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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen sowie des Deutschen Arzneibuches und anderer Pharmakopöen namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Hydroisozykl. K.W. der Cholestangruppe u. deren Derivate.

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C h o 1 e I n s ä u r e n sind Verb, von Dioxy cholensäure, C^H^O,,, mit 8 Mol.höherer Fettsäuren; auch alle anderen Fettsäuren u. viele zykl. in W. unl. Verb.geben mit Dioxycholansäure Molekelverb., deren Alkalisalze leichtl. mW. sind.

Cholesterine, Cholestearine sind geruch- u. geschmacklose Krist., unl.in W., verd. Säuren u. selbst konz. Alkalilauge, lösl. in Ä., Fetten u. sied. Wg.;mit giftigen Saponinen u. Toxinen bilden sie ungiftige Verb.

Tiercholesterine schmelzen bei 145°—146", Pfianzeneholesterine bei1360 — 137° (Nachweis von Tierfetten neben Pflanzenfetten durch Isolierungihrer Cholesterine).

Die Lös. der Cholesterinverb. in Chloroform auf H 2 S0 4 geschichtetgibt eine rote Zone u. die H 2 S0 4 fluoresziert grünlichgelb; verdunstet man dierote Chloroforml'ös., so wird sie blau, grün u. gelb (Salkowskis Reaktion).

Die Lös. der Cholesterinverb. in Essigsäureanhydrid wird durch konz.H 2 S0 4 violett u. dann tiefgrün (Liebermanns Reaktion).

Tiercholesterine. 1-Cholesterin, C 27 H 45 (OH), findet sich gelöst ingeringer Menge in allen Fetten, im Blute, in fast allen tierischen Flüss., in denFäzes, selten im Harn, reichlich im Gehirn, Eidotter, in der Nervensubstanzu. in der Galle; die meisten Gallensteine der Menschen bestehen daraus.

Oxycholesterin, C 2 ,H 4(i 0 2 , ist ein steter Begleiter des 1-Cholesterins.

IsoCholesterin, C 27 H 44 0, findet sich ebenfalls im Wollfett, Kopro-sterin, C 2 ,H 48 0, u. isomeres Cholestanol in den Fäzes der Menschen usw.,Bufonin, C 34 H 64 0 2 , u. Bufotalin, C 34 H 4B O 10 , die Gifte des Krötenhaut-sekrets, stehen dem Isocholestcrin nahe.

Cholesterinester der Palmüin-, Stearin- u. Hyänasäure (C 25 H 50 O 2 )nebst Cerylcerotinat finden sich in den Hautgebilden (Haaren, Hufen, Hautusw.)"• bilden das beim Waschen der Schafwolle erhaltene Wollfett.

Sie dienen gereinigt, da sie nicht ranzig werden u. viel W. binden, als dieSalbengrundlage 'Adeps Lanae anhydricus, Alapurin, Vellolin,gemischt mit Paraffin u. W. als Lanolinum; Thilanin ist eine S-Verb. desWollfetts, Eucerin ist Paraffinsalbe gemischt mit Oxycholesterin.

Pfianzeneholesterine, Phytosterine, finden sich frei in geringer Menge>n allen Pflanzenteilen u. Pflanzenfetten.

Zu erwähnen sind Paracholeslerin C 25 H 44 0, in der Gerberlohe,Caulosterin, C 28 H 44 0 2 , in den Lupinenkeiinen, Onocerin (Onocol), C 26 H 44 0„,in der *Rad. Ononidis, Sitoslerin, C 26 H 44 0, in den Weizen-u. Roggenkeimen.

Ferner Betasterin, C 2e H 44 0, in der Runkelrübe, Hefecholesterin, C 26 H 44 0,Euphorbon, C 30 H 48 O, im 'Euphorbium, Ergosterin. C 24 H 40 O, im'Seeale cornutum, Phytosterin, C 24 H 44 0, im Gries usw.

Auch andere C-reiche, in Pflanzen vorkommende Alkoholewerden wegen ihrer Farbenreaktionen (s. oben), trotz ihrer abweichenden Zu-sammensetzung, zu den Phytosterinen gezählt, z. B. Angelicin, C 26 H 40 O 2(Hydrocarotin), in der Engelwurzel ('Radix Angelicae) u. in der Mohr-rübe, Quebrachol, Cupreol, Cinchol, alle C 20 H 34 O, in der Chinarinde, Ganna-binol, C 18 H 28 0 2 in Cannabis sativa, Viscol, C 21 H 38 0, in Viscum album, Avenol,Ca 9 H 42 0, in Avena sativa, Lupeol, C 26 H 42 0, in Lupinus luteus, ferner vieleHarzalkohole (Resinole, S. 560) usw.

Oxycholansäuren, nämlich die Monooxycholansäure, C 24 H 40 O 3 (Litho-cholsäure), die Dioxycholansäure, C 24 H 40 O 4 (Dosoxyeholsäure) u. dieTrioxycholansäure C 24 H 40 O 5 (Cholsäure), finden sich neben Choleinsäurenim Tierreich als Bestandteil der Gallensäuren, frei im Kot, bei Gelbsucht im Harn.

Sie bilden bittere Krist., schwerl. in W. u. Ä., leichtl. in Wg., in der Lös.rechtsdrehend u. unterscheiden sich namentlich durch ihre versch. Schmelz-punkte; beim Kochen mit Säuren, bei der Fäulnis oder beim Erhitzen verlierensie W. u. bilden amorphe, in W. u. Alkalien unl. Anhydride (Choloidinsäuren,Dyslysine usw.); alle geben die Pettenkofersehe Reaktion (s. unten).

Cholsaures Quecksilber findet als Mergal med. Anw., cholsaures Stron-tium als Agobilin, tauro- u. glycocholsaures Natrium (gereinigte Ochsen-galle) als Natrium choleinicum, choleinsaures Silber als Choleval.■Arnold, Repetitorium. 16. Aufl. 3 6