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1 (1890)
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Chemische Untersuchungen über die Vegetation.

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Es ist unmöglich, durch wiederholte Abkochungen das Holzin einen solchen Zustand überzuführen, dass es keine Extract-stoffe mehr an das Wasser abgiebt. Jede Abkochung oder jedeMaceration in Berührung mit Luft liefert ein Extract, welchesvorher nicht vorhanden war, oder welches durch einen Austauschder Stoffe in dem bei dem Akt des Kochens oder der Macerationbenutzten Wasser löslich wird. Ich Hess 92 Gramm (3 Unzen)Sägespäne von Eichenholz eine halbe Stunde lang mit dem vier-undzwanzigfachen seines Gewichts destillirten Wassers kochen;die filtrirte und bei gelinder Wärme verdampfte Abkochunglieferten ein 4,7 Gramm (90 Gran) wiegendes trockenes Ex-tract. Eine zweite Abkochung, ähnlich der ersten, gab einExtract von 1,5 Gramm (29 Gran) Gewicht. Diese Mengenverminderten sich beständig bis zur 9. Abkochung, die ein212 Milligramm (4 Gran) wiegendes Extract lieferten. Die 11.Abkochung gab eine ähnliche Menge, und ebenso verhielt essich mit der 12. Die befeuchteten Sägespäne, welche diesenzwölf Operationen unterworfen wurden, wurden der Luft, abergeschützt vor Staub, zwei Monate lang ausgesetzt. [151] Ichversicherte mich während dieses Zeitraums, dass das Holzdas Sauerstoffgas nur in kohlensaures Gas verwandelt, ohnedasselbe zu binden. Nach dem angegebenen Zeitraum liefertendie Sägespäne in einer dreizehnten, den vorhergehenden gleichenAbkochung eine Extractmenge, welche 292 Milligramm oder5| Gran wog, und welche folglich grösser war als das Productder 9. Abkochung. Eine 14. Abkochung lieferte ein 4 Granwiegendes Extract; als die Sägespäne aber abermals zwei Mo-nate der Luft ausgesetzt wurden, stieg die durch eine neueOperation gelieferte Extractmenge von Neuem auf 5£ Gran.Das am meisten an Extractstoffen erschöpfte Holz liefert immer,wenn es in kaltem Wasser bei Berührung mit Luft macerirt wird,mit Extracten beladene Aufgüsse. Diese Extracte sind alle ineiner kleinen Menge Wasser löslich; sie werden im concentrirtenZustande durch Kalkwasser, durch kohlensaures Kali und durchmetallische Lösungen getrübt.

Das Sauerstoffgas wirkt weniger auf das seiner Extractstoffeberaubte Holz, als auf solches, welches mit denselben ver-sehen ist.

Das durch die Abkochung mit einer grossen Menge Wasserseines Extractes beraubte Holz liefert bei gleichem Gewicht we-niger Kohle als das natürliche Holz.