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1 (1890)
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Theod. de Saussure.

assimilirte sie bei der Zersetzung des kohlensauren Gases undersetzte das absorbirte Sauerstoffgas durch eine fast gleich grosseMenge Stickgas.

Aus allen diesen Versuchen geht hervor, dass die Pflanzen,indem sie das kohlensaure Gas zerlegen, einen Theil des in ihmenthaltenen Sauerstoffgases assimiliren.

§ 5.

Die in freier Luft mit reinem Wasser ernährten Pflanzen gewinnen Kohlen-stoff aus der kleinen Menge kohlensauren Gases, welches natürlich inunserer Atmosphäre vorkommt.

Die vorstehenden Beobachtungen beweisen, dass die Pflan-zen in geschlossenen Gefässen kohlensaures Gas zersetzen, [50]wenn es mit der atmosphärischen Luft in einem höheren Verhält-niss gemischt ist, als es natürlich in ihr vorkommt.

Es ist jetzt der geeignete Augenblick nachzuforschen, ob siediese Zersetzung auch in freier Luft bewirken, die kaum mehrals -j-jLj- ihres Volumens an kohlensaurem Gas enthält. Der BürgerHassenfratz hat in einer Abhandlung über die Ernährung derGewächse (Annales de Chimie, vol. 13) die Ansicht zu begrün-den versucht, dass die Pflanzen, welche in reinem Wasser undfreier Luft wachsen, ihr Volumen allein mit Hülfe des Wassersvergrössern, und dass sie nach ihrer Entwickelung an Kohlen-stoff eine absolut geringere Menge enthalten als in ihren Samen.Ich stellte mehrere Versuche an, welche nur Ergebnisse ge-liefert haben, die denen dieses Verfassers gerade entgegengesetztsind. Ich werde zwei Beispiele davon anführen.

1. Versuch. Ich liess die Wurzeln mehrerer Pfeffermin-zen (Mentha piperita) in mit destillivtem Wasser gefüllte Flaschentauchen und diese Pflanzen in der Sonne vor Regen geschütztauf einem ausserhalb eines Fensters befindlichen Blumenbrettevegetiren. Als ich einige dieser Pflanzen zu gleicher Zeit undan demselben Orte ausriss und trocknete, [51] überzeugte ichmich davon"), dass 100 Gewichtstheile von ihnen, welche ichin destillirtem Wasser vegetiren lassen wollte, 40,29 TheileTrockensubstanz enthielten, von denen nach der Verkohlung**)10,96 Theile Kohle übrig blieben.

*) Das alsolute Gewicht der im destillirten Wasser vegetirendenPflanzen betrug 7,6 Gramm (3 Unzen).

**) Man vergleiche für das bei dieser Operation eingehaltene Ver-fahren die am Ende des Kapitels V eingeschaltete Bemerkung.