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Verwandtschaftslehre.
Lösungsmittel flüchtig >o nimmt die Erhitzung in verschlossenen Gefäßen(Autoklaven) oder Röhren vor.
Das Erhitzen vieler org. Verb., die sich verbinden sollen, erfolgt in solchenGefäßen nicht wegen dos erreichbaren, höheren Drucks, sondern wegen dererreichbaren, höheren Temperatur.
Druck ändert die Reaktionsgeschw. nur bei multimolekularenReaktionen von Gasen; u. zwar bei bimolekularen proportional dem Druck,bei trimolokularen proportional dem Quadrate des Drucks (S. 106).
Natur des Lösungsmittels, sowie kleine Änderungen des-selben, beeinflussen die Reaktionsgeschw. der betr. Reaktionen.
Katalysatoren (s. S. 7) können die Reaktionsgeschw. be-schleunigen (pos. Katalysatoren) oder verlangsamen (neg.Katalysatoren); oft kann die Wirkung eines Katalysators durch Zusatzeines anderen Stoffes (Antikatalysator) vernichtet werden (sog. Ver-giftung); man unterscheidet auch (nicht ganz korrekt) nach der Art derWirkung allg. u. spezielle Katalysatoren.
Pos. Katalysatoren sind vor allem Säuren u. Basen, von deneneine geringe Menge fast alle langsam verlaufenden Prozesse beschleunigt,vorausgesetzt, daß sich diese nicht mit einem der reagierenden Stoffe ver-binden: auch Belichtung kann zuweilen wie ein Katalysator wirken (S. 7).
Feinverteilte Metalle der Platingruppe, namentlich Platin u. Palladium,können Reduktions- u. Oxydationsvorgänge beschleunigen (S. 7).
Viele Metalloxyde beschleunigen die Entwicklung von Sauerstoff au-«merstoffre chen Verb., z. B. aus KC10 3 , Chlorkalk usw.
Geringe Wasserdampfmengen beschleunigen viele Reaktionen, z. B.explodiert ein trocknes Gemenge von CO + O nur sehr schwer, troeknes HCI-und NH 3 -Gas vereinigen sich nicht, usw.
Viele pos. Katalysatoren spielen in der Technik einegroße Bolle, z. B. in der Schwefelsäurefabrikation, bei welcher versch.Katalysatoren (Platin. NO usw.) für die Verbindung von S0 2 + O dienen.
Sowohl in der Technik als auch in der Biologie sind vongrößter Bedeutung die Enzyme (ungeformte Fermente) genanntenpos. Katalysatoren, welche den Eiweißstoffen nahe stehen (s. diese).
Gewisse Metallsole (S. 87) wirken ähnlich wie Enzyme u. können wiediese durch giftige Stoffe geschwächt, bzw. vernichtet werden.
Neg. Katalysatoren sind nur vereinzelt bekannt; z. B. verzögernSpuren von Mannit oder Benzylalkoho! die Oxydation v. Natriumsulfit inwäss. Lös.; auch Licht kann als Katalysator wirken (S. 133).
Autokatalyse heißt die katalyt. Spaltung einer Verb, durch einen ihrersich abspaltenden Bestandteile; z. B. gehen Oxycarbonsfiuren leicht in ihreAnhydride (Lactone) über u. H-Ionen beschleunigen diesen Übergang; daOxysäuren als Säuren H-Ionen abspalten, beschleunigen sie ihre eigene Zer-setzung.
Manche ehem. Vorgänge verlaufen mit Katalysatoren in andrer Richtungwie ohne diese u. versch. Katalysatoren können oft eine ehem. Reaktion ganzverschieden verlaufend machen.
Katalysatoren beeinflussen nicht die ehem. Affinität, leitenalso eine ehem. Reaktion nicht ein u. ändern nicht die Gleichgewichtskonst..sondern nur die Geschwindigkeilskonst., denn der Katalysator muß die vonlinks nach rechts verlaufende Gleichgewichtsreaktion im gleichen Maße ändernwie die umgekehrt verlaufende Reaktion.
Aus diesem Grunde müßten Enzyme auch imstande sein. Verb, aus denStoffen aufzubauen, welche sie in diese Stoffe spalten, u, auf diese Art aus