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4 (1921) Übungspräparate
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Emplastrum Lithargyri. Bleipflaster.

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120°, ist dies ein Zeichen, daß Wasser zugesetzt werdenmuß.

Die Pflasterbildung ist in 23 Stunden beendet; manläßt die Masse dann sich etwas abkühlen und gießt sie inwarmes Wasser, in dem man sie durch Auskneten, unterhäufigem Ersatz des Wassers, von Glycerin befreit. Daraufwird das Pflaster durch längeres Erwärmen im Wasserbadevom Wasser befreit. Eine vollständige Entfernung desWassers aus dem Pflaster erreicht man bequem durch Er-hitzen desselben im Dampfbade mit gespannten Wasser-dämpfen.

Würde man nun die Masse einfach erkalten lassen, sowürde sie während des Erstarrens im Innern körnig kristal-linisch werden, wodurch ein Ausrollen sehr erschwert würde.Deshalb unterwirft man das Pflaster einer knetenden Be-arbeitung, dem sog. Malaxieren. Dieses wird ausgeführt,indem man die halb erkaltete, 6070° warme Masseauf genäßtes, auf einem ebenfalls genäßten Tisch ausge-breitetes Pergamentpapier bringt und hier einige Zeit langdurchknetet; man vermeidet so jedes Ankleben sowie einÜbermaß von Wasser. Man rollt es dann in Stangen aus,die man zwischen Wachspapier aufhebt, oder bewahrt es inStücken auf.

Anstatt durch Kochen auf freiem Feuer kann man die Pflaster-bildung auch im Wasserbad vornehmen; bei einem gewöhnlichenWasserbade dauert sie tagelang, bei Anwendung eines Dampf-apparates mit 12 Atmosphären Spannung ist sie in einigenStunden beendet, und ein Anbrennen der Masse ist ausgeschlossen.

Chemischer Vorgang. Die Bildung des Bleipflasters durchKochen von Erdnußöl, Schweineschmalz und Bleiglätte beiGegen-wart von Wasser ist eine Verseifung. Die Fette und fetten Öle sindGemische von Estern des dreiwertigen Alkohols Glycerin mithochmolekularen organischen Säuren, namentlich der Palmitin-,Stearin- und Ölsäure. Kocht man die Fette und Öle mit Bleioxydund Wasser, entstehen die Bleisalze der Säuren, eben das Blei-