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Über das normale Harneiweiß
Entstehung
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näher zu identifizieren, so versuchte ich es noch mit einigenanderen Reaktionen, von denen ich jedoch keine regelmässig an-wandte, um zu den anderen vier genügend Niederschlag zu haben.

Die Reaktion von Liebermann (trocknes Biweiss kochtman mit rauchender Salzsäure und es entsteht eine tiefblaue bisblauviolette Färbung), die auf der gemeinsamen Anwesenheit derOxyphenyl- und Kohlehydratgruppe beruht 27 ), fiel bei dreien inobigen Tabellen angeführten Niederschlägen positiv aus, währendbei weiteren zehn das Resultat ein negatives war.

Die Reaktion von Molisch besteht darin, dass man einigeTropfen einer alkoholischen Lösung von sc Naphthol fügt und dasGemisch mit konzentrierter Schwefelsäure mischt, wobei eineviolette Färbung auftritt. Diese Reaktion beruht auf der An-wesenheit der Kohlehydratgruppe im Biweissmolekül 27 ). Sie fielbei meinen Urinen nur ein einziges Mal positiv aus und zwarbei einem Niederschlag, bei dem alle anderen Proben ohne Erfolgwaren. Später blieb der Erfolg immer aus, so dass ich von dieserProbe wieder abkam.

Bei der Schwefelbleireaktion kocht man Eiweiss mitAlkalilauge und einem Bleisalz, z. B. Bleiessig. Dabei tritt langsam< j ine Schwarzfärbung' auf, die durch die Zystingruppe bedingt ist 27 ).Diese Reaktion fiel mit Barytniederschlag aus normalem Harn beimir nur zweimal positiv aus.

Erwähnen möchte ich hier, dass alle Versuche mit Hunde-und Kaninchenharn negative Ergebnisse lieferten, so dass ichmeine ursprüngliche Absicht, auch in diesen Harnen einen ähn-lichen Körper nachzuweisen, fallen lassen musste. Ich setzte da-her meine Versuche ausschliesslich mit Menschenharnen fort.

Der Umstand, dass ein grosser Teil meiner Barytniederschlägekeine Reaktion gab, brachte mich, da Rusconi's Versuche janie negativ gewesen waren, auf den Gedanken, dass durch 10 ccmBarytwasser auf 100 ccm Harn, diejenigen Substanzen, die diepositiven Reaktionen ergaben, vielleicht nicht genügend ausgefälltwürden. So setzte ich nun zu dem Filtrat noch einmal 10 ccmBarytwasser und der entstehende Niederschlag gab bei denselbenProben ebenfalls einen positiven Ausfall der Eiweissreaktion,welche ich beim ersten Niederschlag erhalten hatte; es liess sichjedoch im zweiten Filtrat nicht mehr, wie im ersten, Indikannachweisen. (Fügt man zu einer Portion Harn ein Volumen Ober-mayers Reagenz, d. i. rauchende Salzsäure, die in 500 Teilen