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1 (1847)
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353
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BACCAK MYRTILLORUM. — BACCAE RUB1 IDAEI. 353

Baccae Mvrtillorum. Heidelbeeren. Blaubeeren. Bickbeeren.

Vaccinium Myrtillus Linn. Gemeine Heidelbeere.

Abbild. Plenck 298. Haine II. 7. PI. med. 219.

Syst. sexual. Gl. VIII. Ord. 1. Octandria Monogynia.

Ord. natural. Ericae Juss. gen. Vaccinieae DkC.

Der kleine, gemeine Heidelbeerstrauch, eine perennirende Pflanze, wachs!in den bergigen, schattigen, trocknen Waldungen, Gehölzen und Heiden Deutsch-lands, Frankreichs und Englands, sowie auch noch in mehreren andern Lan-dern des nördlichen Europa's sehr häufig.

Die Wurzel ist holzig, hart, dünn, faserig, und pflanzt sich gewöhnlichziemlich weit unter der Erde kriechend fort. Der strauchartige, eckige StengelI heilt sich fast von seiner Basis an in Aeste, welche glatt, dünn, biegsam, sehr-winklig, mit hellgrüner Rinde, die altern rothgrau, bedeckt sind und eine Höhevon 8 —12 Zoll erreichen. Die glatten, kurzgeslielten, abwechselnden, eirund-lanzettförmigen, an ihren Randern gesagten, steifen, grünen, unten etwas ner-vigen Blätter fallen im Winter ab , werden aber vorher hochroth. Die kleinen,gestielten Blumen hängen einzeln in den Blattwinkeln, sind bauchig und vonweisser und röthlicher Farbe. Der kleine einblättrige Kelch steht über demFruchtknoten und ist mit vier Zähnchen gekrönt; die Blumenkrone einblättrig,glockenförmig, an der Mündung zusammengezogen, gewöhnlich 4spaltig, mitzurückgerollten Lappen. Die Frucht, eine kugelrunde, schwarze, blaugrau be-reifte Beere , von der Grösse einer Erbse, an dem abgestutzten Ende mit demKelchsaume gekrönt. Sie ist fleischig, saftig, das Fleisch violett gefärbt; jedesder 5 Fächer, die sie enthält, umschliesst 8—10 sehr kleine Samen.

Die Blülhezeit dieses kleinen Strauches ist Mai und Juni; die Früchte reifenim Juli. Diese besitzen einen schleimigen, säuerlich-süssen, etwas zusammen-ziehenden Geschmack, und werden sowohl frisch als Nahrungsmittel als auchgetrocknet benutzt.

Sic enthalten eine ziemliche Menge Farbestoff, oder vielmehr farbigen Ex-tractivstoff, denn der Saft wird durch Alkalien grün gefärbt und durch essig-saures Blcioxyd indigoblau niedergeschlagen, wobei die Flüssigkeit entfärbt wird ;dieser farbige Extractivstoff wird von Wasser und von Weingeist aufgenommen.Ausserdem findet sich darin Schlcimzucker, Citronen- und Aepfelsäure und we-nig Ferment. Die Kerne sind ölig.

Stengel und Blätter sind von herbem, zusammenziehendem Geschmacke undwerden in mehreren nördlichen Gegenden zum Gerben gebraucht.

Baccae Rubi Idaei. Himbeeren.

(Rubus Idaeus L. Rosaceae-Dryadeae.)

Rubus Idaeus Linn. Gemeine Himbeere.

Abbild. Plenck 407. Hayne III. 8. PI. med. 311.Syst. sexual. Cl. XII. Ord. 5. Icosandria Polygynia.Ord. natural. Rosaceae-Dryadeae.

Der Himbeerstrauch findet sich durch ganz Deutsehland und wächst über-haupt durch ganz Europa in steinigen, felsigen Gegenden, in grossen Wäldern,in Gebüschen, Hecken u. s. w. Seiner wohlschmeckenden Früchte wegen wirder häufig in Gärten gezogen, wo er sich durch Cultur veredeln und osne MüheDulk's preuss. Pharmakopoe, ö. Aufl. 23