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Nichtmetalle und deren Verbindungen.
Darst. 1. Wird trockener 0 bei guter Abkühlung in besonderen Ap-paraten der stillen elekt. Entladung (S. 122) ausgesetzt, so steigt der Ozon-gehalt nach Größe der elekt. Entladung u. des Apparats bis zu 15 Proz.(Techn. Darst. zum Bleichen, ferner zum Beinigen von Trinkwasser).
2. Konz. Salpetersäure (HN0 3 ) entwickelt aus Persulfaten (z. B. ausK 2 S 2 0 8 ) Sauerstoff, der bis 4 Proz. Ozon enthält.
3. Beim Leiten von 0 über feuchten Phosphor, ferner durch Eintragenvon O-reichen Verb., wie Barium-, Natrium-, Wasserstoffperoxyd, oder vonSalzen der Persäuren (z. B. von Permanganaten, Perboraten, Persulfaten,Perkarbonaten) in konz. Schwefelsäure erhält man 0, der höchstens einigeZehntelproz. Ozon enthält.
Eigenseh. Wird der nach vorstehenden Methoden erhaltene ozon-haltige Sauerstoff durch Abkühlen verflüssigt u. läßt man dann die Flüss.langsam verdunsten, so entweicht bei —182° der 0 als Gas u. Ozon bleibtals tiefblaue Flüss. zurück, die bei —249° krist. u. bei —120° vergast, wobeiunter Explosion plötzlicher Übergang in O-Gas erfolgen kann.
Gasförmiges Ozon ist in längeren Schichten bläulich, neutral, schonin Spuren charakt. riechend u. die Schleimhäute reizend, in W. mit neutralerKeaktion sehr wenig lösl.. löslicher in Essigsäure oder Tetrachlorkohlenstoffmit blauer Farbe.
Da es ein Atom 0 unter Bild, von 1 Mol. 0 2 leicht abgibt, wirkt es imGegensatz zu 0 schon bei gew. Temp. oxydierend, aber, wie viele andereGase, nur dann, wenn es nicht ganz wasserfrei ist (S. 112); Leuchtgas, Terpen-tinöl, Phosphor entzünden sich darin, frisch ausgeglühtes Silberblech bedecktsich mit schwarzem Silberdioxyd, weißes Bleihydroxyd geht über in braunesBleidioxyd, schwarzes Bleisulfid (PbS) in weißes Bleisulfat (PbS0 4 ).
Mit gepulverten Alkalihydroxyden gibt es orange gefärbte Verb., an-scheinend (KOH)0 2 usw., die mit Säuren 0 2 abspalten u. fälschlich ozon-saure Salze heißen.
Unges. K. W., z. B. Terpentinöl, absorbieren Ozon unter Bild, vonmeist explosiblen Additionsprodukten, welche 0 z o n i d e heißen (s. diese).
Es entfärbt alle Pflanzenfarben durch Oxydation (Anw. zumBlei che n) u. oxydiert viele andere org. Verb., oft unter deren Entzündung,weshalb Kautschukschläuche u. Korke bei der Darst. zu vermeiden sind.
Erkenn. 1. Mit Kaliumjodidlös. u. Stärkekleister getränktes Papierwird, je nach der Ozonmenge, schwachblau bis tiefblau, indem Ozon Jod
freimacht: 0 3 +2KJ+H 2 0== 0 2 +2KOH+J 2 ; freies Jod bläut aber
Stärkekleister. 2. Guajakharzlösung wird durch Ozon gebläut.
3. Die erste Beaktion tritt auch bald ein mit Wasserstoffperoxyd,beide Reaktionen mit Chlor-, Brom- u. Stickstoffdioxydgas.
Um Ozon sicher zu erkennen, benutzt man Papier, befeuchtet mit derweiugeistigen Lös. einer org. Verb., welche abgekürzt Tetramethylbaseoder Arnoldsche Base heißt (s. diese); solches Papier wird nur durch Ozon-gas violett, durch Stickstoffdioxydgas hingegen gelb, durch Chlorgaa oderBromgas blau, durch Wasserstoffperoxyd nicht gefärbt.