Druckschrift 
1 (1847)
Entstehung
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603
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CORTEX SIMARÜBAE.

603

Die officiuelle Wurzelrinde erhalten wir in 2 Fuss und drüber langen, et-liche Zoll breiten, zusammengerollten, der Länge nach mehrmals zusammenge-wickelten Stücken, 4—2 Linien dick, von faserigem Gewebe, biegsam, unge-mein zähe, von hellbräunlich grauer Farbe, äusserlich mit rundlichen, scharfanzufühlenden Erhabenheiten besetzt, auf der inwendigen Fläche meistens glatt,zuweilen noch von einem aufsitzenden Splinte rauh, ohne Geruch und von einemrein hittern, sich allmählig erst beim Kauen entwickelnden Geschmacke, ohneirgend etwas Zusammenziehendes.

Verwerflich sind die Stücke, welche auf der äussern und innern Oberflächedunkelbraun und dabei fast ohne Geschmack sind, sowie die holzigen, wenigerzähen Stücke, denen die rundlichen Erhabenheiten fehlen.

Das Wasser zieht aus der Rinde sehr leicht die Bitterkeit aus; der Aufgusshat eine helle gelbliche Farbe. Die Abkochung ist, so lange sie noch heiss ist,gelb und durchsichtig, beim Erkalten wird sie trübe und röthlichbraun. Wein-geist zieht eine bräunlichgelbo Tinctur aus.

Morin (Taschenb. 1824. S. 118; Berl. Jahrb. XXIV. 2. S. 81) behandelte dieRinde mit Aether, welcher ein gelbes Weichharz von scharfem und gewürzhaf-tem Geschmacke auszog, das seine Weichheit und seinen Geschmack vorzüglicheinem kleinen Antheile von ätherischem Oele verdankte, welches durch darüberabgezogenes Wasser davon getrennt, diesem den Geschmack der harzigen Sub-stanz und einen der Benzoesäure ähnlichen Geruch mittheilte, während das Harznach dem Erkalten sich nun von brüchiger Beschaffenheit zeigte. Kalilauge löstedas Harz leicht auf und gab damit eine prächtig röthlichgelbe Flüssigkeit. Wein-geist von 83 Procent zog nun aus der Rinde noch einen Antheil jenes Harzes,bittern Extractivstoff und Salze aus. Durch Abziehen des Weingeistes und durchAbwaschen des Rückstandes mit Wasser konnte ersteres getrennt und von allemBitterstoffe befreit werden. Das Wasser enthielt nur das bittere Princip mit Säureund Salz verbunden, welche der Geschmack verrieth. Durch Krystalltsaüonwurde salzsaures Kali, durch essigsaures Bleioxyd die Säure abgeschieden, welchesich als Aepfelsäure mit einem kleinen Antheile Gerbesäure (Eisensaize wurdengeschwärzt und die Gallerte niedergeschlagen) bewies und auf diese Weise daswirksame bittere Princip der Simarubarinde in seiner Reinheit dargestellt. Die-ses kam in allen seinen Eigenschaften und namentlich in dem indifferenten Ver-hallen gegen Metallauflösungen mit dem bittern Principe der Quassia überein.Es ist extraetförmig, löst sich in Weingeist und Wasser auf, wird weder vonschwefeis. Eisen, noch Salpeters. Kupfer und Blei, noch ätzendem salzs. Queck-silber niedergeschlagen, es besitzt einen sehr heftig bittern Geschmack; die. Al-kalien machen die Auflösung des Stoffes dunkler, schlagen aber daraus nichtsnieder. Auch zeigte sich darin eine Aehnlichkeit des Verhaltens des auf obigeWeise durch den Alkohol erhaltenen Extracts der Simaruba mit der Quassia, dasses, wie diese, ein ammoniakalisches Salz, und zwar wie es schien essigsauresAmmoniak, enthielt.

Die durch Aether und Weingeist erschöpfte Rinde gab an das Wasser, wo-mit sie gekocht wurde, noch etwas Harz, Aepfelsäure und sauren äpfels. Kalk,an die Salzsäure , die dann angewandt wurde, oxals. Kalk, und endlich an dieKalilauge Ulmin ab.

Nach dieser Analyse enthält die Simarubarinde: 1) eine harzige Materie;2) ein flüchtiges, den Geruch der Benzoesäure habendes Oel: 3) salzs. Kali;4) ein Ammoniaksalz; ö) Aepfelsäure und Spuren von Galläpfelsäure; G) Quassia;7) äpfels. und oxals. Kalk; 8) einige Mineralsalze, Eisenoxyd und Kieselerde;9) Ulmin und Holzfaser.

Die Simaruba wird im Aufgüsse oder auch in der Abkochung verordnet.

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