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2 (1818)
Entstehung
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324
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Polygala amara L. Bittere Kreuzblumei

Diese kleine Pflanze wird leicht und oft mit einerihr verwandten, der geineinen Kreuzblume (Poly*g ala vulgaris), verwechselt, welche weniger -wirk-sam ist. Die erstere ist bitterer, die Wurzelblättchensind eirund, gröfser und breiter, als bei der andern.Beide'Arten sind in den meisten bergigten GegendenDeutschlands nicht selten. Es wird davon die Wur-zel, ein dünnes, liraufses Wurzelgewebe, das sichaus einem knotichten Kopfe in viele zaserichte Äst-chen zertheilt, auswendig braungelb, inwendig weil's,von sanftem, würzhaften Gerüche und siifslicht,bittern GeSchmach ist, zugleich mit den Blättern,welche noch mehr bittern Extraktivstoff als jene ent-halten, gebraucht.

Sie ist eins von denjenigen Arzneimitteln, wel-che, von den Wiener Ärzten empfohlen, durchmancherlei böse und gute Geruchte gegangen sind,bis sie endlich ihren bestimmten Charakter bekom-men haben.

Die Kreuzblumenwurzel ist ein gelinde stärken-des, reizendes Mittel, dessen gröfste Wirksamkeit,meinem Bedünken nach, in dem angenehmen undwürzhaften Bitterstoffe befindlich ist, Woran sie ei-nen Überflufs hat. Man *nufs sie vermeiden, woviel Reiz und Erregung, Hitze, Wallung und Fieberist, wo man es mit einem vollen, gespannten, hartenPulse, blutigem Auswurfe und trocknen Husten zuthun hat. Dagegen nutzt sie, wo Schwäche, Schlaff-heit, Schleim überflufs, asthenischer Husten, zäher,schleimicliter, oder dünner, seröser Auswurf, klei-ner, weicher, oder zartgespannter Puls, Frösteln,Wellie Haut, blasser Urin, feuchte Zunge vorhanden

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