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1 (1847)
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BORAX.

Krystallen getrennt werden muss. Dieser Borax ist dichter und harter als dergewöhnliche und zerklüftet sich nicht wie dieser durch einen Temperaturwech-sel von 12°; er enthält nur halb so viel Krystallisationswasser als der gewöhn-liche Borax.

Der wasserleere Borax besteht nach der Analyse von Arfvedson im erstenVersuche aus 30,8, im zweiten aus 31,4 Natron und aus 69,2 68,8 Borsäure;er ist demnach zusammengesetzt aus \ At. Natron (== 390,897) und 2 At. Bor-säure (== 871,966), erhält also die Zahl NaB 2 = 1262,863, woraus durch Rech-nung gefunden werden: Natron 30,95, Borsäure 69,03. Der octaedrische kry-

stallisirte Borax ist NaB 2 + öS = 1825,238, und besteht hiernach aus: Natron

21,41, Borsäure 47,78, Wasser 30,81. Der gewöhnliche Borax ist NaB 2 -f- 40H= 2387,653, und besteht hiernach aus: Natron 46,37, Borsäure 36,52, Wasser47,11. Kirwan hatte durch die Analyse gefunden: Natron 17, Borsäure 34, Was-ser 49. Soubeiran: Natron 16,775, Borsäure 34,976, Wasser 48,249. Der Boraxist demzufolge zweifach borsaures Natron, dennoch können die 2 At. Borsäure,welche mit 1 At. Natron verbunden sind, wegen der schwachen Acidität nichtdie alkalischen Eigenschaften des einen Atoms Natron völlig aufheben, so dassdie Verbindung einen laugenhaften Geschmack und geringe alkalische Reactionzeigt. Aehnliches finden wir bei den Verbindungen der Kohlensäure mit denAlkalien.

Verfälschungen des Borax werden wohl selten vorkommen, da untergescho-bener Alaun durch den styptischen Geschmack, Röthen des Veilchensyrups unddurch die mit Kali niedergeschlagene Thonerde, Steinsalz aber durch das Ver-prassen auf glühenden Kohlen und Entwickelung salzsaurer Dämpfe vermittelstconcentrirter Schwefelsäure sich leicht erkennen lassen. Nach Fiedler und Wildsoll man die Aullösung des Borax mit Salpetersäure neutralisiren und mit sal-petersaurer Silberauflösung prüfen. Da aber das borsaure Silberoxyd ein inWasser schwerlösliches krystallinisches Pulver bildet, so muss die Prüfung miteiner verdünnten Boraxauflösung angestellt werden. In Hamburg soll ein Boraxim Handel vorgekommen sein, welcher sich in der von Geiger vorgenommenenchemischen Untersuchung als schwefelsaures Kali mit etwas Mörtel und durcheine organische Materie gelblich gefärbt, auswies.

Der Borax hat die besondere Eigenschaft, den Schleim von arab. Gummi,sowie den des isländischen Mooses und des Saleps beträchtlich zu verdicken,welche Verdickung aber durch Zucker oder Honig wieder aufgehoben wird.(Schweigg. J. X1H. S. 491.) Schon 23 Gran Borax sind hinreichend, ein LothMimosenschleim in eine elastische, leicht und ohne Fäden zu ziehen trennbareMasse, welche beim Reiben nicht an den Fingern klebt, noch dieselben befeuch-tet, zu verwandeln. Auf andere Schleime wirkt er nicht.

Der Borax wird innerlich im Pulver und in der Auflösung, aber auch häufigäusserlich gebraucht. Nach Wuhzer ist die Boraxauilösung ein besseres Lö-sungsmittel für die Harnsäure, als alle andere Lösungsmittel auf nassem Wege.Diese Erfahrung scheint nicht nur für die Analyse der Harnsteine, sondern auchals Heilmittel gegen dieselben wichtig zu sein. Der innerliche Gebrauch desBorax als wehenbeförderndes Mittel, und auch bei Kindern, ist bekannt. In denSchönheitsmitteln, als der Pariser Schönheitsmilch, in der Milch der Venus etc.,spielt der Borax eine Hauptrolle.

Eine wichtige Anwendung findet der Borax in der analytischen Chemie imverglasten Zustande als flussbeförderndes Mittel zu Löthrohrversuchen. MehrereMetalloxyde werden durch die Farbe erkannt, welche sie vor dem Löthrohredem verglasten Borax ertheilen; so färbt Mangan violett, Eisen bouteillengrün,