stumpflich, die oberen sitzend, runzlig, gewöhnlich beiderseits, aber unterseitsstets dichter behaart; Traube verlängert, einseitswendig; Kelchzipfel eilanzettlich; Blumenkrone aussenkahl, nach oben glockig erweitert, purpurroth, innen weiss gefleckt.
Digitalis purpurea Linn. Spec.pl. ed. I. 621; Plenck, Abbild, t. 506; Fl. Dan. I. t. 74; Lam. Encycl.t. 525; Gärtn. Fr. I. t. 53; Engl. Bot. XIX. t. 1297; Rousseau, Bot. 27; Hayne, Arzneigew. I. t. 45;TVoodv. Med. t. 78; Steph. and Church. Med. pl. t. 18; Brandt und Ratzeb. Giftgew. t. 12; Guimp.und Schlecht. Arzneipfl. t. 7; Nees, Düsseid. Abb. t. 154; Dietr. Fl. Boruss. XI. t. 762; Baxt. Br.Bot. II. t. 113; Lindl. Monogr. t. 2; G. F. W. Mey. Fl. Hannott. II. t. 1; Koch, Syn. 518 und vieleandere deutsche Floren; Benth. in D C. Prodr. X. 451; Reichenb. Icon. Fl. Germ. XX. t. 1688; Bergund Schmidt, Darst. und Beschr. t. XX/ 6 / Bentl. and Trim. Med. pl. t. 195; Ledeb. Fl. Ross. III. 228;Godr. et Gren. Fl. Fr. II. 602; Willk. et Lange, Fl. Hisp. II. 589; Asa Gr. Syn. Fl. I. suppl. 438 ;Flüchig. and Hanb. Pharmacogr. 422; Flück. Pharmacogn. ed. III. 669.
Digitalis tomentosa Lk. et Hffmegg. Flor. Portug. 220. t. 29.
Rother Fingerhut; französisch: Digitale; englisch: Foxglove.
Die Keimpflanze erzeugt im ersten Jahre eine grössere oder kleinere Blattrosette, die im zweiten Jahreden Stengel austreibt.
Die Wurzel steigt senkrecht hinab, sie ist bis zu 0,3 m lang und oben gewöhnlich rübenförmig an-geschwollen; hier und da verzweigt sie sich und bringt auch zuweilen im zweiten Jahre eine neue Blatt-rosette hervor, so dass die Pflanze eine Neigung zum Ausdauern verräth; sie ist dicht mit verästeltenFaserwurzeln besetzt.
Der Stengel erreicht eine Höhe bis 2, selten sogar bis 3 m und hat einen Durchmesser von 1—3 cman der Basis; er ist durch die hervortretenden Blattspuren unregelmässig fünfkantig, kurz weichhaarig,zuerst einfach, doch treibt er nach dem Abblühen nicht selten aus den unteren Blättern einige im Spät-sommer blühende Äste.
Die Blätter sind spiralgestellt; die der Grundrosette können eine Länge von 60 cm und eine in derMitte der Spreite gelegene grösste Breite von 17 cm erreichen, sie sind eioblong, am Ende stumpflich, amGrunde in den oft die Hälfte des ganzen Blattes messenden dreikantigen, geflügelten Blattstiel ver-schmälert; die Stengelblätter werden allmälig kleiner, wobei sich der Blattstiel so weit verkürzt, dass sieschliesslich sitzend sind, sie sind auch gewöhnlich schmäler, eilanzettlich oder oblong-lanzettlich; die Blatt-spreite ist am Rande gekerbt; jede Kerbe endet in eine gelbliche Drüse, die später ein schwarzes Spitzchendarstellt, sie wird jederseits des Mittelnerven von 4—7, ebenso wie das Adernetz, oben eingesenkten,unten stark vorspringenden Nerven durchzogen; indem sich zwischen den Maschen die Blattsubstanz nachoben verwölbt, wird die Fläche runzlig; sie ist oberseits dunkelgrün, matt und kurz weichhaarig, wirdaber in der Cultur fast kahl, unterseits ist sie hellgrün und dichter behaart, zuweilen fast filzig, die Haaresind einfach und gegliedert, sehr spärlich finden sich Köpfchenhaare.
Der Blüthenstand ist eine einseitswendige Traube, die bis 1 m Länge erreicht, gewöhnlich abernur 20—30 cm misst; die unteren Deckblätter sind eilanzettlich und kleinlaubig, zugespitzt, ganzrandig undparallelnervig, die oberen werden allmälig kleiner und lanzettlich bis pfriemlich; Vorblättchen fehlen.Die Blüthenstielchen sind 1—1,5 cm lang und 1 mm dick, sie steigen schräg auf und sind wie die starkgestreifte Spindel weichhaarig.