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Acetum crudum.
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Kupfer wird am leichtesten durch Uebersättigung mit Aetzammoniak gefun-den , welches eine azurblaue Färbung damit hervorbringt. Aufgelöstes Bleiwird durch einen Krystall von Glaubersalz entdeckt, der beim Auflösen imEssig eine weisse Trübung hervorbringt. Schwefelwasserstoffwasser zeigt durcheine braune Färbung oder schwarzen Niederschlag beide Metalle an, die durchobige Reaction einzeln erkannt werden. Von unwissenden Fabrikanten wirdder rohe Essig häufig nach Reeepten gemacht, die schädliche organische Sub-stanzen enthalten und die in gutem Glauben zugesetzt werden. Unter anderenwerden spanischer Pfeffer, Bertramwurzel, Seidelbast, Paradieskörner so an-gewendet. Diese Stoffe haben keim' sauren Eigenschaften und behalten ihreSchärfe auch nach dem Sättigen des Essig« mit Natron. Man bedient sich des-halb auch dieser Probe, indem man den mit Natron genau gesättigten Essig beigelinder Wärme Perdunstet, und mit der eingedickten extractartigen Masse Lippeund Zunge bestreicht. Im Falle solche Stolle vorhanden waren, zeigt sich nacheiniger Zeit ein deutliches, scharfes Brennen, welches nach Abspülen der Sub-stanz nicht gleich verschwindet. sondern nachhält.
Die Essigsäure kommt in der Natur nicht vor. Einige angeführte Vor-kommnisse sind noch zweifelhaft. Sie findet sich weder in Pflanzen, noch inThieren und wird durch den Lebensprocess nicht gebildet. Die beim Sauer-werden Stärkemehl- oder milchzuckcrhaltigcr Korper sich bildende Säure istkeine Essigsäuse, wofür sie lange gehalten wurde, sondern Milchsäure. DiesSndet namentlich beim Sauerkraute, bei den Gurken, beim Stärkekleister Statt.
Die Essigsäure wird in zwei ganz verschiedenen Processen gebildet, ein-mal durch die Oxydation eines verdünnten, mit stickstoffhaltigen Körpern ver-mischten Weingeistes an freier Luft, das andere Mal durch trockene Destilla-tion von Holz.
Aul die eiste Methode wird der gewöhnliche Essig aus Wein, Bier und■Malz und der Schnellessig bereitet. Reiner Weingeist wird allein bei keinerVerdünnung durch den Zutritt der Luft sauer. Südliche Weine, die keine Hefemehr enthalten, sehr alte Weine unserer Gegenden, bairisches Bier werdenebenfalls an der Luft nicht sautv; dagegen junge, noch nicht ganz ausgegohreneWeine, obergähriges Bier, nehmen an der Luft an einem warmen Orte baldeinen Geschmack nach Säure an, und gehen, wenn die Bedingungen fortdauern,immer rascher in saure Gährung über. In den letztgenannten Flüssigkeitenfinde! sich noch eine stickstoffhaltige Substanz in Autlösung, die selbst von' u 'ni atmosphärischen Sauerstoff oxydirt wird und diese ihre Oxydation auf be-nachbarte, mit ihr in unmittelbarer Berührung befindliche Körper überträgt.allein diese Säuerung des Weingeistes geht nicht direct vor sich, sondern durcheine Zwischenstufe hindurch. Dieser Process ist erst durch Liebig in einklares Licht gestellt worden. Der reine Weingeist hat die ZusammensetzungC< H, ().,. Hierzu tretet! 2 Atome Sauerstoff und verbinden sieh mit 2 AtomenWasserstoll' zu Wasser. Lei- eines Theilea seines Wasserstoffs beraubte Wein-geist (Alcohnl .lehydrogenhatwn) von der Formel 0, H 4 0 8 ist ein neuer fürsieh darstellbarer Körper, der nach seiner Entstehungswrt den Namen Aldehyderhalten hat. Dieser im höchsten Grside flüchtige und oxydirbare Körper trittim Essigsbildungsprocess selbst nicht wahrnehmbar auf, indem er sich augen-blicklich mit 2 ferneren Atomen Sauerstoff verbindet und Essigsäurehydrat bil-det, C 4 H 4 O s mit 2 Atomen Sauerstoff giebt G, H 4 0 4 , welches die Formel'l'-s Essigsäurehydrates ist, bestehend aus C 4 H„ O s und HO. Uebersehen wirdie Zwischenstufen des Processes, so entstehen aus 1 Atom Weingeist und 4Atomen Sauerstoff 1 Atom wasserleere Essigsäure und 3 Atome Wasser. Dem1 ''Wichte nach entstehen ans 46 Gewiehtstheilen absoluten Alkohols und 32 Sauer-stoff il GewichtStheile wasserleere Essigsäure und 27 Gewiulitstheile Wasser.