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1 (1854)
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Farina Hordei. Farina Ilordci praeparata.

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Der Bereitung des Baldrianextractes aui kaltem Wege liegt offenbar dieAnsicht zu Grunde, dass die flüchtigen Bestandteile nicht durch Erwärmungweggetrieben werden. Ein Extract kann aber in zweierlei Weise verfehlt wer-den: sowohl durch unrichtige Bereitungsmethode, als unrichtige Wahl des Aus-ziehungsmittels. Wer das Baldriancxtraet auf seine Güte prüfen will, kostet esdurch Geruch und Geschmack. Die Güte desselben wird durch den deutlichund krallig ausgesprochenen Geruch und Geschmack des Baldrians erkannt.Wenn dieser Schluss richtig ist, und auch jener fernere, dass die wirksamstenBestandteile des Baldrians seine flüchtigen sind, wenn es ferner richtig ist, dassein warmes BaldrianinfuBum ungleich kräftiger ist als ein kalter Auszug, unddass auch aus diesem Grunde nur heisse Infusa in der Receptur verordnet wer-den, und dass ferner die ätherische Tinctur des Baldrians in hohem Grade dieEigentümlichkeit dieser Wurzel wiedergiebt, so unterliegt es wohl keinemZweifel, dass das mit kaltem Wasser bereitete Extract des Baldrians eine ver-fehlte Arzneiform ist. So wie ganz richtig das roineranzcnschalenexlract mitWeingeist, das Wunnsamenextract mit Aether bereitet wird, ebenso muss dasRaldrianextract mit Weingeist bereitet werden. Der Vergleich beider Kxtractebeweist die Richtigkeit dieser Behauptung. Das mit, kaltem Wasser bereiteteExtract schmeckt sehr süss und um- schwach nach Baldrianöl und Baldriansäure;das mit Weingeist wie Extr. Corticum Aurantioruiit bereitete riecht und schmecktungemein stark nach Baldrian und brennt ordentlich auf der Zunge. Der Nach-geschmack in Mund und Gaumen (lauert sehr lange an. Es löst sich natürlichnicht klar in Wasser auf, ist aber auch weniger zur Lösung in Wasser be-stimmt, da so stark riechende und schmeckende Arzneikörper am besten inPUlenform, wozu sich dieses Extract sehr gut eignet, verordnet werden. Uebri-gens steht die Ansicht, ein weingeisliges Extract vom Baldrian anzuwenden,nicht allein, indem die Pharm, universalis noch sechs Pharmacopoeen nachweist,welche dieses Extract bereits aufgenommen haben. Die wichtigen Bestandteiledes Baldrians sind das ätherische Oel und die einem solchen sehr nahe kom-mende, von Pentz entdeckte Baldriansäure. Von diesen ist das Oel in Wassernicht, merklich löslich, während die, Säure löslich ist. Die mit kaltem Wasserausgezogenen Wurzeln geben mit Wasser destiliirt noch grosse Mengen 'äthe-rischen Oelcs. Dieses kann natürlich nicht mit in's Extract kommen, da es in'ler Wurzel sitzen bleibt. Man würde also freiwillig und Wissentlich auf denkräftigsten und cigcnthümlichstcn Bestandteil dieser Wurzel verzichten, wenn'"au kaltes Wasser als Lösungsmittel für das Extract anwenden wollte, umdie flüchtigen Bestandteile nicht durch Erwärmen fortzutreiben, lässt man sielieber unberührt in der Wurzel stecken. Die Absieht ist ganz richtig und gut,'las Mittel, diese Absicht zu erreichen, das ungeschickteste und zweckwidrigste,was man sich denken kann.

I

Farina Hordei ©erjlenmetjl.

Man gehe zum Bäcker oder Müller.

Farina Hordei praeparata. ^räpnrirrcö ©crftcmncl)!.

Bringe Gerstenmehl in ein oylindrisehes, zinnernes Gefäss unddrücke es fest ein, so dass es zu zwei Dritteln gefüllt ist. Hängedarauf dieses Gefäss in die Destillirblase, die zu zwei Dritteln mit