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2 (1911) Quantitative Analyse
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äschert das Filter in der Platinspirale ein, fügt die Asche zu derHauptmasse, glüht anfangs gelinde, später stark, nicht aber bis zumSchmelzen des Silbers, und wägt.

Bei der Zersetzung des Cyansilbers bildet sich stets schwerfluchtiges Paracyan, welches beim Glühen im offenen Tiegel allmählichvollständig verbrennt.

Beispiel. Bestimmung des Cy an wassersto ff Säure-gehaltes von Bitte rmandelw asser (Kirschlorbeerwasser).

Das Bittermandelwasser enthält Cyan als freie Cyanwasser-stoffsäure, ferner als Ammoniumcyanid, größtenteils aber alsMandelsäurenitril [C G H 5 CH(OH)CN]. Letztere Verbindung wirddurch Silbernitrat in wässeriger Lösung nicht zersetzt, dagegenleicht, wenn man die Lösung nach Zusatz von Silbernitrat ammo-niakalisch macht und dann mit Salpetersäure ansäuert.

Man verfährt daher bei der gravimetrischen Cyanbestimnnuigm diesen Flüssigkeiten nach Feld haus 1 ) wie folgt:

100 g Bittermandelwasser versetzt man mit 10 ccm einer10°^ igen Silbernitratlösung und 2 3 ccm konzentriertem Ammoniak,säuert sofort mit Salpetersäure an, filtriert, nachdem der Niederschlagsich abgesetzt hat, und bestimmt das HCN, wie oben angegeben.

Viel eleganter läßt sieb aller in allen diesen Flüssigkeiten dasCyan nach Liebigs maßanalytischem Verfahren bestimmen (vgl.Kapitel III, Fällungsanalysen).

Will man ein festes Alkalicyanid auf CyangehaltUntersuchen, so behandelt man das abgewogene feste Salz mit Silber-nitratlösung, verdünnt hierauf mit Wasser, säuert mit Salpetersäure anund verfährt im weiteren, wie oben angegeben.

Löst man das Cyanid vor dem Zusätze des Silbernitrats in Wasser811, so findet stets ein geringer Verlust an Cyanwasserstoffsäure statt.

Kiliige komplexe Cyanide lassen sich durch Silbernitrat quanti-tativ zersetzen, so die des' Nickels, Zinks und Kupfers, letzterenur sehr langsam; andere, wie Ferro- und Ferricyanalkalien undMercuricyanid, dagegen nicht.

Bestimmung des Cyans im Jlercuricy.anid nach Rose.

Das Mercuricyanid ist kein Elektrolyt und wird infolge-dessen durch Silbernitrat nicht gefällt, wohl aber durch Schwefel-wasserstoff unter Bildung von unlöslichem Mercurisulfid und Cyan-wasserstoffsäure :

Hg(CN) 2 + H 2 S = HgS + 2 HCN

In neutraler oder gar saurer Lösung darf diese Zersetzungwegen der Flüchtigkeit der Cyanwasserstoffsäure nicht vorgenommenwerden,- sie muß in alkalischer Lösung geschehen.

') Zeitschr. für anal. Ca. III. (1864), S. 34.