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1 (1890)
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Theod. de Saussure.

[129] Die Blumenblätter verbrauchen mehr Sauerstoffgas inder Sonne als im Schatten; sie strömen kein Wasserstoffgasaus. Vergeblich versuchte ich in reinem Sauerstoffgas, in wel-chem ich unter öfterem Wechsel Blüthentrauben von Dictamnusacht Tage lang vegetiren liess, eine Detonation zu bewirken.Die Entzündung, welche man bei dieser Pflanze hervorrufenkann, scheint ausschliesslich von der Verbrennung ihres äthe-rischen Oels herzurühren.

Dieselben Versuche und zwar mit den nämlichen Ergeb-nissen stellte ich theils in der Sonne, theils im Schatten mitKapuzinerkresse und Ringelblumen an. Man hat behauptet,dass sie von selbst Blitze erzeugten, aber diese Erscheinung istnur von zwei Beobachtern gesehen worden, während die Blüthenin allen Gärten verbreitet sind. Man wird um so mehr geneigtsein, dieselbe zu bezweifeln, weil der Glanz der Blüthen geeignetist, Täuschung hervorzurufen.

§ lü.lieber den Einfluss des Sauerstoffgases auf die Früchte.

Die Versuche, welche man mit Früchten anstellen kann mitRücksicht auf die Fragen, welche mich bis jetzt beschäftigthaben, sind bei weitem unzuverlässiger als die mit anderenPflanzentheilen, weil die Früchte fast keine Lebenskraft bewah-ren, wenn sie von dem Gewächs, das sie erzeugt hat, losgelöstwerden.

[130] Als ich unreife Weintrauben, deren Rebe im Bodenwurzelte, in einen sorgfältig verschlossenen und der Sonne aus-gesetzten Ballon brachte, verbesserten sie vor der Reife ihre ausgewöhnlicher Luft bestehende Atmosphäre in dem Zeitraum von14 Tagen, ohne eine merkliche Menge kohlensauresGas zu ver-breiten, und reiften. Als ich jedoch in denselben Ballon ge-löschten und rasch bei der Wärme des kochenden Wassersgetrockneten Kalk that, verschlechterten sie unter den nämlichenVerhältnissen ihre Atmosphäre und konnten nicht reifen. Die-selben Verhältnisse erhielt ich mit Beeren von Solanum pseudo-capsicum. Grüne Früchte scheinen demnach dieselben Resultatezu liefern wie die Blätter.

Als ich vor der Reife Weintrauben, Beeren von Solanum,Birnen und vom Baume genommene Aepfel unter mit gewöhn-licher Luft gefüllte Recipienten brachte, verschlechterten dieseFrüchte im Zeitraum von 24 Stunden ihre Atmosphäre, obgleich