Druckschrift 
4 (1921) Übungspräparate
Entstehung
Seite
83
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Liquor Plumbi subacetici. Bleiessig.

83

auf einen kleinen Rückstand zu einer trüben Flüssigkeitgelöst hat. Dann läßt man erkalten, gießt den Inhalt mitBodensatz in eine Flasche und läßt verschlossen 1 Taglang unter häufigem Umschütteln stehen. Man läßt dieFlüssigkeit sich dann absetzen, filtriert und stellt sie mitausgekochtem destillierten Wasser auf das spezifische Ge-wicht 1,2361,240 ein. Die Ausbeute beträgt 1300 bis1400 g. Das Itägige Stehenlassen und Unischütteln istnötig, da man sonst eine Lösung von zu niedrigem spezifi-schen Gewicht erhält. Da das Präparat energisch Kohlen-säure anzieht unter Bildung von unlöslichem basisch-kohlensauren Blei, ist während des Filtrierens der Trichterdurch eine Glasplatte bedeckt zu halten.

Chemischer Vorgang. Bleioxyd verbindet sich bei Gegenwartvon Wasser mit Bleiacetat zu basischem Bleiacetat, einer Verbin-dung von neutralem Bleiacetat mit Bleihydroxyd; je nach den ge-wählten Gewichtsverhältnissen ist auch die Zusammensetzung derbasischen Acetate eine wechselnde. Das Arzneibuch läßt auf3 Teile Bleiacetat 1 Teil Bleiglätte nehmen, das hierdurch entste-hende Salz hat die Zusammensetzung 2(CH 3 COO) 2 Pb + Pb(OH) 2 ;es entsteht nach der Gleichung2[(CH 3 COO) 2 Pb + 3H 2 0] + PbO

= [2(CH 3 COO) 2 Pb + Pb(OH) 2 ] + 5H 2 0 .

Eigenschaften. Bleiessig ist eine klare, farblose Flüssig-keit schmeckt süß und zusammenziehend (Vorsicht), bläutrotes Lackmuspapier, rötet aber Phenolphthaleinlösungnicht. Versetzt mau eine Mischung von 10 Tropfen Blei-essig und 5 cem Wasser mit 50 Tropfen Eisenchlorid-lösung, erhält man eine dunkelrote Lösung von Ferrisub-acetat und einen weißen Niederschlag von Bleichlorid; fügtman dann 20 cem Wasser hinzu und erhitzt, löst sich derNiederschlag auf.3[2(CH 3 COO) 2 Pb + Pb(OH) 2 ] + 6FeCl 3

= 9PbCI 2 + [4(CH 3 COO) 3 Fe + 2Fe(OH) 3 ].

iTerriaubacetat

6*