524 Liehen islandicus. Isländisches Moos.
Liehen islandicus L. Isländisches Moos. Renn-thiermoos.
Diese Flechte, welche nur selten aus Island zuuns gebracht, sondern häufig in Deutschland ge-sammelt wird, und da in grolser Menge auf Stei-nen, Erdbrüchen, in Wäldern zu finden ist,bildet sehr verschieden geformte, platte, breite,ausgezackte Blätter, welche oben mehr gerade,glatt und grau, unten mehr weifs, trocken, zähesind. Von dem Lappländischen soll unser Moossich dadurch unterscheiden, dafs die Blätterrän-der mit kleinen Spitzen, wie mit Augenwimpern,besetzt sind. Geruch besitzt es gar nicht. VonGeschmack ist es schleimicht, ganz gelinde zu-sammenziehend und angenehm bitter. Es ent-hält über die Hälfte seines Gewichtes einen schlei-migen Stoff, der sehr nahrhaft ist. In den ver-lassenen Gegenden des Nordens hat man es auchwohl zu Brod verbraucht. Bev uns benutzt manes blofs als Arznei, wo zu nähren und zu stärkenist, Kräfte zu heben und zu ersetzen sind, wennsie durch schwere Krankheiten geschwächt, oderverloren waren; auch allenfalls nur wo manSchleim zu ersetzen und Schärfe zu umhüllen hat,Gegenanzeigen sind Kraftüberflufs, Yollsaftigkeit,entzündlicher Zustand, ßey trägem Stuhlgangegiebt man es nicht gerne. Man braucht es amliebsten im koncentrirten Absude. Pulvern lälstsich es nur mit gröfster Mühe. Man verbindetoft China, Bittersiifs, Iiascarilie, Huflattig u. dgl.mit demselben. Aus den vielen Krankheiten,
worin