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1 (1847)
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BOLUS ARMENA.

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wobei sie stark zusammengeht. Sie eignet sich daher nicht nur im feuchtenZustande alle Formen anzunehmen und nach dem Brennen Ziegel, irdene,Fayence- und Porzellangeschirre darzustellen, sondern ist auch wegen der Fä-higkeit, die Feuchtigkeit zurückzuhalten, für den Ackerbau von der grösstenWichtigkeit, und bildet in der Verbindung mit dem kohlensauren Kalk als Mer-gel ein bekanntes Düngungsmittel.

In der Medicin wird der Bolus nicht mehr angewendet; früher wurde erals austrocknendes Mittel, zum Bestreuen wunder Stellen bei kleinen Kindern,gebraucht. Mit vielem Nutzen aber wird er als Lutum angewendet, besonderszum Ausstreichen der Fugen und zum Verkleben solcher Deslillationsgefässe, inwelchen Salzsäure, Salpetersäure, Essigsäure in Dämpfen übergetrieben werdensollen, zu welchem Zwecke man ihn mit etwas feinem Sande versetzt, mit Was -ser zu einem dünnen Breie anrührt und damit Leinwandstreifen bestreicht, wel-che man um die Fugen des Destillirgefässes legt. Kästner empfiehlt folgendeWeise: zuerst wird die Fuge mit dem zum steifen Breie mit Wasser angerühr-ten weissen Bolus hinreichend dick ausgestrichen und der Lufttrockniss über-lassen, die man auch durch künstliche Wärme beschleunigen kann. Hierauf,nachdem dieser Kitt vollkommen getrocknet, überpinselt man seine gereinigteOberfläche mit gereinigtem Leinöle oder einem andern austrocknenden Oele solange, bis kein Oel mehr eingesogen wird, und nun sind die Fugen so dichtgeschlossen, dass auch selbst sehr heisses Salzsäuregas, salpetersaurer Dampfu. s. w. nicht hindurchgeht. (Verschiedene Arten von Kitt in Behz. Lehrb. X.1841. S. 321.)

Ueberzieht man Glaskolben, Retorten mit wässrigem Thonbreie und bestäubtdiesen dann mit Sand, oder setzt man noch zweckmässiger vor der Bestäubungdem Thone etwas frisch gebrannten Kalk zu, so erhält man einen sehr dauer-haften Beschlag, der gegen das Zerreissen der Gefässe im offenen Kohlenfeuersehr gut schützt.

Lässt man den weissen Bolus in Wasser zergehen, so setzt sich der ein-gemengte grobe Sand zu Boden; wird dann die Masse in kleine scheibenförmigeoder walzenförmige und flache Kuchen geformt und mit einem Stempel bezeich-net , so erhält sie den Namen weisse Siegelerde (Terra sigillata alba) , die frü-her noch besonders in der Medicin Anwendung fand.

Bolus Armena. Armenischer Bolus.

Eine zusammenhängende, zerreibliche Erde, beim Anfühlen fettig,gelblichrolh, aus Thon und Eisenoxyd bestehend. Wird an verschiede-nen Orten, und auch in Deutschland ausgegraben.

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Der armenische Bolus wurde früher, wie schon der Name zeigt, aus demOriente gebracht, jetzt bezieht man ihn schon seit sehr langer Zeit blos auseinigen Gegenden in Frankreich und in Deutschland. Er besteht aus derbenschweren Stücken von vollkommen muschligem Bruche, innerlich flimmerndemGlänze und glänzendem Striche. Die Farbe ist gelbroth, er fühlt sich zart undfettig an, hängt sehr an der Zunge, zerschmilzt gleichsam im Munde und zer-fällt im Wasser, vorher getrocknet mit einem knisternden Geräusche, zu einemfeinen Breie. Mit Säuren braust er nicht auf. Spec. Gew. 1,4 bis 2,0. Die Bestand-theile sind auch hier Thonerde und Kieselerde, die Farbe wird ihm durch Eisen-oxyd., Eisenocher ertheilt. Wackenroder (Kastk. Arch. XI. 1827. S. 466) hat

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