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1 (1854)
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Herba Absinthii.

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scharfen, etwas süsslichen. Es wird aus China eingebracht. MitSorgfalt aufzubewahren.

In früheren pharmokognostischen Werken wurden mehrere Bäume, wieStalagmites cambogioides , Gartinia Cambogia als Mutterpflanzen des Gutti auf-geführt. Es scheint jedoch zweckmässiger, der jetzigen Angabe der Pharma-copoe zu glauben, dass man den Baum noch gar nicht kennt. Aus den Unter-suchungen von Christison*) hat sich als bestimmt herausgestellt, dass der Saftdes in Ceylon wachsenden Baumes Gartinia Cambogia kein Gummigutt liefert,und überhaupt, dass sich kein Ceylonisches Gummigutt im Handel, sondern nurals Seltenheit in den Bazars der Küste von Koromandel findet.

Es kommen verschiedene Sorten von Gummigutt im Handel vor. 1) DasRöhrengummigutt. Es erscheint gewöhnlich in cylindrischen Massen von'/, biszu 8 Zoll Durchmesser, in der Regel hohl, oft übereinandergerollt und zusammen-hängend. Nicht selten sind mehrere dieser Röhren zu unregelmässigen Kuchenzusammengebacken, welche 3 bis 4 Pfund wiegen. Die Oberfläche der nicht ver-wachsenen Cylinder ist schmutzig grünlichgelb und gestreift, deutlich von dem Aus-druck der Schili'rohrformen herrührend, in welche der noch weiche Saft fliesst.

Eine audere Sorte ist das Kuchen- oder Klumpengummigutt. Sie ist diegewöhnliche. Auch hierin sind Stücke von 3 bis 4 Pfund Gewicht. Es hatvon der Oberfläche keine Eindrücke von Schilfformen. Es enthält Holzstückc,worunter oit Zweige von ziemlicher Stärke. Auf dem Bruche ist es nicht sodicht und glatt, wie dies beim Röhrengummigutt der Fall ist, sondern es istvoll kleiner Luftbläscheu und dabei viel weniger zerbrechlich, so dass es schwie-riger in Pulver zu verwandeln ist. Der Bruch ist nicht umschlich, vielmehrsplittrig und ganz ohne Glanz In Geschmack und Geruch sind sich beide Sor-ten gleich. Sie geben mit Wasser eine hochgelbe Emulsion.

Zur Abscheidung des Harzes hat Christison den Aether als das passendsteLösungsmittel empfohlen. Wenn man ihn mit dem Pulver schüttelt, so nimmter eine schöne Orangenfarbe an, welche eine grosse Intensität besitzt, indemdiese Farbe selbst noch bei grosser Verdünnung sichtbar ist. Nach dem Ver-dunsten des Aethors bleibt ein in dünnen Lagern orangenfarbenes Harz zurück,welches in dichteren Massen kirschroth, fast undurchsichtig wird. Der Aetherentweicht sehr schwierig ganz aus der Harzmasse. Nach wiederholtem Behandelnmit Aether bleibt eine flockige Substanz von blassgclblichweisser Farbe zurück.Sie hat die Natur des Gummi Arabicum. Sie löst sich in Wasser gänzlich undleicht auf und bildet eine blassgelbliche Lösung, welche beim Eindampfen faden-ziehend wird, und getrocknet eine durchsichtige röthliche Masse bildet, vonschleimigem, nicht saurem Geschmack.

Das Gummigutt enthält nahe 5 Procent Feuchtigkeit, die in erhöhter Tem-peratur abgehen, dann 21 bis 24 Procent Gummisubstanz und 71 bis 74 Procentvon dem gelben Harze.

Herba Absinthii. äBermutfy.

Artemisia Absinthium Linn. Compositae-Artemisiaceae.Das blühende Kraut. Die unteren Blätter dreifach fieder-

*) Annalen der Pharmacie 23, 172.