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1 (1893) Die Sympetalen
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55
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Lange, Fl. Hisp. II. 395; Hook. fil. Fl. Br. Ind. IV. 647; Fluch, and Hanl. Pharmacogr. 432; Flüch.Pharmacogn. ed. III. 722.

Mentha piperita L. var. officinalis Sole, Menth. Brit. 15. t. 7; Bah. On Engl, mints. 58 \ Briquet Lab.alp. mar it. 71.

Mentha viridi X aqüatica F. Schultz in Flora 1854. p. 227.

Mentha viridi X citrata F. Schultz in Poll. XII. 31.

Mentha silvestris var. piperita lleichb. Icon. XVIII. 48. t. 83.

Pfeffermünze; französisch; Menthe poivre; englisch: Peppermint.

Alis einer unterirdischen bis 4 mm dicken, stumpfvierkantigen, verholzten, aussen schwarzbraunen,kriechenden Grundaxe entwickeln sich ähnlich gestaltete, zuerst weisse, dann violette Ausläufer, dieschliesslich über die Erde treten und zu beblätterten Stengeln werden. Jene sind an den Knoten mitkreuzgegenständigen, weissen, 12, höchstens bis 4 mm langen, oblongen Niederblättern versehen, die all-mählich an den beblätterten Stengeln in Laubblätter übergehen; aus den Knoten treten über den Nieder-blättern die Ausläufer hervor, ausserdem sind an ihnen ringsum die 520 cm langen, weissen, einfachen,seltener verzweigten, manchmal am Ende knollig verdickten, faserigen Wurzeln befestigt.

Der Stengel wird 0,60,9 m hoch, er ist vierkantig, unten einfach, nur in der Blttthenregion ver-zweigt, dunkelgrün, oft purpurroth überlaufen, kahl oder an den Kanten, seltener auch auf den Flächenmit kurzen, zerstreuten, abstehenden Haaren bekleidet; die in Blüthenstände auslaufenden Aste erreichendie Spitze der Hauptaxe nicht.

Die Blätter sind kreuzgegenständig; der Blattstiel wird höchstens 1 cm lang, er ist oberseits flachrinnig, kahl oder spärlich behaart, an den oberen Blättern ist er kürzer, wirklich sitzend sind aber nurdie Deckblätter der Halbquirle; die Blattspreite ist gewöhnlich 36, zuweilen aber bis 8 cm lang undunterhalb der Mitte 1,22, selten bis 2,5 cm breit, sie wird jederseits des Mittelnerven von 56 (47),oben eingesenkten, unten vorspringenden Seitennerven durchzogen und ist scharf gesägt, im unterstenTheile nicht selten aber ganz randig, entweder ist sie kahl oder mit spärlichen, hyalinen Härchen, be-sonders auf den Nerven unterseits bestreut und mit sitzenden Drüsen auf beiden Seiten versehen; sie istdunkelgrün, die Nerven sind häufig auf der Unterseite violett.

Der Bliithenstand wird aus 67, selten mehr Paaren von Halbquirlen zusammengesetzt, derenunterste von einander entfernt stehende von Laubblättern, die oberen genäherten bis ährenförmig gedrängtenvon allmählich verkleinerten, mehr häutigen Hochblättern gestützt werden; die Halbquirle sind gestieltund bestehen jederseits der Mittelblüthe aus 68 wickelig verbundenen, kurz gestielten Bliithen; dieDeckblättchen sind 12,5 mm lang, pfriemlich, zugespitzt und an der Spitze gewimpert.

Die Blüthen sind gynodioecisch*) in der Weise, wie wir bei Thymus genauer auseinander setzen werden;da fast nur die weiblichen Exemplare cultivirt werden, an die sich auch unsere Beschreibung hält, so sinddie Früchte nur äusserst selten beobachtet worden; die Bliithen fallen meist unmittelbar nach dem Aufblühenab. Der Kelch ist 3,54 mm lang und im oberen Drittel in 5 nahezu gleiche, zugespitzte Zähne getheilt;er ist zehnnervig, auf beiden Seiten kahl, an den Zähnen gewimpert, und aussen drüsig punktirt; er istgrün und an den Spitzen der Zähne dunkel purpurroth. Die Blumenkrone ist 4,55 mm lang, imoberen Viertel vierlappig; die Oberlippe ist ein klein wenig grösser, als die übrigen Zipfel, sie ist wieder Mittellappen der Unterlippe ausgerandet, innen und aussen ist sie kahl; die Röhre ist weiss, die Zipfelsind bläulich lila. Staubgefässe sind 4 vorhanden, die am Schlünde angeheftet sind; ihre Grösse istmu- sehr unwesentlich verschieden und'beträgt noch nicht 1 mm; von dem auf den unfruchtbaren, ellip-tischen Staubbeutel die Hälfte kommt.

Das weissliche, schwach vierlappige Stempelpolster misst mit dem Fruchtknoten 0,70,8 mm,der Griffel ist 4 mm lang, er ist fadenförmig und hat eine kaum 1 mm lange, zweispaltige Narbe mit un-gleichen Schenkeln.

*) Über die Best'äubungsverhältnisse und die Geschlechtervertheilung der Labiaten vergl. die sorgfältige Arbeit vonAug. Schultz in Bibliotheca botanica Heft 10, 17 u. s. f. Cassel 1889/90.