Bildung u. Zerlegung organ. Verbindungen.
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»erb. gelöst enthält, während die untere von fein verteilter Kohle usw.dunkel gefärbte, dicke Flüss. Teer heißt; derselbe wird zuerst durch frak-»oiuerte Dcst. in einfachere Gemenge, sog. Teeröle, zerlegt, aus denenan n ebenso deren einzelnen org. Bestandteile abgeschieden werden.
Bei der trocknen Dest. fossiler Kohlen (z. B. bei der Leuchtgasdarst.
• ln den Kokereien) erhält man die Zersetzungsprodukte als Leuchtgas,
Üp Wr e ' n e wäss., alkalische Flüss., welche namentlich NH 3 u. org. Derivate
: 'selben enthält (Gaswasser S. 194), sowie den Teer; der Rückstand der Dest.
bt Unreiner Kohlenstoff u. heißt Koks.
Leuchtgas enthält etwa 50 Proz. H, 30Proz. K.W. der Methan-, Äthylen-,
Aeetylen- u. zyklischen Reihe, etwas CO, C0 2 u. CS 2 , Luft u. Wasserdampf,
• e mer NH a , H 2 S, SO,, HCN, welche vor dem Gebrauch des Gases durch Leiten
«er noch feuchtes Ferrihydroxyd entfernt werden (Gasreinigungsmasse,
Lamingsche Masse, hergestellt "aus Ferrosulfat, Ca(OH) 2 , u. Sägespänen).
Olgas, Fettgas, Blaugas (nach dem Erfinder benannt) aus Teerölenoder Pflanzenfetten durch trockne Dest. erhalten, ist im Gegensatz zu Kohlen-'euchtgas leicht durch Druck zu verflüssigen u. kommt in eisernen Zylindern,hamentlich zur Beleuchtung der Eisenbahnzüge, in den Handel.
Gew. Steinkohlenteer entsteht beim Erhitzen der Kohlen auf über1000° u. bildet eine braunschwarze Flüss. (Pix Lithanthracis), welchegereinigt als Anthrasol auch med. Anw. findet. Er besteht fast nur aus zykl.♦erb.; durch frakt. Dest. wird er in seine Bestandteile zerlegt (s. isozykyl. K.W.).
Die dabei zurückbleibende, schwarze Masse heißt, wenn fest Hartpech,^enn dickflüssig Teerasphalt; sie dient zur Darst. von Asphaltlack, Dach-Pappe, Briketts, Ruß usw.
Tieftemperaturteer oder Urteer entsteht beim Erhitzen derKohlen auf 300°—500° u. bildet eine dicke, gelbrote Flüss., welche fast nur aus8es. aliph. flüss. u. festen K.W. besteht u. daher dem Rohpctroleum nahe steht;diese K.W. (namentlich Acetylen, C 2 H 2 s. dieses), sind die primären Produkteder Kohlendosl., aus denen dann bei höherer Temp. die zykl. Verb, des gew.Steinkohlenteers entstellen (S. 352).
Bei der trocknen Dest. des Holzes erhält man dieselben Gase wie bei derSteinkohlendest., ferner eine wäss., saure Flüss. (rohen Holzessig), welcheEssigsäure, Holzgoist, Aceton, Methylamin, enthält, sowie Holzteer.
Der Rückstand der Dest. ist unreiner Kohlenstoff u. heißt Holzkohle.
Holzteer (z. B. Buchen-, Birken-, Nadelholzteer) enthält zykl. u. aliph.K.W., Phenole u. Kreosot. "Pix liquida, eine schwarzbraune Flüss., wirddurch trockne Dest. von Nadelhölzern gewonnen; derselbe ist lösl. in Wg.,wenig lösl. in W. ('Aqua Picis).
Holzteer wird durch frakt. Dest. in schweres u. leichtes Teeröl getrennt;ersteres dient als Schmieröl u. zur Kreosotdarst., letzteres als Terpenlinölersatz.
Die bei der frakt. Dest. des Holzkohlenteers zurückbleibende schwarzeMasse heißt Schiffspech, Schusterpech.
Bei der trocknen Dest. von Torf, Braunkohlen u. bituminösen (d. h. teer-haltigen) Schiefern (der sog. Schwelerei) erhält man dieselben Gase wie beider Steinkohlendest.; der erhaltene Teer besteht namentlich aus aliph. K.W. u.ist das Hauptmaterial zu deren Darst. Den Rückstand der Dest. bilden dieohne Flamme u. Rauch brennenden Grudekoks.
Ein in Tirol vorkommender, versteinerte Fische führender, teerigerSchiefer liefert einen Teer, der Schwefel als Thiophen u. dessen Homologeenthält; mit H 2 S0 4 behandelt bildet er die in ihrer Konstit. unbekanntoIchthyolsulfonsäure C 2 8H 3 eS(S0 3 H) 2 , deren Salze med. Anw. finden, z. B.das Ammoniumsalz als Ichthyol, das Silborsalz als Ichlhargan u. Ichthargol.
Ähnliche Produkte sind Isarol, Ichden, Ichthammon, Desichthy-ol, Ichthynat, Ichthyoidin, Ichthyopan, Tumenol usw.
Bei der trocknen Dest. von Knochen, Hörn, Hufen usw. erhält man einenamentlich Ammoniumcarbonat u. Methylamin enth. wäss. Flüss. (S. 255),Arnold, Repotitorium. 16. Aufl. 23