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den Kelchgrund; er wird von 8—10 wenig vortretenden Rippen durchzogen und ist kahl; die zwei Fächerliegen in der Symmetrieebene und enthalten an halbcylindrischen Samenleisten sehr viele äusserst kleine,horizontal gestellte, anatrope Samenanlagen. Der Kelch ist 4—5 mm lang, die Kelchblätter sind schmalpfriemlich, lang zugespitzt und werden von einem Nerven durchlaufen, sie sind kahl. Die Blumen-krone misst 5—7 mm; sie ist deutlich zweilippig, blassblau, die Röhre ist heller, aussen kahl, innenvon der Basis bis zum Schlünde behaart; die Lappen der Oberlippe sind lanzettlich, zugespitzt, gerade,die der Unterlippe sind eiförmig, kurz zugespitzt, an beiden Seiten des Mittellappens ist eine gelblicheSchwiele, die nach unten in einen blasseren Streifen ausläuft. Die 5 Stanbgefässe sind neben derBlumenkrone eingefügt, sie sind 5 mm lang, erreichen also den Röhrenschlund der Krone, sie sind amGrunde etwa 1 mm hoch frei, dann zu einer Röhre verbunden; die Staubfäden sind verbreitert, sehr feingewimpert, blassbläulich; die Staubbeutel neigen sich nach unten (in der Blüthenstellung), daher sind dieoberen etwas grösser (2 mm lang), als die beiden unteren (1,5 mm) ; sie sind dunkel blaugrau, die oberenauf dem Rücken fein weiss behaart, die unteren an der Spitze weiss bebärtet. Die Pollenkörner sindelliptisch, dreifächrig und dreiporig. Der Griffel ist 4 mm lang, weiss, in der Nähe der Narbe voneinem Kranze weisser Haare umgeben.
Die Frucht ist eine 8—10 mm lange, 4—7 mm im Durchmesser haltende, häutige, umgekehrt eiförmigeKapsel, die von dem Kelche gekrönt wird; sie springt zwischen den Kelchblättern zweiklappig fach-theilig auf; die kurzen, gerundet trapezoiden Klappen tragen in der Mitte die gespaltene Scheidewand.
Der Same misst 0,6—0,8 mm in der Länge und hat eine Breite von 0,3—0,4 mm; er ist goldigbraun und schimmert, die Oberfläche ist netzgrubig; die Keimblätter sind so lang wie das Würzelchen.
Das Lobeliakraut findet sich auf offenen, ziemlich trockenen Wiesen, Weiden und Heiden in Nord-Amerika, von der Hudsons-Bay bis zum Saskatshewan, und von dieser Linie südlich bis Georgien undArkansas.
Man benutzt in der Medicin die blühende, von der Wurzel befreite Pflanze. Die Droge vHerbaLobeliae« stammt hauptsächlich aus New-Lebanon (Staat New-York). Die Pflanze enthält ein giftigesAlkaloid.
Erklärung der Abbildungen.
Der obere Theil einer im Berliner Universitäts-Garten cultivirten Pflanze; natürliche Grösse.
Fig. A. Eine Bliithe von der Oberlippe aus betrachtet,3mal vergrössert.
Fig. B. Eine Blüthe im Längsschnitte, 3y 2 inal vergrössert:a. der Fruchtknoten; b. der Kelchgrund; c. derKelch; d. die Blumenkronenröhre; e. die Staubge-fässröhre; /. der über den Kelch hervorragendefreie Theil des Fruchtknotens; g. der Griffel; h. dieNarben.
Fig. C. Die Blüthe ohne Kelch und Blumenkrone: b. dieStaubfäden; c. die Staubbeutel.
Fig.
D.
Fig.
E.
Fig.
F.
Fig.
G.
Fig.
H.
Fig.
I.
Fig.
K.
Fig.
L.
Fig.
M.
Pollenkörner, c. 300fach vergrössert, in Wasser undLuft.
Der Fruchtknoten mit dem Griffel und der Narbe,4mal vergrössert.
Die noch geschlossene Narbe, von dem Kranze der
Fegehaare umgeben, von oben gesehen, 8mal vergr.
Dieselbe von unten gesehen.
Die Frucht, 2mal vergrössert.
Dieselbe im Querschnitte, 3mal vergrössert.
Der Same, natürliche Grösse.
Derselbe, 25mal vergrössert.
Derselbe im Längsschnitte.
Berg u. Schmidt, Officinelle Gewächse.