Druckschrift 
2 (1911) Quantitative Analyse
Entstehung
Seite
604
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

604

auf gleiche Höhe gebracht hat, das Volum des Gases in B ab.Ebenso notiert man die Temperatur des Kühlwassers am Thermo-meter T und den Karometerstand, treibt dann das Gas in die mitKalilauge (1 : 2) beschickte Orsatröhre 0 und läßt es darin ver-weilen. Unterdessen fährt man fort mit dem Auskochen des Wassersin A, Messen des Volums etc., bis schließlich kein Gas mehr ent-wickelt wird. Alle so abgelesenen Gasvolumina treibt man in dieOrsatröhre hinüber, in welcher das Kohlcndioxyd quantitativ absor-biert wird. Den nicht absorbierten Gasrest führt man in das Meß-gefäß zurück und bestimmt dessen Volum. Bei richtiger Regulierungder Geschwindigkeit des Kühlwassers gelingt es leicht, während desganzen Versuches die Temperatur konstant zu erhalten. Der soerhaltene Gasrest, meistens bestehend ans Stickstoff, Edelgasen, Sauer-stoff, selten Methan, wird, nach Entfernung der Orsatröhre zumZwecke der exakten Analyse in den Hempelsehen Apparat über-geführt und nach später zu erörternden Methoden analysiert.

Nach dieser Methode fällt die Bestimmung des Stickstoffes, Sauer-stoffes und des eventuell vorhandenen Methans genau aus, nicht aberdie der absorbierten Kohlensäure, welche bald zu hoch, bald zuniedrig gefunden wird. Zu hoch fällt die Bestimmung der freienKohlensäure; aus, wenn das Wasser größere Mengen Bikarbonatgelöst enthält, das beim Kochen immer einen Teil seiner Kohlen-säure abgibt, wodurch die erhaltene Summe des CA )., größer wirdals die freie Kohlensäure. Zu niedrig fallen die Resultate; aus,wenn nur wenig Bikarbonatkohlensäure vorhanden ist; denn die freieKohlensäure läßt sich niemals durch Auskochen des Wassers in vacuovollständig austreiben.

Man muß daher in allen Fällen die freie Kohlensäure durchBerechnung ermitteln. Zu diesem Zwecke bestimmt man in einerbesonderen Probe des Wassers, nach Seite 327 die (iesamtkohlen-säure, woraus, wenn die Zusammensetzung des Wassers an festenBestandteilen bekannt ist, das Volum der freien Kohlensäure; be-rechnet werden kann.

Beispiel: 1000 ij Tarasper Luciuswasser enthalten 7"870 <JGesamtkohlendioxyd. Von dieser Menge isf ein Teil in dem Wasserals Karbonatkohlensäure (gebundene Kohlensäure), ein ebensogroßer Teil als sogenannte halbgebundene und der Rest alsfreie Kohlensäure vorhanden. Zieht man von der Gesamt"kohlensaure elie; gebundene' -j- halbgebundene oder, was dasselbe ist>den doppelten Betrag der gebundenen Kohlensäure' ab, so erhält mandie' freie', absorbierte Kohlensäure.

Berechnung der gebundenen Kohlensäure'.

Diese' ergibt sie-h aus der Differenz der Kationen und Amonendurch Multiplikation mit dem Molekulargewichte der Kohlensäure