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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen sowie des Deutschen Arzneibuches und anderer Pharmakopöen namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Organische Chemie.

Allgemeines über organ. Verb. u. deren Benennung.

Die Verb, des Kohlenstoffs stehen zueinander in näherer Beziehungwie die Verb, anderer Elemente; sie sind, außer den Säuren u. Salzen, inLös. nicht in Ionen dissoziiert, weshalb ihre Reaktionen zumeist langsam u.unvollständig, d. h. nur bis zu einem gewissen Gleichgew., verlaufen u.dalier die theoret. zu erwartenden Endprodukte einer Reaktion meist quantit.nicht erreicht werden (S. 107 u. S. 109).

In ihrem allgem. Verhalten gegen ehem. u. physik. Angriffe zeigenorg. Verb, größte Übereinstimmung, wie schon bei der Zersetzung u. Bild,derselben gozeigt wurde (S. 347); die Einw. von Wärme ist tiefgreifend u.ebenso von Fermenten, die aber, im Gegensatz zu anorg. Katalysatoren,fast nur spaltend wirken.

Nur wenige C-ärmere Verb, treten als Gase auf, z. B. einige K.W. u.deren Halogeuderivate, Methyläther, Formaldehyd, Dicyan, einige Amine,Arsine usw.; mit Zunahme des C-Gehalts nimmt das Auftreten in fester,bzw. krist, Formart zu; fast alle org. Verb, sind lösl. in Wg., Ä., Chloroform,Benzol usw., die Löslichkeit in W. nimmt mit Zunahme des C-Gehalts ab,Halogenderivate sind meist unl. in W.

Die Ermittlung der Molekelformel u. Konstit. ist leichter wie bei anorg.Verb. u. von größerer Bedeutung wegen des Auftretens zahlreicher Isomerien,auch gestattet die Kenntnis der Konstit. eine übersichtliche Einteilung derenormen Anzahl org. Verb, in aliph. u. zykl. Verb., bzw. in vier Haupt-klassen u. deren weitere Einteilung in homologe Reihen (S. 331).

Die Beziehungen zwischen den physik. u. ehem. Eigensch. org. Verb. u.deren Konstit. wurden schon S. 89 besprochen.

Aliph. Verb, sind im allgemeinen gegen ehem. u. physik. Einflüsse be-ständiger wie zykl. Verb.; letztere enthalten meist, wie unges. aliph. Verb.,Doppelbindungen einiger C-Atome u. können dann sowohl Substitutions- wieAdditionsverb, bilden, die Addition findet aber schwerer statt u. die Produktezeigen große Neigung, wieder in die ursprüngliche unges. Verb, überzugehen;zykl. Verb, mit aliph. Seitengruppen zeigen die Isomerien u. alle anderen Eigen-sch. beider Klassen.

Alle aliph. Verb, lassen sich theoretisch von Methan, GH 4 , durch Substit.ableiten u. die meisten zykl. Verb, vom Benzol, C 6 H 6 ; letztere Verb, sindwieder leicht in Benzol oder nahe Derivate desselben überführbar u. unter-scheiden sich von den aliph. Verb, namentlich durch ihr Verhalten gegen H 2 4u. HN0 3 , die Oxydierbarkeit ihrer aliph. Seitenketten u. die Beständigkeitsolcher Halogenverb., welche das Halogen am Benzolring enthalten.

Die Benennung org. Verb, wird bei deren Hauptklassen betrachtet;wie bei anorg. Verb, werden auch hier oft noch Trivialnamen gebraucht, z. B.Holzgeist, Weingeist, Ameisensäure. Blausäure, Anilin, Skatol, oder Namen,die von verlassenen ehem. Anschauungen stammen, z. B. Chloroform, Mercaptan,Nitroglycerin, Carbolsäure.

Einteilung.

Um die große Zahl org. Verb, einzuteilen, geht man von deren Konstit.aus, nach der sich vier Hauptklassen unterscheiden lassen.

Verb, unbekannter Konstitution nehmen mit den Fortschrittender Chemie immer mehr ab u. sind nachfolgend bei den Verb, bekannterKonst. eingereiht, da ihre Konst. fast stets so weit erforscht ist, daß mansie einer der erwähnten vier Klassen zuweisen kann.