Extractum Hydrastis fluidum. Hydrastisfluidextrakt. 43
mehr wird die untere Öffnung geschlossen, der Perkolatorzugedeckt und 48 Stunden lang bei 15—20° stehen ge-lassen. Nach dieser Zeit läßt man unter Nachfüllen desLösungsmittels den Auszug in der Weise abtropfen, daß in1 Minute höchstens 30 Tropfen abfließen.
Sobald 850 g Auszug abgetropft sind, stellt man diesenbeiseite und gießt in den Perkolator so lange verd. Wein-geist nach, bis die Pflanzenteile vollkommen ausgezogensind 1 ). Der so erhaltene zweite Auszug wird durch Ab-dampfen bei möglichst niederer Temperatur, um den Ver-lust leicht flüchtiger Bestandteile zu vermeiden, in eindünnes Extrakt verwandelt. Dieses wird mit dem zurück-gestellten ersten Auszug gemischt und dem Gemische soviel verd. Weingeist zugesetzt, daß das Gesamtgewicht1 kg beträgt.
Das fertige Fluidextrakt wird einige Tage der Euhe über-lassen, dann filtriert.
Beim Eindampfen des zweiten Auszuges scheiden sichoft harzige Substanzen aus, die man durch Umrühren undZusatz von wenig Weingeist möglichst wieder in Lösungbringt.
Eigenschaften. Extractum Hydrastis fluidum ist dunkel-braun ; es enthält als wesentliche Bestandteile die AlkaloideBerberin und Hydrastin. 1 Tropfen erteilt 200 ccm Wassereine deutlich gelbe Färbung.
Wird 1 ccm Extrakt mit 2 ccm verd. Schwefelsäurekräftig geschüttelt, so scheiden sich nach kurzer Zeit reich-lich gelbe Kristalle des schwer löslichen Berberinbisulfalts
*) Das Arzneibuch gibt nicht an, wie man darauf prüfen soli s daß eineDroge vollkommen erschöpft ist. Man extrahiert so lange, bis 5 ccm desPerkolats beim Verdunsten keinen wägbaren Rückstand mehr hinter-lassen; bei alkaloidhaltigen Drogen kann man auch so prüfen, daß maneinige Kubikzentimeter des Perkolats mit Salzsäure ansäuert und miteinem Tropfen eines Alkaloidreagens (s. Toxikologische Chemie) prüft.