328
Metalle- und deren Verbindungen.
Kolloides Gold, welches mit W. blaue bis purpurrote Lob. gibt, wirddurch Einw. einiger org. Reduktionsmittel auf Aurichloridlös. erhalten, sowiedurch elekt. Zerstäubung von Gold (Elektroaurol).
Auch viele org. Stoffe fällen aus Goldlös. dunkles kolloides Au (Ver-golden oder Tonen photogr. Papiere, Purpurfärbung der Haut durch Goldlös.).Goldpurpur (S. 329) u. Rubinglas (S. 261) sind feste Lös. von kolloidem Gold.a. Legierungen des Golds.
Gold legiert mau für Schmucksachen u. Münzen usw. mit Silber oderKupfer, woduch es härter u. schmelzbarer wird, ohne daß die Farbe leidet.
Legier, mit Rhodium S. 325, mit Platiu S. 323, Quartation S. 241.
Den Goldgehalt der Legierungen (Feingehalt S. 275) gab man früherin Karaten an (Reines Gold = 24 Karat); zu guten Goldwaren gebrauchteLegierung ist 14karätig, d. h. besteht aus 14 T. Gold u. 10 T. Kupier.
Jetzt bezeichnet man den Goldgehalt durch Tausendstel; Reichsgold-münzen haben einen Feingehalt von 900 /iooo- d. h- enthalten 1 / l0 Kupfer.
Andere Metalle vergoldet man galvanisch oder mit Goldamalgam (s.Silber) oder durch Aufwalzen von Gold (Plattieren), nichtmetallische Gegen-stände überzieht man mit Klebstoffen u. dann mit Blattgold.
Der Feingehalt gew. Goldwaren ist durch die Strichprobe annähernd fest-stellbar, d. h. beim Reiben derselben auf dem Probierstein (einem schwarzenKieselschiefer) entstehen Striche mit einer dem Goldgehalt entspr. Farbe, diedann mit Strichen von bekannten Goldlegierungen (Probiernadeln) verglichenwerden, meist unter gleichzeitigem Behandeln der Striche mit Königsw.
b. Verbindungen des einwertigen Golds.
Aurooxyd, Au 2 0, entsteht durch Alkalilauge aus AuCl u. Erwärmen vonAu(OH) als dunkelviolettes Pulver, bei 250° in Au 2 + O, durch HCl in Au u.AuCl, (bzw. HAuClJ zerfallend, mit Säuren u. Basen sich nicht verbindend.
Aurohydroxyd, Au(OH), fällt aus durch S0 2 reduzierten, komplexen Auri-salzlös. durch Alkalilauge als violettes Pulver, in reinem W. mit blauer Farbekolloid lösl., gegen Säuren u. Basen sich wie Au a O verhaltend.
Aurochlorid, AuCl, entsteht beim Erhitzen von Aurichlorid, AuCl 3 , auf 180"als weißes Pulver, unl. in W., sich beim Glühen in Au + Cl, beim Kochen mitW. in lösl. AuCl, + 2Au spaltend; mit Alkatihalidcn bildet es komplexe Salze.
Komplexe Aurosalze. Außer Aurohaliden, z. B. K(AuBr 2 ) u. Sulfoauriten(s. S. 329, 2 ), Auroamminen (s. unten) u. Auroammoniumchlorid (NH,Au)Cl,sind auch komplexe Aurocyanide, z. B. K(AuC 2 N 2 ) bekannt
c. Verbindungen des dreiwertigen Golds.
Aurloxyd, Au 2 0 3 , Goldsäureanhydrid, entsteht beim Erwärmen vonAu(OH) 3 u. durch Einw. konz. HNO, auf Magnesiumaurat (s. unten): Mg(AuO a ) a-f 2HNO, = Mg(NO,) s + H 2 0 -f Au a O„ als braunes Pulver, das sich gegenSäuren u. Basen wie Au(OH), verhält, u. bei 250» in Au a -j- 30 zerfällt,
Aurihydroxyd, Au(OH) 3 , Goldsäure, entsteht durch verd. HNO, ausMagnesiumaurat! Mg(Au0 2 ) a + 2HNO, + 2H a O = Mg(NO,) 8 + 2Au(OH)„, alsrötbraunes Pulver, das sich am Lichte unter O-Enlw. zersetzt; es ist lösl. inSäuren zu unbeständigen Aurisalzen, in Alkalilauge zu Alkaliauraten.
Durch Einw. von NH,-Lös. auf Au(OH), oder auf AuCl 3 entsteht Knall-gold, NH = Au~NH 2 , als braungrünes, leiclit explodierendes Pulver.
Goldsaure Salze oder Anrate leiten sich von der frei nicht bekanntenMetagoldsäure, HAu0 2 , ab. Erwärmt man AurichJoridlös. gelinde mitMagnesiumoxyd, so erhält man eine gelbe Fällung von Magnesiumaurat,Mg(AuO a ) a ; wird Aurichloridlös. mit Alkalilauge versetzt, so fällt Aurihydroxyd.das sich im Überschusse der Alkalilauge zu Kaliumaurat. KAuO,, löst, u.beim vorsichtigen Abdampfen in gelben Nadeln erhalten wird.
Aurichlorid, AuCl 3 , braunes Goldchlorid, entsteht beim Erhitzenvon Goldpulver in Chlorgas als braune, kristallin., zerfließliehe Masse lösl. in