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Verwandtschaf tslehre.
3. Konzentrationsketten mit Elektroden aus ehem. angreif-baren Metallen entstehen, wenn man zwei Stäbe aus demselbenMetall in zwei versch. konz., sich berührende Lös. eines ihrerMetallsalze taucht, z. B. zwei Silberstäbe in zwei versch. starke Lös. vonSilbernitrat, oder einen langen Zinnstab in zwei aufeinandergeschichtete, versch.starke Lös. von Zinnchlorür, wobei der Zinnstab dann beide Elektroden u.zugleich den Schließungsbogen bildet.
Die elektromotorische Kraft entsteht hier sowohl dadurch, daß sichFlüss. von ungleicher Konz. berühren (s. unten) als auch dadurch, daß dieElektroden in Flüss. versch. Konz. stehen: z. B. wird die Zinnelektrode in derverd. Lös. elektropos. Zinnionen abgeben u. dadurch elektroneg. werden,während an der Zinnelektrode in der konz. Lös. sich deren Zinnionen als Zinnmol.absetzen, wodurch diese Elektrode elektropos. wird.
4. Konzentrationsketten mit Elektroden aus ehem. nicht,angreifbaren Metallen sind die Gas- u. Flüssigkeitsketten, bei denen derelekt. Strom nicht durch eigentliche ehem. Prozesse, sondern durch Ionenbild.,bzw. Ionenwanderung der Elektrolyt« entsteht.
Flüssigkeitsketten bestehen aus Elektroden von Edelmetallen, welchein Elektrolytlös. von versch. Konz. stehen; hier entsteht der elekt. Stromdurch die versch. Wanderungsgeschwindigkeit der Ionen, indem eine Ionenartin die verd. Lös. voraneilt, wodurch die entgegengesetzt geladene Ionenartin der konz. Flüss. zunimmt, also das elektrostatische Gleichgew. gestört u.eine elekt. Spannung hervorgerufen wird.
Gasketten bestehen aus Elektroden von Edelmetallen, die eine Hüllevon adsorbierten gleichstoffigen oder zwei versch. Gasen enthalten, wobei sichdie Elektroden verhalten, wie wenn sie Metalle aus den betr. Gasen wären; derelekt. Strom entsteht hier, z. B. bei einer Wasserstoffgaskette, indem Wasser-stoffmol, von dem Metall, das in stärker verd. Schwefelsäure steht, als pos.Ionen in diese gehen, wodurch das Metall elektroneg. wird, während aus derweniger verd. Schwefelsäure Wasserstoffionen derselben an das darin ein-tauchende Metall gehen u. dieses, unter Bild. v. Wasserstoff mol. elektropos. laden.
5. Reduktions- u. Oxydytionsketteir. Bei jedem zwischen einemelektrol. Reduktions- u. Oxydationsmittel stattfindenden ehem. Prozeß tretenÄnderungen in der lonenladung ein, d. h. Änderung der Wertigkeit der betr.Ionen; diesen Vorgang kann man elektromotorisch wirken lassen, wenn mandie Lös. der Reduktions- u. Oxydationsmittel in gesonderten Gefäßen (dureneinen indifferenten, gelösten Elektrolyten verbunden) mit ehem. unangreifbarenElektroden verwendet.
6. Umkehrbare (reversible oder unpolarisierbare) Kettensind solche, in denen der ursprüngliche ehem. Zustand wieder herstellbar ist'wenn man einen, dem entnommenen elekl. Strome gleichstarken Strom in unrgekehrter Richtung durch sie hindurchgehen läßt, d. h. an der AustrittsstelKder neg. Elekt., die neg. Elekt. einströmen läßt u. an der anderen Elektrode-als Austrittsstelle der pos. Elekt., die pos. Elekt. einströmen läßt.
Es werden dann z. B. bei der Daniellkette (S. 131) an der neg. ZinK'elektrode die pos. Zinkionen der Lös. entladen u. als Zinkmetall abgeschieden,während von der pos. Kupferelektrode neg. Kupferionen in Lös gehen-
In umkehrbaren Ketten müssen beim ehem. Vorgang die Gesamtstof' 6des Systems unverändert bleiben, z. B. wie in der Daniellkette: CuS0 4 + Zn^^ZnS0 4 -f Cu, bei nichtumkehrbaren (irreversiblen oder polarisierbaren) Ketten werden die Gesamtstoffe vermindert, z. B. wie in der Volt»'kettes Zn + Cu + H a S0 4 = ZnSO, -f Cu + H 2 , durch Entweichen von BY!
Alle umkehrbaren galv. Ketten arbeiten rationell, d. h. mit größte!"Nutzeffekt, die nicht umkehrbaren galv. Ketten sind schlecht gebaut^Dampfmaschinen zu vergleichen.
Die wichtigsten umkehrbaren Ketten sind die Akkumulatoren, d. &'solche Ketten, welche gestatten, eine möglichst große Menge elekt. Energ> e