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1 (1893) Die Sympetalen
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Die Frucht haben wir nicht gesehen, sie soll aus 4 elliptischen, röthlichbraunen, eingedrückt punk-tirten Nüsschen bestehen.

Als Heimath der Pfeffer münze findet man gewöhnlich England genannt; gegenwärtig wird sie invielen Gärten gebaut; im grossen wird sie in England, Deutschland, Frankreich, Russland, besondersaber in Nordamerika und Japan cultivirt.

Sie blüht vom Juli den ganzen Sommer hindurch.

Anmerkung. Der neueste Monograph der Gattung Mentha Briquet sieht mit F. Schultz unsere Pflanze für einenBastard von 31. aquatica L. X M. viridis L. an; sie ist nur zum Theil identisch mit M. piperita Linn., die wenigstens nachden Original-Exemplaren in seinem Herbar eine Subspecies von M. aquatica L. ist ( M. aquatica L. subsp. Bakeri Briq.).Ihm zufolge findet sich die Pfeffermünze wild hier und da in ganz Europa und ist (wenigstens in der Subspec. citrata Ehrli.)heute in den Chilenischen, Peruvianischen und Bolivianischen Anden bis zu 2000 m über dem Meere vielfach verwildert.Für die frühzeitige Verbreitung dieses Bastardes durch die Cultur spricht der Umstand, dass 'sie bereits durch Todten-kränze aus den Mumiengräbern in Ägypten für das Jahr 1000 v. Chr. constatirt worden ist, wo wenigstens heut weder dieeine noch die andere der Stammarten vorkommt.

Die Pfeifermünze wird in grosser Ausdehnung in Nordamerika und England, auch in Japan angebaut,kleinere Mengen produciren Frankreich, Russland und Deutschland. Die Culturformen, welche in denverschiedenen Ländern gebaut werden, und welche man überall durch Ableger fortpflanzt, sind nicht ganzgleich, liefern auch ein etwas verschiedenes Öl. In Deutschland ist der Pfeffermünzbau vorzüglich in derNähe von Cölleda zu Hause. Man benutzt die gebrochenen Blätter als Folia Menthae piperitae. Die Haupt-menge der Droge dient zur Darstellung des ätherischen Öles, Oleum Menthae piperitae, dessen wichtigsterBestandtheil das Menthol ist.

Erklärung der Abbildungen.

Fig. A. Der obere Theil eines Stengels nach einem im Uni-versitätsgarten zu Berlin cultivirten Exemplare.

Fig. JB. Die Blüthe der weiblichen Form, 8mal vergrössert:a. der Kelch; b. die Blumenkrone; f. der Griffel;g. die Narbe.

Fig. C. Der Kelch vorn aufgespalten und ausgebreitet, lOmalvergrössert.

Fig. D. Die Blumenkrone ebenfalls vorn längs aufgespaltenund ausgebreitet, lOmal vergrössert: c. Staubgefäss.

Fig. E. Das Staubgefäss von vorn und von hinten gesehen,20mal vergrössert.

Fig. F.G. Pollenkörner, trocken und in Wasser, 300mal ver-grössert.

Fig. H. Das Stempelpolster und der Stempel, lOmal ver-grössert: d. das Stempelpolster; e. der Frucht-knoten.

Fig. I. Der untere Theil des vorigen, 12mal vergrössert:h. die Samenanlage.

Mentha silvestris L. var. crispa Benth.

Tafel 20.

Krautig mit aufrechten, vierkantigen von zurückgebogenen Haaren rauhen Stengeln; Blätter kurzgestielt oder halb stengelumfassend, rundlich eiförmig, kurz zugespitzt, am Grunde abgerundet bis herz-förmig, krausgefaltet, scharf und grob gezähnt, beiderseits, aber dichter unterseits behaart; Blüthenstandam Grunde unterbrochen, oben dicht, verlängert ährenförmig; Kelch fast kahl, nur an den Zähnen be-wimpert.

Me?itha silvestris Linn. var. crispa Benth. in DG. Prodr. XII. 167.

Mentha aquatica Linn. var. crispa Bentli. in Berg. u. Schmidt, Darst. u. Beschreib. XXIII' 1 *).

Der Bau und die Sprossverhältnisse der Grundaxe sind wie bei der vorhergehenden.

Der Stengel ist 5060 cm hoch und 23 mm dick, er ist unten einfach, krautig, in der Bliithen-region verästelt, behaart, die Haare sind zurückgebogen, an den Kanten stehen sie dichter; die Ästeerreichen die Stengelspitze nicht, sind unverzweigt und laufen in einen Blüthenstand aus.

*) Da in den verschiedenen pharmacognostischen Werken mehrere verschiedene Pflanzen unter dein Namen Krause-münze abgebildet sind, so haben wir darauf verzichtet, die Litteratur ausführlicher anzugeben, zumal es oft schwer ist,aus jenen die Pflanzen richtig zu bestimmen.