Kirschlorbecr.
521
tem Stoffe beladener Darmkanal, heftige Fieber-reize, grolse Abmagerung. Auch ist es gegenallzu weit gediehene, veraltete Verstopfungen dochunwirksam. Die Gabe ist dreyfsig bis vierzigT topfen steigend bis zu sechzig und achtzig, täg-lich drey - bis viermal. Man giebt es allein, odermit andern auflösenden Mitteln, Salzen, bitternExtrakten u. s. w. Ausgezeichnet gute Wirkun-gen leistet es in folgenden Krankheiten;
1) In der Hypochondrie und Hysterie,wenn die Konstitution atrabilärisch, der Unter-leib aufgetrieben, doch weich, das Gesicht blals-gelb, oder erdfarben, der Puls weich und klein,oder voll und langsam, mitunter aussetzend ist,die Stühle bald durchfallig, schwärzlicht, baldtrocken und zähe, wie Honig, sind, der Urin blal'sund molkicht aussieht. Die Kranken klagen überSchwere im Unterleib, sind mürrisch, ohne je-doch bestimmte Schmerzen zu haben. Manchmalwerden sie schnell von einseitigem Kopfwehe,Schlaflosigkeit, Zittern und Schwäche der Gliederbefallen. liirschlorbeerwasser geht diesen Um-ständen auf den Grund nach, Bey Thileniussind bündige Beweise von der Kraft desselbenzu finden, die auch ich mehr als einmal erprobtgefunden habe.
2) Eben so wirksam ist es gegen Melan-cholie, die aus trägen, schleimigen, schwarzgal-licl.ten Säften im Unterleibe entspringt, und nurnicht zu lange gedauert, oder den höchsten Graderreicht hat. Hier geht der Puls meist voll undlangsam, was man heifst pathetisch, das Gesichtist blafsgelb, schwärzlicht, die Ifaare schwarz,die Augen trübe und traurig, der Appetit noch
nicht