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digt, und durch die Einfachheit derselben jede Zersetzung ausgeschlossen. BeimEindampfen darf die Flüssigkeit höchstens auf eine Temperatur von 60° C. =48" R. kommen; am besten gelingt es, wenn man die ganze Flüssigkeit überSchwefelsaure im luftleeren Räume zur Trockne bringt. Dampft man im Wasser-bade ab, nämlich in kochendem Wasser, so findet immer dabei schon eine Zer-setzung statt, die Substanz löst sich nicht mehr klar, sondern etwas milchigin Wasser auf.
Die nach dieser Methode dargestellte Gallensaure stellt im trocknen zerrie-benen Zustande ein ganz weisses Pulver dar, hat im Aussehen die meiste Ähn-lichkeit mit gepulvertem Sandarak, ist äusserst hygroscopisch, längere Zeit beider Temperatur des kochenden Wassers gehalten bräunt sie sich, bei etwashöherer Temperatur schmilzt sie, bläht sich auf, und verbrennt mit starkemRauche; die Kohle hinterlässt keinen Rückstand. Sie löst sich nicht in Aether,jedoch leicht und vollständig in Alkohol, eben so in Wasser, und stellt so einefarblose, klare Flüssigkeit dar von bitterm, zusammenziehendem Geschmacke,stark saurer Reaction, wird durch Essigsäure und Oxalsäure nicht verändert,Salzsäure bringt darin einen weissen harzigen Niederschlag hervor, der durchAbgiessen der Salzsäure und Abspülen mit Wasser wieder in Wasser lösbarwird. Mit Salpetersäure gekocht scheidet sich eine Harzmasse ab. Kalkwasserbringt keinen Niederschlag hervor. Kocht man die Lösung mit Barytwasser,so tritt eine vollkommene Fällung ein, unter Entwickelung eines eigenthümlicbeuLeimgeruchs und unter Zersetzung der Säure. Mit kohlensauren Alkalien längereZeit in Berührung gelassen, scheidet sich Kohlensäure aus, während sich dasAlkali mit der Säure verbindet. Mit salpetersaurem Silberoxyde entsteht eingelblicher, an der Luft braun werdender Niederschlag. Mit neutralem und basi-schem essigsauren Bleioxyde entstehen Niederschläge, die in Alkohol löslichsind. Eine Lösung der Säure in Wasser stark verdünnt erhält sich einige Tageohne bemerkbare Veränderung. Als Pulver längere Zeit der Luft ausgesetzt er-leidet sie eine Zersetzung, und löst sich nicht mehr vollkommen in Wasser.Eine alkoholische Lösung längere Zeit aufbewahrt hildet ein weisses Sediment,das in Wasser gelöst und verdunstet in nadeiförmigen Krystallen anschiesst undTaurin ist. Ihre elementare Zusammensetzung kommt mit der der Galle gänz-lich üborein, sie ist aber Hydrat.
Pettenköfer hat an der Gallensäure ein sehr charakteristisches Verhalten beob-achtet. Wird Gallensäure, der man etwas Zucker zugesetzt hat, mit concentrirterSchwefelsäure gefällt, und von dieser so lange zugesetzt, bis sich die Gallen-säure wieder zu lösen beginnt, wobei sich das Gemenge bedeutend erwärmt,so nimmt die Flüssigkeit eine tief violette Färbung an, ähnlich der des über-mangansauren Kali's. Diese Färbung tritt nicht mit Gallensäure allein ein, son-dern nur bei gleichzeitiger Anwesenheit von Zucker, welcher eben so wenigfür sich allein durch Schwefelsäure diese F'ärbung erhält.
Plattneu hatte angegeben, dass er die Galle im krystallisirten Zustandeerhallen habe. Verdeil (Annal. d. Chem. u. Pharm. 1846. LIX. 311.) hat, dieseAngabe bestätigend, hierzu eine einfache und sichere Methode angegeben. FrischeOchsengalle wird im Wasserbade zur Trockne abgedampft, und der Rückstandmit ungefähr 20 Th. absoluten Alkohols behandelt, wobei der Gallenblasenschleimungelöst zurückbleibt, das gallensaure Natron aber sich mit Leichtigkeit auflöst.Die Alkohollösung wird abfiltrirt und mit Thierkohle behandelt, wodurch sievollkommen farblos wird. Zu dieser farblosen Lösung wird vorsichtig Aethernur so lange zugesetzt, bis sie eben anfängt, milchig trübe zu werden, woraufman das Gefäss sorgfältig verschlossen der Ruhe überlässt. Nach einiger Zeitbeginnt die Krystallisation, und das gallensaure Natron setzt sich in feinen
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