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1 (1847)
Entstehung
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649
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EXTRACTA.

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im Kleinen, zur Bereitung mancher Tincluren u. s. w. wirklich sind, dieselbendoch zur Bereitung der Extracte wohl nur selten Anwendung linden werden,um so mehr, als die zuerst angegebene, von Giese empfohlene Verfahrungs-weise keiner besonderen Vorrichtungen bedarf, und durch Auspressen der er-weichten Substanzen mittelst der in jedem Laboratorio befindlichen gewöhnlichenPressen beinahe eben so gesättigte Auszüge erhalten und den Substanzen dieextractiven Theile entzogen werden. Zu bemerken ist noch, dass die Anwen-dung der Real'schen, der Romershausen'schen u. s. w. Presse bei der Bereitungderjenigen Extracte, die durch kalten Aufguss angefertigt werden sollen, nichtstattfinden darf, weil die durch diese Pressen gewonnenen Auszüge wenigstenseben so viel auflösliche Stoffe aus den Substanzen aufgenommen haben, als diedurch heissen Aufguss auf die gewöhnliche Weise bereiteten.

Noch ein anderes Verfahren zur Bereitung der Extracte ist die sogenannteVerdrängungsmethode (Pharm. Centrbl. 1833. S. S22 u. 735, 1835, S. 225 und1836. S. 806), welche darin besteht, dass die gröblich gepulverte vegetabilischeSubstanz mit dem flüssigen Auflösungsmittel, sei dieses Wasser oder Weingeist,durchfeuchtet, und in einem Trichter, der am besten etwas hoch und cylindrischist, damit Übergossen wird. Die. unten abtröpfelnde Flüssigkeit ist am Anfangeganz mit den auflöslichen Theilen beladen, dicklich, und giebt, da sie nur einemkurzen Abdampfungsprozesse ausgesetzt weiden darf, ein fast ganz wieder lös-liches, also auch sehr wirksames Extract. Die Resultate dieser Methode werdenals sehr günstig beschrieben, doch sind sie nach meinen Erfahrungen im All-gemeinen nicht günstiger, als die der Giese'schen Methode, indem zur vollstän-digen Ausziehung mehr Flüssigkeit erforderlich ist, als nach Giese.

3) Die gewonnenen Auszüge müssen durch Sedimentiren, Decantiren undColiren oder auch durch Zumischung von Weingeist von allen beigemengten un-wirksamen Theilen befreit werden, damit die klaren Flüssigkeiten leicht ver-dampfen und die fertigen Extracte beim Wiederauflösen in Wasser möglichstvollständige Auflösungen gehen. Werden nämlich die Auszüge, ohne dieselbenvom Eiweisssloffe, dem Satzmehle u. s. w. zu befreien, eingedickt über freiemFeuer, so legen sich diese Stoffe an die Wandungen des Kessels an, hinderndas freie Einströmen des Wärmestoffs, das Abrauchen geht langsamer vor sich,und man ist der Gefahr ausgesetzt, das Extract anzubrennen. Die Entfernungdieser Stoffe kann um so unbedenklicher bewirkt werden, je weniger dieselbenzu denjenigen gerechnet werden können, welche als die wirksamen Bestand-theile der Vegetabilien anzusehen sind.

4) Die Ausziehung muss in passenden Gefässen geschehen.

Nach der von unserer jetzigen Pharmakopoe vorgeschriebenen Bereitungs-weise der Extracte kann die Ausziehung der Vegetabilien meistens in Gefässenvon Glas, Porzellan oder Steingut geschehen. Von metallenen Gefässen sindnur die von reinem Zinn verfertigten anzuwenden und kupferne durchaus zuvermeiden, damit die Extracte nicht kupferhaltig werden, was um so mehr zubesorgen ist, als nach Vaüqlelin sich in allen Pflanzensäften essigsaures Kalifindet, welches durch das Kupfer zum Theil zerlegt wird. Eben so wenig kannman sich eiserner Kessel bedienen, durch welche die Extracte eisenhaltig undschwarz werden. Bei denjenigen Extracten, bei welchen Weingeist allein odermit Wasser zugleich als Ausziehungsmittel angewendet werden soll, und wo dieBereitung dieser Extracte in grösserer Menge die Anwendung von Glasgerätliennicht gestattet, wendet man ein zinnernes Gefäss an, das in die Destillirblasehineinpasst, in welcher man das umgebende Wasser bis auf die vorgeschriebeneTemperatur erwärmen kann.

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